HEERBRUGG: «Mit 90 ziehe ich mich zurück»

Der Patron alter Schule feiert doppelt: Vor 20 Jahren gründete Hans Huber seine Stiftung zur Förderung der beruflichen Grundbildung. Mit 90 Jahren schliesst er sein Berufsleben ab.

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Hans Huber Stiftung feiert 20-Jahr-Jubiläum – der Patron wird 90. (Bild: pd)

Hans Huber Stiftung feiert 20-Jahr-Jubiläum – der Patron wird 90. (Bild: pd)

Aus einer kleinen Eisenwarenhandlung baute Hans Huber in 50 Jahren einen Weltkonzern auf. Mit 70 Jahren gab er die operative Verantwortung der SFS Group ab, blieb aber als Hauptaktionär mit seinem Lebenswerk eng verbunden. An seinem 90. Geburtstag Ende August schliesst er sein Engagement als Unternehmer und Investor ab. Hans Huber: «Ich will trotzdem weiterlernen und am Geschehen dranbleiben. Mich interessiert die Wirtschaft. Mich interessiert der Mensch.»

Hans Huber Stiftung wird zwanzig Jahre alt

Auch mit der Hans Huber Stiftung hat der Patron Massstäbe gesetzt: Dutzende Preisträger wurden in 20 Jahren ausgezeichnet und zu Botschaftern. Huber verfolgte damit als einer der Ersten die Ziele, das Image der Lehre als Ausbildungsweg zu stärken und die Wirtschaft zu motivieren, Lernende auszubilden: «Die Stiftung habe ich aus strategischen Überlegungen gegründet, aus betriebswirtschaftlichem Antrieb: Ich realisierte, wie eminent wichtig es ist, qualifizierten Berufsnachwuchs zu fördern.» Das Rheintal, wo SFS den Hauptsitz hat, ist eine jener Schweizer Gegenden mit dem höchsten Anteil an Jugendlichen, die als Start ins Berufsleben eine Lehre wählen. Politisch ist sie ein Exportschlager. «Die duale Ausbildung müsse in anderen Ländern stärker verankert werden, sagt Stiftungsratspräsident Christian Fiechter. Hans Huber stellt mit Genugtuung fest, dass er die Verantwortung nun getrost in jüngere Hände übergeben kann. Und doch fällt es ihm nicht ganz leicht. Das wundert nicht, wenn man ihn hört, aus seinem Leben zu erzählen: «Mir wurden bereits mit sechs Jahren Aufgaben im elterlichen Geschäft übertragen, mit 16 Jahren übernahm ich erstmals Führungsverantwortung, und mit 24 war ich Geschäftsführer. Das prägte mein Leben. Ich habe früh gelernt, innovativ zu denken und zu investieren.» Deshalb sei es wichtig, jungen Menschen mehr zu vertrauen und Verantwortung zu übertragen. «Ich will meine Enkel fürs Unternehmersein begeistern – aber das ist nicht ganz einfach.» (pd)