HEERBRUGG: Mit Spirituals und Gospel in den Advent

Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Gospelmusik, Spirituals und Klassik begrüssten der Kantichor und Musiker der Kantonsschule Heerbrugg gemeinsam mit vielen Zuhörern die Adventszeit.

Gerhard Huber
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Der Kantichor gestaltete ein vorweihnachtliches Konzert mit Gospels und Spirituals. (Bild: Ulrike Huber)

Der Kantichor gestaltete ein vorweihnachtliches Konzert mit Gospels und Spirituals. (Bild: Ulrike Huber)

Nicht immer sind die Konzerte von jugendlichen Musikensembles oder Chören auch wirklich ein Fest für das Gehör. Eine Ausnahme hiervon stellen immer wieder die Konzerte des Kantichors Heerbrugg dar. Auch dieses Jahr war es den musikalischen Leitern Karl Hardegger und Suso Mattle gelungen, aus den rund sechzig jugendlichen Sängerinnen und Sängern einen harmonischen Klangkörper zu bilden, der in der evangelischen Kirche ein vielseitiges Programm präsentierte. Mit vielen Gospels, bei denen sich der Chor von seiner besten Seite zeigte. Spürte man doch in vielen Passagen die Frische, die fröhliche Stimmung und den Esprit der Südstaaten der USA, wo der Gospel entstanden ist.

Ein Höhepunkt an diesem auf Weihnachten einstimmenden Abend war das vom jüngst verstorbenen Altmeister des Sprechgesangs, Leonard Cohen, komponierte Lied «Hallelujah». Ein besinnlicher Moment, erinnerte dieser Song doch viele der im Publikum vertretenen älteren Semester an die Musik Cohens, die ihre Jugendzeit begleitet hatte. Der Kantichor wurde bei diesem und den weiteren meist modernen Liedern von David Mäder an der Bassgitarre, Daniel Gächter am Schlagzeug und Karl Hardegger am Klavier begleitet. Zwischen den Vorträgen des Chors gestaltete Anna Danielewicz mit ihren Schülern einen klassischen Teil mit Kammermusik und Solosängerinnen. Zu hören waren kleine Perlen der vorweihnachtlichen Musik, wie vor allem das altbekannte «Adeste fideles», dessen Herkunft nicht geklärt ist. Die ältesten Nachweise finden sich in Handschriften von John Francis Wade, einem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich tätigen katholischen Engländer. Ob Wade aber auch der Komponist dieses in seiner berührend einfachen Schönheit in sich ruhenden Liedes ist, ist ungeklärt. Es könnte sich auch um eine alte Volksweise handeln.

Amüsanter Abend voller Talent

Den jungen Instrumentalisten fehlte es nicht an Talent, aber natürlich noch am letzten Schliff. Absolut überzeugend aber war der Vortrag des Stücks «Au matin» des französischen Komponisten Marcel Tournier von Julia Steinhauser mit ihrer Harfe.

Anne Derkx, Alison Monnat und Jöelle Lenherr durften als Sängerinnen solo in Erscheinung treten. Besonders die Letztgenannte wusste mit engelsgleicher Stimme zu überzeugen. Wobei allen drei singenden Engeln noch richtige Flügel wachsen werden, wenn zu den schönen Stimmen eine ernsthafte Gesangsausbildung kommen wird. Das Adventskonzert des Kantichors war ein amüsanter Abend voller Talent und spirituell gestimmter Musik.