HEERBRUGG: Raumplanung bereinigt

Die Gemeinde Balgach hat die Überbauungsmöglichkeiten für die Schlosslandschaft im Gebiet Sonnenberg geregelt. Ab heute liegen verschiedene Pläne dazu im Rathaus auf.

Max Tinner
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Wiese hinter dem Schloss Heerbrugg, umrahmt von alten, herrschaftlichen Häusern. Eine eingeschränkte Bebauung wird hier nach Vorgabe des neuen Überbauungsplans möglich sein. (Bild: Max Tinner)

Wiese hinter dem Schloss Heerbrugg, umrahmt von alten, herrschaftlichen Häusern. Eine eingeschränkte Bebauung wird hier nach Vorgabe des neuen Überbauungsplans möglich sein. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Das Gebiet rund um das Schloss Heerbrugg und die umliegen­-den, in ausgedehnte Parkflächen, Wiesen und Rebberge eingebetteten Herrschaftshäuser ist ein landschaftliches Juwel. Deshalb ist es auch im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt, nämlich als Teil der Rheintaler Schlosslandschaft, und zwar grad mit dem obersten Erhaltungsziel «A».

Widersprüchliche alte Planwerke

Das hat sich aber bislang mit der Raumplanung der Gemeinde gebissen. Im Richtplan ist das Areal immerhin als «Gebiet mit zusätzlichem Planungsbedarf» ausgeschieden. Im Zonenplan war das Gebiet aber eine gewöhnliche Wohnzone W2a. «Damit wäre hier eine verteilte Bebauung mit zweigeschossigen Einfamilienhäusern möglich gewesen», erklärt Gemeindepräsidentin Silvia Troxler, «das wäre aber mit dem Ortsbildschutz nicht vereinbar gewesen.» Fast zwangsläufig kam es darum zu Problemen, als vor ein paar Jahren Baugesuche eingereicht wurden. Es gab Einsprachen. Die Projekte wurden daraufhin zurückgezogen.

Der Gemeinderat hat dies dann zum Anlass genommen, die raumplanerischen Widersprüche zu bereinigen, die nicht zuletzt zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit geführt hatten. 2015 wurde eine Planungszone für dieses Gebiet verfügt. Damit waren dann keine baulichen Veränderungen mehr möglich. Die vorübergehende Einschränkung der Grundeigentümerrechte wurde aber als nötig erachtet. Der Gemeinderat wollte verhindern, dass in der Zeit, in der man prüft, wie eine mit dem Ortsbildschutz vereinbare Erschliessung und Bebauung möglich ist, Tatsachen geschaffen werden, die dem nun vorliegenden raumplanerischen Ergebnis womöglich zuwidergelaufen wären.

Für die Überarbeitung der Raumplanung für den Sonnenberg hat die Gemeinde das Büro Strittmatter Partner beigezogen. Involviert waren ausserdem die kantonale Raumplanung, die Denkmalpflege und nicht zuletzt die Grundeigentümer. Während des Planungsprozesses prüfte man verschiedene Varianten mit Bebauungs- und Freihalteflächen. Es galt, eine Lösung zu finden, die sowohl den Nutzungsansprüchen der Grundeigentümer als auch dem Kultur- und Ortsbildschutz gerecht wird.

Neu beschränkt auch Gewerbe möglich

Aus dem Planungsprozess hervorgegangen ist nun ein Teilzonenplan für eine neue Wohn- und Gewerbezone Schlosslandschaft. Dieser lässt zwar viel­- fältigere Nutzungen in dem Gebiet zu als die vorherige reine Wohnzone. Allerdings nur solche, die nicht mehr Verkehr zur Folge haben als eine Wohnnutzung, betont Silvia Troxler. Auch ein Überbauungsplan wurde erarbeitet. Er ermöglicht punktuell konzentriert Neubauten. Der Grossteil des zusammenhängenden Grün- und Freiraumes wird aber frei gehalten. Die heutigen Geländekammern mit Herrschaftshäusern und ihrem Umschwung sollen dadurch auch künftig erkennbar sein und der Charakter der Landschaft gewahrt bleiben. Die Gemeinde als Bewilligungsbehörde werde zusammen mit der Denkmalpflege auch sicherstellen, dass Neubauten hinsichtlich ihrer Gestaltung hierher passen, wird betont. Gleichzeitig wurde die Erschliessungsplanung überarbeitet. Vorgesehen sind im Besonderen eine Ausweichstelle an der Schlossstrasse und ein Fussgängerschutz mit Leitpfosten und Leitmarkierung an der Sonnenbergstrasse.

Alle Pläne und eine Ergänzung des Baureglements dazu liegen ab heute für 30 Tage im Eingangsbereich des Rathauses Balgach auf.