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Guggenpräsi wird Obervogel

REBSTEIN. Obervogel zu werden ist in Rebstein eine ganz besondere fasnächtliche Ehre. Gestern wurde sie Roger Keel zuteil. Er ist das 24. Mitglied des närrischen Schwarms.
Max Tinner
Konfetti regnen lassen kann er schon wie ein langjähriger Obervogel: Roger Keel, das frisch ausgebrütete Küken Nr. 24. (Bild: Max Tinner)

Konfetti regnen lassen kann er schon wie ein langjähriger Obervogel: Roger Keel, das frisch ausgebrütete Küken Nr. 24. (Bild: Max Tinner)

Seit über 20 Jahren wird jährlich am Freitagabend vor der Rebschter Dorffasnacht ein Dorforiginal von den bereits seit längerem fasnächtlich erprobten Obervögeln überrumpelt, in ein altes Leintuch gehüllt, mit einer Hennenmaske kaschiert, unter sich bedrohlich anhörenden Trommelwirbeln auf den Dorfplatz geschleppt, hier der Bevölkerung zur Schau gestellt und schliesslich entlarvt und in einen Käfig gesteckt.

Geschlachtet wird das Küken nicht – aber den ganzen Abend gefeiert, in einer Beiz nach der anderen. Gestern musste Roger Keel dieses Prozedere über sich ergehen lassen. Da er in der Rebsteiner Guggenmusik trompetet (mehr noch: er war 2001 Mitgründer der Burgtätscher und präsidiert die Guggenmusik zurzeit), fiel den Obervögeln das Einfangen des Kükens dieses Jahr besonders leicht. Schliesslich sind die Burgtätscher an jeder Obervogel-Kür dabei.

Eingeschlichener Obervogel

Obervogel Urs «16» Hartert mischte sich mit übergezogenem Kükenkostüm unter die bei der katholischen Kirche wartenden Guggen, um den Anschein zu erwecken, man sei des «Opfers» bereits habhaft geworden und so gut wie bereit für den Marsch auf den Dorfplatz. Keel wurde mit einem Vorwand aus der Menge gezogen – und schon hatte man ihn. Kaum ein Burgtätscher realisierte es; eingeweiht war nur einer. Wenigen weiteren fiel bei der Prozession zum Dorfplatz hinab lediglich auf, dass Keel plötzlich fehlte.

Kriterien für die Auswahl des Obervogels ist nebst seinem Engagement für die Fasnacht und das Vereinsleben auch, dass er gelegentlich Pechvogel ist und Stoff für die Fasnachtszeitung, den «Räbschter Beobachter», hergibt. Laudator Benno «9» Keel wusste so manches Müsterchen aus Roger Keels Sündenregister zu berichten. Besonders mit Fahrzeugen scheint der neue Obervogel auf Kriegsfuss zu stehen. Das erste Töffli habe der Obervogel 24 zusammengelegt, bevor er die Töffliprüfung im Sack hatte, sein Auto habe er schon zweimal mit Benzin betankt, obwohl unter der Haube ein Dieselmotor steckt, und die Stossstange des mütterlichen Autos habe er bestimmt schon dreimal demoliert, so dass die Schadensmeldungen für die Versicherung gleich hätten kopiert werden können. Keel sei aber auch sehr gesellig und oft einer der letzten, die von einem Fest heim gehen. Und er trage auch immer wieder in OKs zum Gelingen des jeweiligen Fests bei.

Eingeschlichene Perchtenwiiber

Umrahmt wurde die Obervogel-Präsentation nebst von den Burgtätschern von den Sickerli-Gugge aus Widnau und den Rhii-Jooli aus Rüthi. Ausserdem schlichen zur Freude des Publikums plötzlich die schaurigschönen Perchtawiiber durch die Menge.

Heute Samstag ab 13.51 Uhr ist in Rebstein Fasnachtsumzug über die Alte Landstrasse zum Progy. Im Anschluss, ab etwa 15.15 Uhr, ist Kindermaskenball in der Progy-Halle. Ab 20 Uhr herrscht dort fröhliches Maskentreiben für die Erwachsenen. Details auf www.räbschterdorffasnacht.ch.

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