«Hart, herzlich, erfolgreich»

Das Mentoring-Programm der Berufs- und Laufbahnberatung Rheintal (BLB) ist erfolgreich ins dritte Jahr gestartet. Auch Donika Thaqi fand mit Hilfe ihrer Mentorin einen Ausbildungsplatz.

Andrea Plüss
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Erfolgreiches Tandem hat Grund zur Freude: Donika Thaqi (links) mit Mentorin Alexandra Maria Lucia Baumgartner. (Bild: Andrea Plüss)

Erfolgreiches Tandem hat Grund zur Freude: Donika Thaqi (links) mit Mentorin Alexandra Maria Lucia Baumgartner. (Bild: Andrea Plüss)

Im Januar hatte Martin Hofer von der BLB Donika Thaqis Realklasse B am OZ Kleewies in Diepoldsau besucht und das Mentoring-Programm vorgestellt. Mentorinnen und Mentoren unterstützen dabei ehrenamtlich Schulabgänger bei der Lehrstellensuche oder suchen andere Anschlusslösungen nach dem Schulabgang. Donika Thaqi hatte das Glück, ins Programm aufgenommen zu werden. «Mentoring bekommt nicht jeder», sagt die Schülerin.

15 Tandems – so werden die Zweierteams aus Mentor/-in und Mentee genannt – starteten Anfang diesen Jahres.

Mentoring-Erfahrung

In der BLB lernte Donika im Januar ihre Mentorin Alexandra Maria Lucia Baumgartner kennen. Für die Juristin war Donika Thaqi nicht die erste Mentee; schon 2009 hatte Baumgartner ein Tandem erfolgreich durchgeführt, und dann noch – sozusagen inoffiziell – ein weiteres Mädchen bei der Lehrstellensuche unterstützt.

Ein Zeitungsbericht über ein Tandem, das aufgelöst werden musste, hat Alexandra Maria Lucia Baumgartner seinerzeit bewogen, sich bei der BLB als Mentorin zu melden. «Es ist für mich essenziell wichtig, dass gerade Mädchen mit Migrationshintergrund eine gute Ausbildung erhalten», erklärt die 27-Jährige ihre Motivation. «Zum Glück ist sie jung», beschreibt Donika Thaqi ihren ersten Eindruck von der Mentorin.

Klare Regeln

Donika Thaqi hatte sich bereits viele Male beworben und auch geschnuppert, aber ihrem Ziel, einen Ausbildungsplatz als Coiffeuse, Verkäuferin oder Floristin zu finden, war sie nicht näher gekommen. Gleich im ersten Gespräch stellte Alexandra Baumgartner klare Regeln für die Zusammenarbeit auf: Pünktlichkeit, das Einhalten von Abmachungen, Zustellung aller Bewerbungsunterlagen per E-Mail zur Kontrolle.

«Die Bewerbungsunterlagen müssen top sein, das Anschreiben individuell und engagiert», so Baumgartner. Darüber hinaus musste Donika Thaqi selbst im Internet das Lehrstellenverzeichnis regelmässig nach freien Stellen durchforsten. Über ihre persönlichen Kontakte ermöglichte die Mentorin der Schülerin verschiedene Möglichkeiten zum Schnuppern. «Manche waren gut, andere nicht», beschreibt Donika Thaqi ihre Erfahrungen. Kritisch wurde es für beide im März, als immer noch keine Lehrstelle in Sicht war.

Dann endlich stellte sich der Erfolg ein: Nach einer Schnupperwoche bot die Metzgerei Diethelm in Balgach der Schülerin eine Anlehre als Detailhandelsassistentin an.

Gut aufgehoben

«Es ist nicht schlimm, dass es nicht mein Wunschberuf ist», so Donika Thaqi, «aber ich fühle mich dort wohl, und die Menschen sind nett.

Ich glaube, Herr Diethelm schätzt, dass ich zuverlässig bin und gut mit den Kunden im Geschäft umgehen kann», erklärt sich die 17-Jährige die Gründe für die Zusage. Ihre Arbeit im Tandem sei «hart, herzlich und erfolgreich» gewesen, meint Alexandra Maria Lucia Baumgartner abschliessend. Sie wird aus beruflichen Gründen ein Jahr mit dem Mentoring pausieren, will dann aber wieder ein Tandem bilden.

Informationen zum Mentoring-Programm bei Martin Hofer, BLB, martin.hofer@ed-blb.sg.ch.