HC Rheintal verpasst Sieg um eine Sekunde 

Das 2.-Liga-Derby zwischen dem HC Rheintal und Goldach-Rorschach endet leistungsgerecht mit 29:29 (13:12).

Yves Solenthaler
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Fabio Rohrer erzielte aus dem linken Rückraum fünf Tore für den HC Rheintal, der sich gegen Goldach-Rorschach aber mit einem Unentschieden begnügen muss.

Fabio Rohrer erzielte aus dem linken Rückraum fünf Tore für den HC Rheintal, der sich gegen Goldach-Rorschach aber mit einem Unentschieden begnügen muss.

Bild: ys

Elf Sekunden waren noch auf der Match-Uhr, als Imre Domokros die Gastgeber in Heerbrugg in Führung warf. Vier Sekunden vor Schluss leistete sich der Ungar für ein brachiales Foul eine rote Karte. Die kurze verbleibende Laufzeit nutzte Lukas Nater zum 29:29-Ausgleich für Goldach-Rorschach. Nach 59 Minuten und 59 Sekunden.

Domokos erzielte vier seiner sieben Treffer in den letzten fünf Minuten. Dagegen vergab der mit neun Treffern beste Rheintaler Schütze, Andras Szalpal, anderthalb Minuten vor Schluss die Chance zum vorentscheidenden 2-Tore-Vorsprung für die Gastgeber.

HC Rheintal nur in der Startphase überlegen

Im ersten Spiel der Rückrunde fehlte den Rheintalern nur wenig zum Sieg. Aber die Gäste verdienten sich das Unentschieden. «Das ist genau das richtige Resultat», sagt Rheintals Trainer Lajos Szövetes.

Das lag zum Teil daran, dass der HC Rheintal nicht konstant an die vor Weihnachten gezeigten Leistungen anknüpfte. Fehlwürfe in wichtigen Augenblicken, so wurden drei von sieben Penaltys verschossen, ärgerten Szövetes besonders.

Dass der HC Rheintal im zwölften Spiel nicht zum zehnten Sieg kam, hatte aber vor allem mit dem Gegner zu tun: Der HC Goldach-Rorschach spielte nicht, wie man es von einem Neuntklassierten erwarten würde. Die Leistung von den Gästen kann ein Beleg sein für die Ausgeglichenheit der Liga – oder ein Hinweis darauf, dass sie sich in der zweiten Saisonhälfte verbessern.

Nur in den ersten zehn Minuten war Goldach-Rorschachs Trainer Andreas Dittert über die Vorstellung seiner Spieler sichtlich verärgert. Aber die Rheintaler 7:3-Führung nach zehn Minuten hatte nicht lange Bestand. In den restlichen 20 Minuten bis zur Pause verleitete die Goldacher Defensive die Rheintaler Angreifer immer wieder zu Fehlern und im Angriff waren Paulo Aperdannier (7 Tore) sowie vor allem Lukas Nater (8 Tore) weniger verschwenderisch mit ihren Chancen als die Rheintaler Topskorer Szelpal (64% Erfolgsquote), Domokos (63%) und Fabio Rohrer (62%). So lagen die Gäste nach der Pause meistens voraus, aber nur einmal, nach 50 Minuten, mit mehr als einem Tor (25:23).

29 Torerfolge sind auch die durchschnittliche Ausbeute

In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaften ihre Stärken eher in der Offensive. Die Rheintaler Defensive fand nach der Startphase überhaupt nie ein Rezept, um den Gästen zu begegnen. Deshalb hätten die Rheintaler am Samstag 30 Tore gebraucht, um zu gewinnen – das ist viel, für ihre Art zu spielen, aber nicht ungewöhnlich: Ihre durchschnittliche Tordifferenz in dieser Saison beträgt 29:25.

Das zweite Unentschieden der Saison hinterliess beim Heimteam leise Enttäuschung: Die Ansprüche sind gestiegen. Die nächste Chance zum ersten Sieg des Jahres erhalten die Rheintaler am kommenden Sonntag um 16 Uhr in Heerbrugg gegen die SG Blue Win­terthur.

Männer, 2.Liga

Männer, 2. Liga Rheintal – Goldach-Rorsch. 29:29 (13:12) Blattacker – 120 Zuschauer – SR: Engstfeld/Partenheimer.

Rheintal: Horg (24 % Fangquote), Saric (25 %); Szelpal (9 Tore/davon 2 Siebenmeter), Lippuner, Buob (3), Rohrer (5), Szilagyi (3), Morina (2), J. Schwarber, Seitz, Domokos (7/2), Felföldi, Rutz.