HEIDEN: Das neue Buch lässt staunen

Das Buch «Ein Gang durch Heiden um 1900» entführt in die Vergangenheit. Staunen lässt auch der «Eiffelturm», der 1896 einem heftigen Sturm zum Opfer fiel.

Peter Eggenberger
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Der vor 120 Jahren von einem Sturm umgeworfene Aussichtsturm auf dem Bellevue war eine Sensation. (Bild: Bildrepro: Peter Eggenberger)

Der vor 120 Jahren von einem Sturm umgeworfene Aussichtsturm auf dem Bellevue war eine Sensation. (Bild: Bildrepro: Peter Eggenberger)

Die umfangreiche Ansichtskartensammlung von Andres Stehli hat zu einer Sonderausstellung im Museum Heiden und jetzt auch zu einem Buch geführt. Die Neuerscheinung entführt in die touristische Hochblüte von Heiden, das bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs (1914) zu den führenden Ostschweizer Kurorten gehörte. «Das Buch macht klar, wie viele Gasthäuser, Hotels und Pensionen, aber auch Bäckereien, Metzgereien und Handwerksbetriebe verschwunden sind», schreibt Andres Stehli im Vorwort.

Sebastian Bänzigers Aussichtsturm

Verschiedene Bilder und Kurztexte würdigen auch den oberhalb des Schwimmbads gelegenen Aussichtspunkt Bellevue. Hier konnte eingekehrt werden, und als Sebastian Bänziger einen hölzernen Aussichtsturm erbaute, wurde der Besuch des Bellevues ein Muss. Vermutlich wurde Bänziger vom 1889 eingeweihten Eiffelturm in Paris inspiriert. Leider fiel der Bellevueturm 1896 einem heftigen Sturm zum Opfer und wurde nicht mehr aufgebaut.

Gartenwirtschaft und Pension Waldruh-Bellevue

Weitere sauber reproduzierte Ansichtskarten von damals zeigen, wie auf dem Fundament des zerstörten Turmes das Restaurant mit Pension Waldruh-Bellevue aufgebaut wurde. Statt des Turms lud nun eine aussichtsreiche Gartenwirtschaft zum Verweilen ein. «Wenn man heute oben auf dem Bellevue steht, würde man nicht ahnen, welche Gastronomie hier einst war», heisst es in der zugehörigen Bildlegende.

Das Buch «Ein Gang durch Heiden um 1900», 136 Seiten, über 260 Abbildungen, kann im Museum im Postgebäude bezogen werden. Das Museum ist sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Peter Eggenberger