Gute Startposition ergattert

Dem 22-jährigen Thaler Mountainbike-Profi Thomas Litscher ist der Auftakt zum Weltcup gelungen: In Pietermaritzburg (Südafrika) fuhr er wie gestern kurz berichtet mit der Startnummer 43 auf den 21. Platz. Somit kann Litscher im nächsten Weltcuprennen von dieser Position aus starten.

Yves Solenthaler
Drucken
Teilen
Spass an der technisch anspruchsvollen Strecke: Thomas Litscher fuhr beim Weltcup-Auftakt in Südafrika auf den 21. Rang. (Bild: Armin Küstenbrück)

Spass an der technisch anspruchsvollen Strecke: Thomas Litscher fuhr beim Weltcup-Auftakt in Südafrika auf den 21. Rang. (Bild: Armin Küstenbrück)

Mountainbike. «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis», sagt der Thaler. Das erste Weltcuprennen – es war nicht nur der Saisonauftakt im Weltcup, sondern auch eine Premiere auf dem afrikanischen Kontinent – ist deshalb besonders wichtig, weil es über die Startreihenfolge im nächsten Weltcuprennen entscheidet. Somit kann Litscher am 22. Mai in Dalby Forest (England) mit der Nummer 21 starten: «Das ist ein grosser Vorteil: Bis ich von der Position 43 aus nach vorne gefahren bin, ist die Spitze schon ausser Reichweite. Vom 21. Startplatz aus habe ich eher die Möglichkeit, in einer vorderen Gruppe Unterschlupf zu finden.»

Trotz Krankheits-Pause in Form

Dabei ist die Vorbereitung auf das erste wichtige Rennen der Saison nicht optimal verlaufen: Die Wochen nach dem zehnten Rang beim Racer Bikes Cup in Schaan waren für Thomas Litscher von Krankheit geprägt. Erst in Südafrika, wo der Thaler mit seinem neuem Team Felt-Ötztal-X-Bionic eine Woche vorher angereist war, konnte er im Training wieder voll belasten. Während einer Woche trainierte er mit seinen Teamkollegen auf dem neuen Weltcup-Parcours in Pietermaritzburg. Im südafrikanischen Herbst war es ein bisschen wärmer als zurzeit in der Ostschweiz, aber die Temperaturen waren noch immer angenehm (ca. 24 Grad Celsius). Spass gemacht hat ihm das Training in Südafrika aber nicht primär wegen des Wetters, sondern «weil mir die Strecke so gut gefiel».

Denn der Parcours war speziell – nebst üblichen Cross-Country-Unterlagen (Wurzelstöcke, Schotter und Wiesenpfade) gab es in Südafrika Passagen mit Steinplatten, die hohe technische Anforderungen an die Biker stellten: «Genau so, wie es mir gefällt.»

Drittbestes Weltcup-Resultat

Ebenfalls nach Litschers Geschmack verlief dann auch das Rennen in Afrika. Im auf sechs Runden angesetzten Wettkampf konnte er sich nach drei Schlaufen bis in die Top 15 nach vorne kämpfen. «Danach erwischte ich einen kurzen Hänger und bin deshalb auf den 23. Platz zurückgefallen. Im Weltcup ist das Niveau halt derart hoch, dass man schnell ein paar Plätze verliert», sagt Litscher. Davon konnte er sich aber wieder erholen und bis ins Ziel noch zwei Konkurrenten abfangen. Mit dem 21. Rang erzielte er das drittbeste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. 2010 war er nur in Champéry VS (15.) und im deutschen Offenburg (20.) noch besser klassiert.

WM-Rennen in der Schweiz

In Champéry geht am 2. September Litschers grosses Saisonziel über die Bühne: An den U23-Weltmeisterschaften in der Westschweiz will er nach Bronze (2009) und Silber (2010) die Goldmedaille gewinnen. Den direkten Vergleich mit seinen Konkurrenten im WM-Rennen hat Litscher im Weltcup aber nur bedingt. Denn seit dieser Saison gibt es auch eine U23-Weltcupwertung: «Weil ich aber letztes Jahr schon in der Elite gefahren bin, wäre es ein Rückschritt gewesen, wieder an den U23-Rennen zu starten.» Zudem gibt es in der Elite mehr Punkte für das Ranking des internationalen Velo-Verbandes (UCI) zu gewinnen. Die meisten von Litschers U23-Konkurrenten starten aber eine Klasse tiefer: «Ich kann zwar die Rundenzeiten vergleichen, weil die U23 aber eine Runde weniger zu bestreiten hat, sind diese nicht sehr aussagekräftig.» Nur ein niederländischer U23-Fahrer startet ebenfalls in der Elite: «Diesen habe ich in Südafrika deutlich hinter mir gelassen.» Den direkten Vergleich hat Thomas Litscher in den Rennen des Schweizer Racer Bikes Cup und der deutschen Bundesliga, wo es keine U23-Kategorien gibt.

Das Ergebnis in Südafrika ist umso höher einzuschätzen, weil Litscher nach dem Racer Bikes Cup in Schaan vor einem Monat keine weiteren Rennen mehr bestreiten und sich deshalb nicht die nötige Wettkampfhärte aneignen konnte. Trotzdem konnte er in Südafrika schon eine gute Frühform beweisen. In Haiming bei Landeck (Tirol) und eine Woche später in der Bundesliga sind weitere Renneinsätze geplant, bevor dann nach einem rennfreien Wochenende innert einer Woche die nächsten Weltcuprennen in England und Deutschland stattfinden.

Seit dieser Saison Profi

In dieser Saison kann Litscher erstmals als Vollprofi trainieren: «Dadurch kann ich mir das Training besser einteilen und habe mehr Erholungsphasen.» Den Trainingsplan gestaltet Litschers persönlicher Trainer Bruno Diethelm, für die Massage steht ihm der in Heiden praktizierende Physiotherapeut Thomas Meier zur Verfügung. Dieser Thomas hat seinem Namensvetter aus Thal (noch) etwas voraus: Er konnte als Mitglied des medizinischen Teams von Swiss Olympics an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teilnehmen.