Heerbrugg
Die SBB-Unterführung beim Bahnhof Heerbrugg wird saniert – wieso sie nicht gesperrt werden muss

Im Sommer saniert der Kanton die SBB-Unterführung beim Bahnhof Heerbrugg. Sie wird nicht gesperrt.

Monika von der Linden
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Autos und Lastwagen werden auf verengten Spuren im Gegenverkehr geführt. Der Fuss- und Veloweg wird geschlossen. Die Arbeiten beginnen auf der rechten Seite in Blickrichtung.

Autos und Lastwagen werden auf verengten Spuren im Gegenverkehr geführt. Der Fuss- und Veloweg wird geschlossen. Die Arbeiten beginnen auf der rechten Seite in Blickrichtung.

Bild: Monika von der Linden

Fährt man beim Bahnhof am Südportal in die Strasse unter der SBB-Unterführung ein, prangt die Jahreszahl 1981 über der Fahrbahn. Nach drei Jahrzehnten des Betriebs ist nun eine Instandsetzung nötig. Der Kanton führt sie im Zeitraum vom 17.Mai bis 30.September durch.

Vor einem Jahr liess der Kanton die SBB-Unterführung turnusgemäss reinigen. Zusätzliche Untersuchungen ergaben, dass teilweise sowohl der Beton als auch der Belag Schaden genommen hatten. «Anhand von Bohrungen stellten wir fest, dass besonders bei den Portalen die Karbonisierung im Beton fortgeschritten ist», sagt Adrian Hörler, Projektleiter Kunstbauten beim Kanton St.Gallen.

Das heisst, der Schutz der Bewehrungen vor Korrosion ist eingeschränkt. Folglich werden der Beton ab- und eine neue Beschichtung aufgetragen – an den Wänden neben der Fahrbahn drei Meter hoch, neben dem Fuss- und Veloweg komplett. «Neu sieht die Oberfläche dann aus wie in einem Tunnel.»

Die Fahrbahn für Motorfahrzeuge ist in Ordnung und wird nicht ersetzt. Hingegen werden der Belag und die Schächte des Fuss- und Veloweges ausgetauscht, ebenso das Geländer erneuert. Weiter lässt der Kanton die Beleuchtung ersetzen. Die Arbeiten führt er nicht selbst aus und sind auch nicht in den veranschlagten Kosten von etwa 0,5 Mio. Franken enthalten.

Der Verkehr wird nur gering beeinträchtigt

In der gut vier Monate dauernden Sanierungszeit bleibt die Überführung für Motorfahrzeuge offen. Die Fahrstreifen werden auf 3,50 Meter verengt. So kann der Verkehr zweispurig geführt werden. «Eine Ampelanlage vor den Portalen zu installieren, würde nordwärts einen Rückstau in die Entenbadkreuzung hinein verursachen», sagt Adrian Hörler.

Das Tempo wird auf 30km/h reduziert. Staue sich der Verkehr südwärts, sei es schon die 50km/h gefährlich. Der Kanton sieht davon ab, die Baustelle grossräumig zu signalisieren und den Verkehr via Grenzübergang Habsburg gezielt umzuleiten. «Wir haben das mit dem Strassenkreisinspektorat und der Kantonspolizei überlegt.»

Es ist möglich, dass ausländische Lastwagenfahrer die Signalisation missverstehen oder -achten und in der Unterführung stecken bleiben. Die Verkehrsführung ist von vornherein so ausgelegt, dass Lastwagen passieren dürfen.

«Viel mehr Stau wird es nicht geben», sagt der Projektleiter. Nach einigen Tagen pendle sich der Verkehr erfahrungsgemäss ein. Bei einem 30er- Tempo und Stau laufe der Verkehr flüssiger, ebenso durch den Zweispurbetrieb. Ausserdem bleibt die Bahnunterführung bei der Stern-Garage in der Unterdorfstrasse offen.

Der Fuss- und Radweg wird hingegen geschlossen. «Der in Kauf zu nehmende Umweg ist nur gering», sagt Adrian Hörler. Velofahrer können die separate Unterführung gleich nebenan nutzen, Fussgänger zusätzlich die im Bahnhof.