Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HEERBRUGG: Gitarrenriffs und Cellodonner

Mit einem Auftritt der Mozart Heroes lud das Festival KulturBrugg am Samstagabend zur zweiten Veranstaltung ins Kinotheater Madlen. Ein Konzert, das alle üblichen Musikgenres und Massstäbe sprengte.
Gerhard Huber
Zwei musikalisch Verrückte auf der Bühne: Die Mozart Heroes mit «Phil the Heroe» (l.) und «Chris the one and only Mozart». (Bild: Ulrike Huber)

Zwei musikalisch Verrückte auf der Bühne: Die Mozart Heroes mit «Phil the Heroe» (l.) und «Chris the one and only Mozart». (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Intensiv, virtuos, leidenschaftlich. Das sind nur einige wenige Attribute, mit denen der Classic-Pop-Hard-Rock der Mozart He­roes bezeichnet werden kann. In einer ungewöhnlichen Kombination aus Gitarre und Violoncello ist dieses Duo eine Konzertband wie keine zweite. «Phil the Heroe» mit seinen Gitarren und «Chris the one and only Mozart» mit Anzug und Violoncello verheiraten mit irrlichternden Tönen und Melodiefolgen zwei vermeintlich gegensätzliche Stile. Was etwas Neues ergibt. Wohl am besten «Hard Core Classic on Fire» genannt.

Das Chaos schleicht sich auf leisen Sohlen an

Da stehen zwei musikalisch völlig Verrückte auf der Bühne. Was nicht despektierlich gemeint ist. Verrückt im positiven Sinn. Immer wieder werden zarte Melodien angetönt.

Oft Filmmusik von Hans Zimmer oder John Barry. So etwa das Thema aus «Sieben Jahre in Tibet» oder «Gladiator». Einschmeichelnd werden die Zuhörer in das Musikthema aufgesogen, das Chaos schleicht sich auf leisen Sohlen an. Bis das zuvor noch lyrisch singende Violoncello stöhnt, vibriert und sich in Ekstase steigert. Bis das gerade noch wohlgefällig nach Klassik klingende Gitarrenspiel anfängt zu traben, zu galoppieren und sich aufzubäumen.

Der Bärtige, der gerade noch sanft wie ein Lämmchen andächtig an den Saiten seiner Gitarre gezupft hat, springt auf, zeigt eine Bühnenshow, die AC/DC zu Waisenknaben macht, bleckt seine schneeweissen Zähne unter dem schwarzen Bartgewucher und spielt, als habe man unter seinen Nägeln ein Feuer angezündet. Der Anzugträger am Violoncello streicht liebevoll und meisterlich an seinem Instrument ein Cello-Solo mit Stücken von Orff und Tschaikowsky, und verwandelt sich in Sekundenschnelle in einen wahren Teufelsgeiger am Cello. Brachiale Klänge vermählen sich mit dem Sägen und Donnern der Gitarre zu einem einheitlichen Ganzen.

Lebendig und einfallsreich, aber niemals kitschig

Zunächst berührende Melodien werden in ein orientalisch-wehklagendes Crescendo transformiert. Oder auch andersherum. So wird ein Depeche-Mode-Klassiker von seinem kalten Techno-Pop-Gehabe befreit. Die beiden klassisch ausgebildeten Musiker von Mozart Heroes verstehen es, die kalten Klänge dieses New-Age-Songs in lebendige, einfallsreiche, aber niemals ins Kitschige abgleitende Musik zu verwandeln. Ohne der modernen Musik den Staub der Klassik umzuhängen. So wird aus Aviciis «Hey Brother» der tragende, geniale Melodiebogen herausgearbeitet. Das Publikum im leider nur etwa halb vollen Madlen tobte, tanzte und forderte Phil und Chris zu immer weiteren Zugaben auf. Wer diese Darbietung versäumt hat: Das Festival KulturBrugg im Madlen läuft noch bis 23. September und bietet weitere musikalische Leckerbissen sowie Comedy, Vortrag und Film.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.