Hattrick von Claudia Stilz

Ein umkämpftes Spiel mit zwei vollkommen unterschiedlichen Halbzeiten lieferten sich in der NLA der Frauen die Teams aus Staad und St. Gallen. Die Seemädchen gewannen mit 5:3 (0:1).

Gerhard Huber
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Claudia Stilz (am Ball): Ihre Nationalspielerin hatten die Staader Frauen in den ersten drei Matches der Saison schmerzlich vermisst. Wie wertvoll sie für das Team ist, zeigte Stilz im Derby gegen St. Gallen mit einem lupenreinen Hattrick. (Bild: Ulrike Huber)

Claudia Stilz (am Ball): Ihre Nationalspielerin hatten die Staader Frauen in den ersten drei Matches der Saison schmerzlich vermisst. Wie wertvoll sie für das Team ist, zeigte Stilz im Derby gegen St. Gallen mit einem lupenreinen Hattrick. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Die Ausgangslage war für die beiden Lokalrivalen ähnlich: Beide jagen als Schlusslichter die anderen Teams der Liga vor sich her. Beide hatten sich nach zum Teil hohen Auftaktniederlagen zuletzt gefangen und jeweils auswärts ein 1:1 geholt. Wobei es sich beim Unentschieden gegen Schwyz für die Staaderinnen um eine gefühlte Niederlage handelte, war man doch drückend überlegen und kassierte in der letzten Minute von der aufgerückten Torhüterin der Schwyzerinnen nach einer Standardsituation das Ausgleichstor.

Erste Hälfte gehörte St. Gallen

Die Frauen des FC St. Gallen begannen schwungvoll und erzeugten von Anfang an viel Druck auf das Staader Tor. Schon in der sechsten Minute gelang ihnen das Führungstor – aus etwa 30 Metern beförderte Patricia Willi das runde Leder mit einem Bogenschuss über die zu weit vor dem Tor stehende Staader Torfrau Daniela Hutter hinweg ins Netz. Wobei nicht klar zu erkennen war, ob es sich um einen Torschuss oder eine verunglückte Flanke handelte.

Während St. Gallen weiter überlegen war und vor allem Cinzia Jörg und Patricia Willi immer wieder das Offensivspiel ankurbelten, lief bei den Seemädchen nichts zusammen. Fehlpass reihte sich an Fehlpass, die Laufwege stimmten nicht und die Zweikämpfe wurden nicht angenommen.

Offensives Spiel des FC Staad

Verkehrte Welt in Halbzeit zwei: Die Halbzeitansprache von Trainerin Sissy Raith muss heftig gewesen sein. Die Staaderinnen begannen jedenfalls wie aus der Pistole geschossen. Mit Pressing und offensiver Spielweise – und dem frühen Tor zum Ausgleich in der 48. Minute. Die St. Galler Torhüterin Gsell liess einen Freistoss abprallen, der der zur Pause für die verletzte Meike van Elten eingewechselten Raffaela Bisquolm vor die Füsse fiel, und von dieser eiskalt verwertet wurde.

Von da an gehörte das Spiel dem FC Staad. Claudia Stilz tauchte bei druckvollen Vorstössen auf der rechten Seite und kongenialen Kombinationen mit ihren Mitspielerinnen immer wieder allein vor dem Gästetor auf und erzielte in Minute 58, 65 und 74 einen lupenreinen Hattrick. Der St. Galler Cheftrainer Philipp Riedener verzweifelte schier ob des hilflosen Spiels seiner Kickerinnen.

Überlegenen Sieg fixiert

Die Staaderinnen drückten weiter, erkämpften sich schon im Mittelfeld die Bälle und fütterten damit ihre Offensivspielerinnen. Wie in der 84. Minute, als sich wieder Bisquolm einen genial durch die löchrige St. Galler Verteidigung hindurch gespielten Pass erlief und an der machtlosen Gsell vorbei zum 5:1 einschob.

Den Frauen des FC St. Gallen muss zugute gehalten werden, dass sie nie aufgegeben haben. Doch die Anschlusstore in der Endphase des Spiels gegen nachlässig werdende Staaderinnen zum 2:5 durch Liberati und zum 3:5 durch Jörg waren nur noch Resultatkosmetik.