HEERBRUGG: «Wässerli Sieber» wird abgebrochen

Die Majel Immobilien AG möchte am Hirschenweg 1 – dort, wo «Wässerli Sieber» 37 Jahre lang die Kundschaft bedient hat – neu bauen. Funktioniert alles wie geplant, soll noch in diesem Jahr abgebrochen werden.

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Trifft die Baubewilligung in den nächsten Wochen ein, könnte das Haus noch heuer abgebrochen werden. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

Trifft die Baubewilligung in den nächsten Wochen ein, könnte das Haus noch heuer abgebrochen werden. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

Das Haus am Hirschenweg 1 ist mit einem Stück Heerbrugger Geschichte verbunden. Über Jahrzehnte hinweg war es das Haus von «Wässerli Sieber». Diesen Übernamen hatten sich Leo und Cili Sieber verdient. 37 Jahre lang führten sie am Hirschenweg 1 den Getränke-Service Heerbrugg. Bis Mitte 2010.

Das Ehepaar hatte das Geschäft von Sepp Codoni übernommen, der den Getränkemarkt 15 Jahre zuvor von seinem Vater, Sepp Codoni Senior, übernommen hatte.

Der Senior war durch seine Limonade bekannt geworden, die er in einer kleinen Abfüllerei gegenüber des Heerbrugger Bahnhofs produzierte. Nachdem Codoni Senior die Abfüllerei an die Mineralquelle Eglisau verkauft hatte, der das Limonadengeschäft im Mittelrheintal ein Dorn im Auge war, baute er neu, die Geburtsstunde des Getränkemarktes am Hirschenweg 1.

Zwei Büros und acht Wohnungen

Die Mineralquelle Eglisau war übrigens die Erfinderin der Schweizer Cola, der Vivi Kola. Nachdem die Produktion von Vivi Kola Ende 1986 eingestellt wurde, erlebte das Getränk 2010 eine Renaissance und ist heute wieder schweizweit zu haben. Nach «Wässerli Sieber» wechselte die Leitung des Getränke-­Depots zweimal, bevor es von der Lindi Haustechnik GmbH gekauft wurde. Mittlerweile ist die Liegenschaft im Besitz der Majel Immobilien AG in Diepoldsau. Das Unternehmen will anstelle des «Wässerli-Sieber-Hauses» ein Haus mit zwei Büros und acht Wohnungen bauen.

Wie Majel Immobilien im Juni verlauten liess, habe man die Abbruchbewilligung erhalten und wolle voraussichtlich im August mit dem Abbruch-Bagger vorfahren. Wegen Einsprachen hat sich das Projekt verzögert. «Das Baugesuch liegt momentan beim Kanton», sagt Petra Klocker, Architektin bei Majel Immobilien. Wenn alles wunschgemäss über die Bühne gehe, soll noch dieses Jahr am Hirschenweg 1 abgebrochen werden.

Kurt Latzer