HEIDEN: Der malende Gebirgsschrat

Zu Hause ist Jörg Ammann in Frankreich, seine Wurzeln sind im Obertoggenburg. In der Klinik Rosenberg sind ab Donnerstag Werke des langjährigen Textildesigners zu sehen.

Markus Rohner
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Seine Vorfahren waren Bauern, Instrumentenbauer, Tüftler und Erfinder. Schon früh ist Jörg Ammann mit seinem Vater, einem Förster aus Ennetbühl, in die Natur hinausgezogen und hat dort gelernt, Flora und Fauna exakt zu beobachten. Später ist ihm dieses Talent als Textildesigner wieder zugute gekommen. In den Textilfachschulen Wattwil und St. Gallen hat er das gelernt, was er später während Jahrzehnten in seinem Beruf als Textilzeichner hat anwenden können: Exaktheit, Genauigkeit, aber auch den Sinn für das Schöne und das Ästhetische. Egal, ob in der Zürcher Seidenindustrie, im Pariser Textildruck, als Produktmanager in Deutschland oder später als freischaffender Textildesigner, der heute 74-Jährige hat sein Talent an vielen Orten einbringen können.

Inspiriert von Willi Koch

Wer Tag für Tag in seinem Beruf Motive für die Textilbranche kreiert, der kann auch in der Freizeit davon nicht lassen. Und so hat Ammann während Jahrzehnten gezeichnet und gemalt. So ist er beispielsweise immer wieder wandernd im Alpstein unterwegs gewesen und hat dabei die Runzeln dieses Gebirges geradezu aufgesogen und erfühlt. Entstanden sind daraus viele Alpstein-Bilder in unterschiedlichen Techniken. «Meine künstlerische Entwicklung habe ich vor allem dem in der Ostschweiz bekannten Maler Willi Koch zu verdanken», sagt Ammann. Später waren es Kurt Wolf, Max Oertli, Lucie Schenker, Herbert Achternbusch und vor allem Hans Schweizer, in dessen Atelier in Bühler AR er viel gearbeitet hat, die Ammann in seinem künstlerischen Schaffen inspiriert haben.

Farbenfrohes Stillleben

In den letzten Jahren hat sich Jörg Ammann auch der Skulptur zugewandt. «Ich arbeite sehr gerne mit verschiedenen Hölzern oder auch Ton.» Und immer mehr sind zuletzt sehr präzise, fast fotorealistische Stillleben entstanden. Das kann eine Schale mit frischem Gemüse oder Früchten sein, an denen sich das Auge erfreuen kann. «Ich möchte dem Betrachter diese alltäglichen Dinge wieder näherbringen, ihn wieder aufmerksam machen, auf die wunderbaren Farben, die Formen, die unterschiedlichsten Oberflächen, die Gerüche und auch die Haptik», sagt der Künstler über seine jüngsten Werke. Einige von ihnen werden über den Sommer in der Hirslanden-Klinik in Heiden zu sehen sein.

Markus Rohner

Hinweis

Vernissage in der Hirslanden-Klinik am Rosenberg: 1. Juni, 18.30 Uhr. Einführende Worte spricht Walter Bruns, musikalische Umrahmung durch Felipe Sauvageon. Die Ausstellung dauert vom 1. Juni bis 26. September und ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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