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HEERBRUGG: Mehr Arbeit, weniger Kosten

Arbeitslose im Rheintal brauchten im vergangenen Jahr sieben Tage weniger lang, bis sie eine neue Stelle hatten. Dadurch spart der Staat viel Geld. Auch sonst sieht es gut aus; die Wirtschaft ist in Schwung gekommen.
Gert Bruderer
Roland Schleith, der seit 2001 das RAV Heerbrugg leitet, freut sich über eine Arbeitslosenquote, die zurzeit eine Zwei vor dem Komma hat. (Bild: gb)

Roland Schleith, der seit 2001 das RAV Heerbrugg leitet, freut sich über eine Arbeitslosenquote, die zurzeit eine Zwei vor dem Komma hat. (Bild: gb)

Gert Bruderer

147 Tage vergingen 2017 im Durchschnitt, bis ein Arbeitsloser wieder eine Stelle hatte. Dieser Wert liegt erstmals unter 150. Im Jahr 2013 waren durchschnittlich noch 183 Tage nötig gewesen, bis ein Arbeitsloser wieder beschäftigt war. Auch die Zahl der gemeldeten offenen Stellen (vor allem auf dem Bau und in der Maschinenindustrie) ist ermutigend. Sie liegt mit 214 über der sonst üblichen Bandbreite von 150 bis 200, Kurzarbeit ist kein Thema mehr und die aktuelle Arbeitslosenquote gibt das RAV, also das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum in Heerbrugg, mit 2,8 an.

Das ist selbst im Rückblick bis zur Jahrtausendwende ein vergleichsweise tiefer Wert. Die Quote für die RAV-Region Rheintal (Rorschach bis Rüthi) liegt genau in der Mitte zwischen Kantons- (2,4) und Landesdurchschnitt (3,2).

Frauen finden schwerer neuen Job

Nicht nur die Zahl der Arbeitslosen wird laufend erhoben, sondern auch jene der Stellensuchenden. In dieser zweiten Zahl sind ausser den Arbeitslosen auch Stellensuchende enthalten, die zum Beispiel einen Zwischenverdienst haben, an einem Beschäftigungsprogramm teilnehmen oder (via Arbeitslosenversicherung) eine längere Weiter- bildung besuchen.

In der RAV-Region Rheintal ist im letzten Jahr sowohl die Zahl der registrierten Arbeitslosen (1483 im Dezember) als auch jene der Stellensuchenden (2485 im Dezember) um rund 12 Prozent gesunken.

Beim Blick auf die aktuellen Statistiken fällt auf, dass Frauen es deutlich schwerer haben, einen neuen Job zu finden.

Während von den Männern, die nach einer neuen Stelle suchten, jeder Sechste einen neuen Job fand, gelang dies nur jeder einundzwanzigsten Frau. Roland Schleith führt dies zum Teil darauf zurück, dass Arbeits­plätze in der Produktion wegen Verlagerungen teilweise verschwanden.

Begehrt seien derzeit die Jungen, sagt Schleith. Die Statistik zeigt, dass im vergangenen Jahr von den 15- bis 24-Jährigen fast jeder Dritte der Stellensuchenden fündig wurde.

Laufend weniger Langzeitarbeitslose

RAV-Leiter Roland Schleith freut besonders, dass die (im Rheintal unterdurchschnittliche) Zahl der Langzeitarbeitslosen schon seit Jahren kontinuierlich sinkt. 240 sind es in der RAV-Region Rheintal noch, der Rückgang im letzten Jahr betrug 6,6 Prozent. Betroffen ist noch jeder sechste Arbeitslose. Je mehr Langzeitarbeitslose es gibt, desto teurer wird es für den Staat. Ist die Quote hingegen tief, hat die Arbeitslosenversi­cherung weniger Taggelder auszuzahlen.

Dass es schnell um hohe Summen geht, lässt sich am eingangs erwähnten RAV-Rekord zeigen. Wenn 2485 Stellensuchende im Durchschnitt sieben Tage schneller einen neuen Job haben, kann das eine Ersparnis von 3,5 Mio. Franken bedeuten (bei einem angenommenen durchschnittlichen Taggeld von 200 Franken).

Hoher Ausländeranteil, mehr Stellensuchende

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen wird für die Statistik an der Zahl der Stellensuchenden gemessen. Von einer mehr als einjährigen Arbeitslosigkeit sind im Rheintal 8,9 Prozent der Schweizer Stellensuchenden betroffen; bei den Ausländern sind es 10 Prozent.

Wird zwischen Gemeinden verglichen, fällt grundsätzlich auf, dass der Anteil der Arbeitslosen wie der Stellensuchenden dort etwas höher ist, wo überdurchschnittlich viele Ausländer leben.

RAV mit weniger Mitarbeitern

Bei wirtschaftlicher Entspannung gehen dank sinkender Arbeitslosenquote nicht nur die Taggeld-Ausgaben zurück, sondern wird auch der RAV-Betrieb günstiger. Die positive Entwicklung, die sich in diesem Jahr fortsetzen dürfte, hatte im letzten Jahr bereits eine Reduktion des RAV-Personalbestandes zur Folge. Die Beratungstätigkeit wird mit 2,5 Vollzeitstellen weniger geleistet (total sind es noch 2000 Stellenprozent). Für das laufende Jahr gilt ein Einstellungsstopp.

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