HEERBRUGG: Holleijdijooo mit hartem Sound

Den letzten Akkord im Rahmen des Festivals KulturBrugg schlug am Samstagabend im Kinotheater Madlen der ­Mundart-Rockstar Florian Ast. In einem begeisternden Konzert zeigte er einen weiteren Höhepunkt des Kulturfestivals.

Gerhard Huber
Drucken
Teilen
Florian Ast und seine Band setzten mit ihrem Alpenrock den letzten Akzent im Festival KulturBrugg. (Bild: Ulrike Huber)

Florian Ast und seine Band setzten mit ihrem Alpenrock den letzten Akzent im Festival KulturBrugg. (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Das war ein Konzertabend für alle Mundart- und Alpenrockfans, alle Volks-Rock’n’Roller und Fans eines erdig-groovenden Elektrogitarrensounds.

Florian Ast, seit über zwanzig Jahren als einer der bekanntesten Mundart-Songwriter und -sänger in den Alpen unterwegs, lieferte seinen Fans und jenen, die es noch werden wollen, einen grossartigen Gig. Begleitet von einer vierköpfigen Band in klassischer Rockbesetzung mit Schlagzeug, Bass, Lead- und Rhythmusgitarre legte er einen groovig-bodenständigen Soundteppich der Extraklasse in den «Madlen»-Saal. Laut und hart, dennoch sympathisch, melodiös und angenehm.

Kontrapunkt eines typischen Rockstars

Florian Ast ist auf der Bühne der Kontrapunkt eines typischen Rockstars. Wo andere mit Maske und Lederdress, mit langen Haaren und Headbanging sich selbst glaubhaft machen müssen, steht da einer bescheiden in Hemd und Jeans mit ordentlichem Haarschnitt auf der Bühne. Ein Typ wie du und ich. Nimmt gleich auf humorvolle Art und Weise Kontakt mit seinen Fans auf, erzählt aus seinen Leben und macht sexistische Witze auf eine derart lausbübische Art, dass wohl auch die eifrigste Feministin entschuldigend schmunzeln wird.

Und da sind dann auch noch seine Songs, die seit zwei Jahrzehnten immer wieder in den Hitparaden auftauchen, die immer wieder auf den Radiosendern der Schweiz laufen. Ob «Meitschi», «Senne», «Sex» oder die Evergreens «Bali» oder «Paris», das Geheimnis von ­Florian Ast liegt in den viel­schichtigen Melodien und seinen amüsanten, manchmal auch tiefsinnigen Texten, wie in «Kei Heilige» oder «Grossvater». Ganz in der Tradition von Hubert von Goisern oder Attwenger stehend ist er selbst zum Vorreiter und Vorbild von Leuten wie Andreas Gabalier oder DJ Ötzi, für den er auch komponiert und produziert, geworden. Da singt und tanzt und blödelt sich ein voll von Energie sprühender Charmebolzen durchs Programm. Kein Wunder, dass die Zuhörer, von denen es durchaus auch mehr hätte vertragen können, begeistert waren.

Auch nächstes Jahr wieder KulturBrugg im «Madlen»

Dieses Konzert war die letzte Veranstaltung im Rahmen des Festivals KulturBrugg. Eine gute Woche lang zauberten die Veranstalter Denise Zellweger und Pascal Zäch brillante und extravagante Musiker, Vortragende oder Comedians auf die Bühne. Pascal Zäch zieht Bilanz: «Wir sind sehr zufrieden, Comedy und Vortrag waren ausverkauft, bei den Konzerten hätten doch noch etwas mehr kommen können. Aber wir hatten sehr viele Gäste, die gleich drei oder vier Veranstaltungen besuchten. Wir wollen auch nächstes Jahr vom 14. bis 22. September wieder ein Festival KulturBrugg durchführen und unseren Fokus weiterhin auf gute Musik legen. Damit sie auch im Rheintal wieder den Stellenwert bekommt, der ihr zusteht.»

Oder wie es Florian Ast auf der Bühne kundgetan hat: «Die, die gekommen sind, können froh sein, dass sie gekommen sind. Die, die nicht gekommen sind, können nicht froh sein, dass sie nicht gekommen sind.» Wobei dieser Spruch des Mundartkünstlers natürlich vom Autor eingedeutscht wurde.