HEERBRUGG: «Weisse Schwäne auf dunklem Wasser»

Am 22. Februar, 20 Uhr, werden in der Kantonsschule der Sprecher Christian Seiler, der Violoncellist Cristian Hieronymi und der Pianist Matthias Roth Melodramen von der Romantik bis heute zum Besten geben.

Drucken
Teilen

Veranstalterin ist die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur (RGML). Das Programm vereinigt unter dem Titel «Weisse Schwäne auf dunklem Wasser» namhafte Dichter und Musiker der Romantik wie Schumann, Liszt und Nietzsche sowie Heine, Hebbel und Eichendorff, aber auch die Zeitgenossen Fueter und Robert Walser.

«Über den Himmel dümpeln Schafe / So unschuldig so harmlos / Aber du weisst was in ihren Bäuchen steckt» – Etwas Ungreifbares liegt in der Luft. Vergangenes? Künftiges? Oder Fantasiegeburten der Figuren? Im neuen Werk von Dmitrij Gawrisch (Text) und Barblina Meierhans (Musik) pendeln Klänge und Erzählung in Zwischenbereichen. Die «Drei Robert Walser-Geschichten» von Daniel Fueter reizen mit dem Versprechen magischer Momente, die vorüber sind, bevor sie überhaupt begonnen haben, und bei Ausflügen in die romantische Epoche führt das Trio Seiler-Roth-Hieronymi endgültig hinüber ins Reich der Phantasmagorien und Halluzinationen.

Vielfältige Formen einer historischen Gattung

Zugleich wirft die Formation mit Werken von Franz Liszt, Robert Schumann, Carl Reinecke und Friedrich Nietzsche Schlaglichter auf die vielfältigen Erscheinungsformen einer historischen Gattung zwischen Musik und Literatur, die heute ganz neuen Aufwind erhält.

Das Unaussprechliche, das zwischen den Zeilen mitschwingt, wurde zum Ansatzpunkt für die Komponisten Franz Liszt, Robert Schumann, Carl Reinecke, Friedrich Nietzsche und Daniel Fueter. Stärker als in der Vokalmusik werden in ihren Melodramen Sprache und Klang gegenübergestellt. Im 19. Jahrhundert ist dabei der Text federführend. Dieses Verhältnis ändert sich ab dem 20. Jahrhundert zusehends. Das Melodrama wird zum Experimentierfeld für Sprache als Klangmaterial und Musik als Bedeutungsträger.

Die Abendkasse öffnet um 19.30 Uhr. Weitere Infos: www.rgml.ch