HEERBRUGG: «Sternen» ersetzt «Sternen»

Wo «Sternen» und «Gekko» standen, wird wohl noch dieses Jahr Aufrichte gefeiert. Ein halbes Jahr vor der Eröffnung des neuen Restaurants gehen bei der Brauerei Schützengarten viele Fragen ein.

Gert Bruderer
Drucken
Teilen
Noch dieses Jahr dürfte im Heerbrugger Zentrum Aufrichte gefeiert werden. Eröffnet wird das neue grosse Gebäude nächsten Sommer. (Bild: Gert Bruderer)

Noch dieses Jahr dürfte im Heerbrugger Zentrum Aufrichte gefeiert werden. Eröffnet wird das neue grosse Gebäude nächsten Sommer. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Sicher zwanzig seien es in jüngster Zeit gewesen, sagt der in St. Margrethen wohnende Leiter Liegenschaften der St. Galler Brauerei. Auch Anfragen potenzieller Mieter des neu entstehenden Restaurants erhalte man. Obwohl es keine Ausschreibung gegeben habe, hätten sich bereits ein halbes Dutzend geeigneter Interessenten gemeldet.

«Habsburg»-Wirtsleute beraten die Brauerei

Unklar ist einer breiten Öffentlichkeit die Rolle der Widnauer «Habsburg»-Wirtsleute Peter und Mägi Sieber. Dazu muss man wissen: Im Rheintal (von Rhein­eck bis Buchs) ist die «Habsburg» der grösste Gastronomie-Kunde von Schützengarten. Siebers hätten deshalb die Möglichkeit gehabt, das neue Heerbrugger Restaurant zu übernehmen – ein Angebot, das sie ablehnten. Mit der «Habsburg» haben sie schon alle Hände voll zu tun.

In die Planung des neuen Heerbrugger Restaurants sind die «Habsburg»-Wirtsleute dennoch einbezogen. Peter Schefer sagt, Siebers hätten beratende Funktion. Denn das Konzept des neuen Lokals in Heerbrugg solle sich von jenem der Widnauer «Habsburg» merklich abheben.

Mehr Urbanität wird angestrebt

Inzwischen ist viel geklärt, auch der Name. Das Restaurant in Heerbruggs neuer Zentrumsüberbauung wird «Sternen» heissen.

Schützengarten setzt somit auf einen klassischen Restaurant-Namen, was auch dem Umstand Rechnung trägt, dass der alte «Sternen», der dem Neubau (wie das «Gekko») weichen musste, bis zum Schluss «gut lief», wie Schefer sagt.

Im Rheintal weit über 100 Gastro-Kunden

Zwischen Rüthi und Rheineck beliefert Schützengarten weit über 100 Gastronomiebetriebe. Im Eigentum der St. Galler Brauerei befinden sich in diesem Gebiet der «Appenzellerhof» und das Restaurant «Rathaus» mit Bar (beide in Altstätten), ausserdem das Restaurant «Neuer Rhein» in Widnau (Gemeinde Diepoldsau) sowie der entste­hende Heerbrugger «Sternen». Schützengartens Schwerpunkte im Rheintal sind Widnau und Altstätten, aber auch in St. Margrethen sei die Brauerei sehr stark vertreten, sagt Peter Schefer.

Mindestens vier Biere im Offenausschank

Den zu erwartenden Standard des neuen Restaurants vergleicht der Leiter Liegenschaften mit jenem des Altstätter Rathaus-Restaurants.

Allerdings: Das eigenständige Konzept des «Sternen» ziele auf mehr Urbanität und ein Zielpublikum ab, das Schefer als «Zwanzig plus» bezeichnet.

Ein Restaurant mit sechzig Plätzen, ein Fumoir mit zwanzig, dazwischen ein Cheminée, ausserdem ein Stübli für maximal zwanzig Gäste sowie eine Terrasse für sechzig: So ist die Grösse des neuen Heerbrugger Lokals zu umreissen. Eine Spezialität ist Schützengartens Anspruch, mindestens vier Biere im Offen­ausschank anzubieten. Durchschnittlich sind es sonst zwei Sorten. Auch Spezialitätenbiere, sagt Peter Schefer, soll es offen geben, denkbar sei sogar ein je nach Saison wechselndes Angebot.

Ein grosses Gebäude auf zwei Parzellen

Als Generalunternehmer der Überbauung Zentrum Heerbrugg tritt bekanntlich die St. Margrether Firma i+R Wohnbau auf. Sie lässt das Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt 33 Mietwohnungen plus Büro- und Gewerbeflächen im Erdgeschoss bauen. Eine Besonderheit (und Seltenheit) ist dies: Das grosse neue Gebäude entsteht nicht etwa üblich auf einem Grundstück, sondern auf zwei Parzellen. Nur eine dieser Parzellen gehört Schützengarten.

Es werden schon Fenster eingebaut

Die Brauerei vermietet das Restaurant im Parterre und gewährt für die Wohnungen in den oberen Stockwerken das so genannte Überbaurecht. Das gleiche gilt für die Tiefgarage, wobei die Feststellung belustigen kann, dass auch für das Untergeschoss ein Überbaurecht gewährt wird - und nicht etwa ein (als Begriff inexistentes) Unterbaurecht.

Potenzielle Mieter des neuen Restaurants Sternen erhalten diesen Monat das Dossier, in dem die Brauerei ihre Vorstellungen beschreibt. Sicher einen Monat haben Interessenten Zeit, ein Konzept einzureichen, in dem unter anderem das Angebot (inklusive Preissegment) zu umschreiben ist. Der Zeitplan werde eingehalten, sagt Peter Schefer. Derzeit sei schon die Fenstermontage im Gange. Im nächsten Jahr folgt der Innenausbau. Die Eröffnung ist für den Sommer geplant.