HEERBRUGG: Mit Witz ins 81. Jahr

Der Arbeitgeberverband Rheintal hielt am Freitagabend seine 80. Hauptversammlung ab. Die Geschäfte waren rasch abgehandelt, die Referate interessant: Die Besucher fühlten sich bestens unterhalten.

Remo Zollinger
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Claude Stadler (links) ersetzt im Vorstand des Arbeitgeberverbandes Rheintal den zurückgetretenen Nick Huber (rechts). In der Mitte Präsidentin Brigitte Lüchinger. (Bilder: Remo Zollinger)

Claude Stadler (links) ersetzt im Vorstand des Arbeitgeberverbandes Rheintal den zurückgetretenen Nick Huber (rechts). In der Mitte Präsidentin Brigitte Lüchinger. (Bilder: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

Der AGV Rheintal feierte am Freitagabend seinen Achtzigsten. Das merkte man der HV an – alle hatten, ob gewollt oder nicht, etwas Witziges beizutragen. Angefangen bei Brigitte Lüchinger. Die aufgestellte AGV-Präsidentin kämpfte zuerst mit den Tücken der Technik und verlegte später Thomas Schmidheinys Geburtstag ins Jahr 1712. Gemeint war natürlich der 17. Dezember – des Jahres 1945. Schmidheiny nahm’s ihr nicht übel.

Mit den Jahren hatte es auch Eugen Voit, der vom 80-jährigen Bestehen des Verbands erzählte. Er zeigte ein Bild vom unfertigen Autobahnanschluss zwischen St. Margrethen und Österreich und sagte: «Das ist die grosse Unvollendete des Rheintals. Vor Kurzem haben wir ihr 50-Jahr-Jubiläum gefeiert».

Und dann waren da noch die Sunsingers, der von Christina Frei geleitete Chor für Menschen mit Behinderung. Beim selbst komponierten Refrain «Im Rhintal wird gschaffat vo früe bis spot, im Rhintal gits nöd nur Salot» brach im Saal Gelächter aus.

Eine Elefantenrunde zum HV-Auftakt

Mit Hans Uehlinger, Karl Stadler, Andreas Frank und René Wuffli kamen zu Beginn die letzten vier AGV-Präsidenten zu Wort. Sie erzählten, wie sie in den Siebzigern mit der Schwarzenbach-Initiative zu kämpfen hatten und in den Neunzigern der EWR-Beitritt den Bach runter geschickt wurde. «Die Folgen davon erfahren wir jetzt noch vor unserer Haustür», sagte Hans Uehlinger.

Der Nicht-EWR-Beitritt war auch bei Karl Stadler ein Thema. Sein Auftritt bleibt in Erinnerung, weil er über die Videowand zu den Anwesenden sprach und sich zum Zeitpunkt der Aufnahme beim Schlachtdenkmal auf dem Stoss befand. Andreas Frank erzählte von einer Studie, in der das Rheintal in der Sparte Hightech-Industrie weltweit auf dem neunten Platz landete und folglich eine Pressekonferenz gemacht wurde – und zwar an der Bahnhofstrasse in Zürich.

Die Trend-Ausdrücke «Faktencheck» und «Fake News» benutzte dann René Wuffli. Sein Vorgänger habe die Geschicke des AGV «damals ja in jüngere Hände legen wollen, doch der Faktencheck hat ergeben, dass ich einige Monate älter bin als Andreas Frank», sagte er. Der AGV sei betreffend «Fake News» also in der Vorreiterrolle.

Die Geschäfte wurden rasch abgehandelt

Für eine HV reichlich atypisch beanspruchten die letztjährigen Geschäfte des AGV am wenigsten Zeit. Brigitte Lüchinger zeigte, wie erfreulich sich die Rheintaler Wirtschaft 2016 entwickelt hat. Der Export hat im Vergleich mit dem Vorjahr um vier Prozent oder 165 Millionen Franken zugelegt. Erstaunlich sind die 13,2 Prozent Plus, die der Export in den Euro-Raum schrieb. «Die Folgen des Frankenschocks sind überwunden», zitierte die AGV-Präsidentin eine Studie. Dennoch würden Einkaufstourismus und Online-Shopping besonders dem Kleingewerbe weiterhin Sorgen bereiten.

Der AGV hat seit der letzten HV 18 Mitglieder verloren, zwölf Neue kamen dazu. Macht unter dem Strich 502 Firmen (Minus sechs), die 18355 Mitarbeitende beschäftigen. Die Jahresrechnung schloss mit einem Plus von 3432 Franken.

Claude Stadler neu im AGV-Vorstand

Bernhard Neuhold und Nick Huber verlassen nach sieben bzw. fünf Jahren den AGV-Vorstand. Neu dabei ist Claude Stadler. Der ehemalige Geschäftsführer der PWB in Altstätten ist jetzt bei SFS als Verantwortlicher für Unternehmenskommunikation und Investor Relations tätig.

Nach den Referaten von Thomas Schmidheiny und Eugen Voit wurde die HV dann noch süss: Es gab nicht nur einen goldenen Schraubenzieher (siehe Zweittext unten), sondern auch einen aus Schokolade für jeden Besucher.