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Mittelaltermarkt in Rheineck: Handwerk und Fachkunst

Der Mittelaltermarkt vom 11. und 12. Mai belebt neben anderen Handwerken auch die Zimmermannskunst früherer Zeiten.
Maya Seiler
Noch heute fliegen die Späne, wenn mit Beil und Breitaxt gearbeitet wird. (Bild: Maya Seiler)

Noch heute fliegen die Späne, wenn mit Beil und Breitaxt gearbeitet wird. (Bild: Maya Seiler)

Unter der Leitung von Jakob Forrer (Wald) und Andreas Bodenmann (Rebstein) zeigen junge Zimmerleute, wie man im 14. Jahrhundert Holz bearbeitet hat.

Zimmerleute («zimberliute», vom mittelhochdeutschen «zimber», was Holz bedeutet) gehörten nach den Maurern und Steinmetzen zu den meistbeschäftigten Handwerkern. Sie waren für das Zimmern von Fachwerken, das Aufrichten von Dachstühlen auf Steingebäuden und das Eindecken mit Holzschindeln zuständig. Das ganze Bauholz musste in Handarbeit zugerichtet werden. Zudem konnten sie Aufzüge und Kräne konstruieren und Unterkünfte und Arbeitshütten für die Bauleute erstellen.

Durch die grossen Fachwerkbauten des Mittelalters entwickelte sich der Beruf zu einer regelrechten Kunst. Es brauchte erfahrene Meister, um Rats- oder Zunfthäuser mit Riegelwerk und aufwendigen Dächern zu bauen. Technisches Können und Raumvorstellung waren unerlässlich. Das grosse Berufswissen wurde in Zünften bewahrt und weitergegeben. Diese regelten auch die Ausbildung von Nachwuchs. Die Lehrzeit betrug zwei bis drei Jahre, nach Abschluss der Lehre ging der Geselle meist auf die Walz. Dass Zimmerleute um die mittelalterlichen Wurzeln ihres Berufs wissen, zeigt die Kluft, die sie heute noch zur Walz oder zu besonderen Gelegenheiten tragen. Die Tradition des Zimmermannshandwerks wird am Rheinecker Mittelaltermarkt wiederbelebt. Es wird demonstriert, wie man früher mit der Axt Baumstämme zu Balken zimmerte oder mit dem Tüchelbohrer aus Rundhölzern Leitungen erstellte. Es kommen die Werkzeuge zum Einsatz, die schon im Mittelalter da waren: Hoch- und Breitaxt zum Zuhauen der Stämme, eine Spickschnur zum Markieren weg- zuschlagender Teile, von zwei Männern geführte Sägen, um Balken zu schneiden, Tüchelbohrer, um aus Rundhölzern Wasserleitungen zu erstellen. Mit diesen Geräten wurden früher in strenger Handarbeit die Baumstämme zu Bauholz zugerichtet, mit Hämmern und Zimmermannsnägeln wurden die Balken verbaut.

Neben Zimmerleuten zeigen am zweiten Mai-Wochenende auch der Schmied, der Bogenmacher oder der Steinmetz ihre althergebrachten Handwerke.

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