HEERBRUGG: Mit Medien leben – Sprache fördern

Am Informationsabend des Logopädischen Dienstes Mittelrheintal (LDM) erhielten Eltern von drei- bis fünfjährigen Kindern Informationen und Tipps zur Medienerziehung und zur Sprachförderung im Alltag.

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Im Vortrag «Sprache und Spiel» erhielten die Eltern von den Logopädinnen des Logopädischen Dienstes Mittelrheintal viele konkrete Tipps und Anregungen zur Sprachförderung bei kleinen Kindern. (Bild: pd)

Im Vortrag «Sprache und Spiel» erhielten die Eltern von den Logopädinnen des Logopädischen Dienstes Mittelrheintal viele konkrete Tipps und Anregungen zur Sprachförderung bei kleinen Kindern. (Bild: pd)

Kürzlich fand an der Heilpädagogischen Schule Heerbrugg ein regionaler Informationsabend zum Thema «Mit Medien leben – Sprache fördern» statt.

Der Abend wurde von den Logopädinnen des Logopädischen Dienstes Mittelrheintal in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzzentrum St. Gallen gestaltet. Rund 80 Eltern und interessierte Fachpersonen sind der Einladung gefolgt.

Medienerziehung bei kleinen Kindern

Im ersten Teil des Abends zeigte Lea Stalder vom Kinderschutzzentrum St. Gallen in ihrem Referat «Faszination digitaler Welten – mit Medien leben lernen» Wissenswertes zur Medienerziehung bei kleinen Kindern auf. Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Richtig genutzt, haben sie viele positive und bereichernde Seiten. Wichtig ist jedoch, dass der Medienalltag bereits frühzeitig bewusst gestaltet wird.

Zur gesunden Entwicklung kleiner Kinder gehört, dass sie mit allen Sinnen die Welt entdecken und viele Beziehungserfahrungen machen können. Ein zu früher hoher Medienkonsum stiehlt kleinen Kindern diesbezüglich wertvolle Zeit.

Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) empfiehlt, dass Kinder vor drei Jahren noch keinen Bildschirmkonsum haben sollten. Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren sollten am Tag insgesamt höchstens 30 Minuten fernsehen oder am Computer, an der Spielkonsole oder am Handy aktiv sein. Die ZHAW empfiehlt zudem keinen Internetzugang vor neun Jahren. Viele Eltern streben einen massvollen Umgang mit Medien an. Dabei ergibt es Sinn, bereits frühzeitig mit den Kindern feste Regeln zu vereinbaren. Medien und Inhalte sollten gezielt und dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend aus­gewählt werden. Eine Liste mit hilfreichen Links, die das Kin­derschutzzentrum zusammen­gestellt hat, ist auf der Homepage des Logopädischen Dienstes ­Mittelrheintal ( www.logopaedie-mittelrheintal.ch ) zu finden. Weitere wichtige Informationen und Tipps zur Förderung der Medienkompetenz finden Eltern unter www.jugendundmedien.ch .

Im zweiten Teil des Informationsabends konnten die Zuhörer zwischen zwei interessanten Vorträgen wählen, die von den Logopädinnen des logopädischen Dienstes Mittelrheintal angeboten wurden.

Im Vortrag «Spiel und Sprache» wurde den Eltern anhand konkreter Beispiele der Zusammenhang zwischen der Spiel- und der Sprachenwicklung aufgezeigt. Die Eltern erhielten zudem viele Ideen, wie sie die Sprachentwicklung ihrer Kinder beim Spielen unterstützen können.

Dass Sprache im Alltag gezielt gefördert werden kann, ohne dass explizite Sprachübungen gemacht werden müssen, wurde den Eltern im Vortrag «Sprachförderung im Alltag» anschaulich aufgezeigt. Sei es beim Anziehen am Morgen, beim Einkaufen oder beim Essen – im Alltag gibt es unzählige Gele­genheiten, Sprache zu fördern. Wichtig ist, dass der Zuhörer sprachlich aufmerksam auf das Kind eingeht, er dem Kind ein ­gutes sprachliches Vorbild ist und er auch immer wieder bewusst korrigierende Rückmeldungen gibt, in dem er dem Kind zum Beispiel ein falsch ausgesprochenes Wort korrekt in seiner Antwort wieder anbietet. (pd)