Handballer über Erwartungen

Der HC Rheintal I übertrifft selbst die Hoffnungen von Optimisten und kann sich heute im sechstletzten Spiel der Meisterschaft vorzeitig den Ligaerhalt sichern. Die junge Mannschaft bewies, was mit Teamgeist und Einsatz möglich ist.

Reto Wälter
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Neo-Trainer Gabor Eder (l.) darf in den Trainings am Mittwoch jeweils auch Spieler aus anderen Teams begrüssen, die die intensive Einheit schätzen. (Bild: Sven Durgiai)

Neo-Trainer Gabor Eder (l.) darf in den Trainings am Mittwoch jeweils auch Spieler aus anderen Teams begrüssen, die die intensive Einheit schätzen. (Bild: Sven Durgiai)

HANDBALL. Die Herren des HC Rheintal sind praktisch mit einer U20 in die Saison 2012/13 gestartet: Nur gerade zwei «20er» und Jürg Bäuerle, der mit Gabor Eder das Traineramt übernahm, drücken den Altersschnitt Richtung 20.

Es war klar, dass diese junge Mannschaft im körperbetonten Handball in erster Linie um den Ligaerhalt spielen würde. Als Eder vor dem Meisterschaftsstart sagte, dass diese Mannschaft aber in die 3. Liga gehöre, tönte dies nach Zweckoptimismus, den ein Trainer nun einmal verströmen muss. Nach zehn von 16 Spielen liegt der HCR nun auf Platz sechs, obwohl er noch weniger Spiele auf dem Konto hat als die Konkurrenten. Wird so weitergespielt wie bisher, wäre ein Mittelfeldplatz die logische Konsequenz.

Zu Hause ungeschlagen

Beeindruckend ist, dass die Rheintaler bisher sogar alle Heimspiele gewinnen konnten. «Unsere Stärken sind der Teamgeist und der Einsatzwille», sagt Gabor Eder und erklärt dies gleich am Beispiel der höchsten Saisonniederlage, die man gegen den derzeitigen Leader, den HC Stadtbären 05, einstecken musste. 16:32 hiess es am Schluss, aber bis zur Pause war den jungen Mannen mit 7:22 eine Lektion erteilt worden. Statt sich hängen zu lassen, besannen sie sich auf ihre Tugenden und konnten die zweite Hälfte mit 9:10 ausgeglichen gestalten und ärgerten die Bären dabei gehörig.

Strategie konsequent umgesetzt

Sie setzten dabei die «mit dieser Mannschaft einzig mögliche Spielstrategie», um, die für Eder schon vor der Saison klar war. Die körperlichen Defizite werden mit Schnelligkeit kompensiert. In der Defensive sind sie schnell am Mann, und bei Ballgewinn wird sofort umgeschaltet, denn auch an Werfern fehlt es bei den Rheintalern. Das drückt sich auch im Torverhältnis von 226:257 aus. Der HCR schoss am wenigsten Tore, liegt aber auf Rang drei, was die Gegentreffer anbelangt. Mit dem Konzept, schnellen und einfachen Handball zu spielen, will man nun heute in und gegen Herisau (15.30 Uhr, Sportzentrum Herisau), den zweitletzten der Tabelle, den Ligaerhalt frühzeitig sichern. Damit hätte man eine schwierige Saison mühelos überbrückt und könnte erwartungsfroh nach vorne schauen. Denn mit über 100 Junioren im Rücken wird das Eins auch in Zukunft jung bleiben.

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