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HEERBRUGG: Fairplay bei der Lehrstellenvergabe

Der Arbeitgeberverband Rheintal informierte gemeinsam mit den örtlichen Gewerbeverbänden über die Erfahrungen mit «Credo Fairplay 1.9» - ein Projekt, das voreilige Lehrstellenvergaben verhindern soll.
Gerhard Huber
Die Referenten und Diskussionsteilnehmer des Abends (von links): Nick Huber, Ivo Riedi, Felice Baumgartner, Remo Kluser, Simon Schwerzmann, Peter Kobler und Gregor Loser. (Bild: Ulrike Huber)

Die Referenten und Diskussionsteilnehmer des Abends (von links): Nick Huber, Ivo Riedi, Felice Baumgartner, Remo Kluser, Simon Schwerzmann, Peter Kobler und Gregor Loser. (Bild: Ulrike Huber)

HEERBRUGG. In den letzten Jahren mussten sich die Jugendlichen an den Oberstufen immer früher entscheiden, welchen Beruf oder welche konkrete Lehrstelle sie antreten wollten. Oft erfolgte die Lehrstellenvergabe schon vor den Sommerferien in der zweiten Oberstufe. «Eine Fehlentwicklung», wie Simon Schwerzmann, Lehrer an der Oberstufe Mittelrheintal in Heerbrugg, in seinem Kurzvortrag im Rahmen der Veranstaltung «Credo Fairplay 1.9» konstatierte. «In diesem Alter wissen die Schüler oft noch nicht über sich selbst, ihre Stärken und Schwächen oder ihren Ehrgeiz und ihre Ziele Bescheid.»

Voreilige Vergabe vermeiden

Simon Schwerzmann ging mit den anderen Vortragenden Nick Huber, SFS Group Heerbrugg und Vorstandsmitglied des veranstaltenden Arbeitgeberverbands Rheintal (AGV), Ivo Riedi, SFS Group, und Felice Baumgartner von der Berufs- und Laufbahnberatung Altstätten einig, dass voreilige Lehrstellenvergaben verhindert werden müssen, um Fehlentscheidungen oder vorzeitige Lehrabbrüche zu vermeiden.

Deshalb wurde durch den AGV vor einem Jahr die Aktion «Credo Fairplay 1.9» lanciert. Dies bedeutet eine freiwillige Verpflichtung der teilnehmenden potenziellen Arbeitgeber, Lehrstellen nicht vor dem 1. September des Lehrstellenjahres zu vergeben.

Gute und sehr gute Erfahrungen

Über 150 Rheintaler Betriebe aus Industrie, Gewerbe und öffentlicher Hand hatten sich dieser Aktion angeschlossen und damit den Jugendlichen, aber auch sich selbst mehr Zeit eingeräumt, um eine der wichtigsten Entscheidungen des Lebens, die Berufswahl, zu treffen. Mit überwiegend guten und sehr guten Erfahrungen.

So lautete jedenfalls das Ergebnis der repräsentativen Umfrage zur Einführung von «Fairplay 1.9», die bei Schulvertretern, Eltern und Unternehmen durchgeführt wurde. Ivo Riedi berichtete, dass zwischen sechzig respektive siebzig Prozent aller Beteiligten mit dem Resultat der Aktion zufrieden oder sehr zufrieden waren. Auch der für die Lehrstellenvergabe vereinbarte Stichtag am 1. September wurde überwiegend als passend empfunden, während die Vertreter der Schulen für einen späteren Stichtag plädierten.

In der von Gregor Loser geleiteten Podiumsdiskussion, die unter reger Beteiligung des Publikums stattfand, verwies Remo Kluser als Vertreter des Arbeitgeberverbandes Liechtenstein darauf, dass man dort schon zehn Jahre Erfahrung mit der konzertierten Vergabe der Lehrstellen ab einem Stichtag habe, der sogar erst auf den 1. November gelegt worden sei.

Bessere Kommunikation

Allgemein stimmten die Diskussionsteilnehmer überein, dass zur Verbesserung des «Credo Fairplay 1.9» mehr Vertrauen und Offenheit sowie eine bessere Kommunikation dieses Gedankens auch an die Gewerbebetriebe nötig sei. Ebenso müsse noch darüber nachgedacht werden, ob der Stichtag tatsächlich nach hinten verschoben werden könnte und wie den betroffenen Schülern die nötige Bedenkzeit für die Auswahl der angebotenen Lehrstellen eingeräumt werden kann.

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