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HEERBRUGG: Biografie eines Arbeitssuchenden

Im Bistro Madlen versammelte sich am Mittwochabend die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur (RGML) zur Jahresversammlung und zu einer Lesung mit Reni Villiger.
Max Pflüger
Im Anschluss las die Oberländer Autorin Reni Villiger. (Bild: mp)

Im Anschluss las die Oberländer Autorin Reni Villiger. (Bild: mp)

Die Autorin Reni Villiger aus Flums liess sich von einem älteren Migranten aus dem Süden aus seinem Leben erzählen und schrieb dessen Biografie in einem Buch nieder. Im Anschluss an die RGML-Hauptversammlung las sie aus ihrem Werk vor.

Vorgängig blickte Präsident Meinrad Vögele in kurzen Zusammenfassungen auf die sechs erfolgreichen Anlässe zurück, zu denen die RGML in der ablaufenden Saison eingeladen hatte. Mit dem Orgel-plus-Konzert in der evangelischen Kirche Rheineck letzten November bis zur Löwenhofserenade bei herrlicher Witterung am 17. Juni reihten sich die kulturellen Perlen. Auch im neuen Vereinsjahr werden wiederum sechs attraktive Veranstaltungen angeboten (siehe Kasten).

Die erfreulich positiv abschliessende Rechnung präsentierte Jean-Pierre Frey. Der Rechnung sowie den Anträgen der Revisoren stimmten die RGML- Mitglieder ohne Diskussion und einstimmig zu.

Protagonist will anonym bleiben

Wer ihr sein Leben erzählt hat, verrät Reni Villiger nicht. Der Mann, der heute noch irgendwo im Rheintal lebt, will anonym bleiben. So schreibt und spricht Reni Villiger immer nur vom «mein Erzähler». Geboren und aufgewachsen ist er auf einer kleinen Insel im Süden, die die Autorin von vielen Wanderferien her gut kennt.

Wo? Auch das verrät sie nicht. Nur aus dem Zusammenhang kann man darauf schliessen, dass es sich um eine der zu Griechenland gehörenden kleinasiatischen Inseln handeln könnte. In einfacher Sprache, unverschnörkelt, doch mit sehr viel Mitgefühl mit dem Migranten erzählt Vil­liger seine Geschichte nach. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes ohne Zukunftsperspektive in der Heimat, der sich als Arbeitssuchender Ende Sechziger- oder Anfang Siebzigerjahre die Schweiz zum Ziel gewählt hat. Sein älterer Bruder war schon früher ausgewandert, in Zürich findet er ihn und damit ein Stück Heimat wieder.

Bewunderung dem Erzähler gegenüber

Es ist die Geschichte einer geglückten Integration. Der «Erzähler» lernt Deutsch, findet Arbeit, heiratet die Frau, die er auf seinem persönlichen Exodus unterwegs in Italien kennen­gelernt hat. Er hat seinen Weg ins Leben gefunden und ist im Herzen dennoch immer der fernen Heimat im Meer treu ge­blieben.

Reni Villiger schreibt seine Biografie durch die Brille schon fast journalistischer Objektivität. Sie lässt dabei aber ihre Bewunderung für die Zielstrebigkeit und den Durchhaltewillen des Erzählers immer wieder spürbar werden.

Max Pflüger

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