Gut gefilmt

Im Wahlkampf ist es für Politiker längst ein Muss: das Video. Die Parteien haben das Medium für sich entdeckt – meist zum Leidwesen der Zuschauer. Zuletzt war es die SVP, die sich mit ihrem neusten Schlager «Wo en Willy isch, isch ou e Wäg» vermutlich mehr Spötter als Wähler einbrachte.

Seraina Hess
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Im Wahlkampf ist es für Politiker längst ein Muss: das Video. Die Parteien haben das Medium für sich entdeckt – meist zum Leidwesen der Zuschauer. Zuletzt war es die SVP, die sich mit ihrem neusten Schlager «Wo en Willy isch, isch ou e Wäg» vermutlich mehr Spötter als Wähler einbrachte. Aber sie ist nicht die einzige, die es mit singenden und schunkelnden Politikern zu gut meinte; die FDP aus dem aargauischen Reinach sang bereits 2012 Wahlsprüche in die Kamera und erntete dafür viel Häme.

Dass ausgerechnet ein Politiker aus dem Rheintal aus dem Peinlichkeits-Raster fällt, hätten wir nicht erwartet. Die CVP Kanton St. Gallen veröffentlichte kürzlich ein Video von Thomas Ammann, Anwärter für den Kantons- und Ständerat. Ammann tat gut daran, aufs Singen zu verzichten; der Beitrag ist solide geraten. Abgesehen von gestellten Happy-Family-Aufnahmen, nachdenklichen Blicken auf Rüthi und auswendig gelernt wirkenden Texten hat das Video Vorbildcharakter. Denn Ammann hat eines nicht vergessen. Auch wenn das Medium unendliche Möglichkeiten bietet, soll es am Ende nur etwas: die potenziellen Wähler über die eigenen Standpunkte informieren.

seraina.hess.@rheintalmedien.ch