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Gschwend will einen Gallentag

Der Altstätter Kantonsrat Meinrad Gschwend schlägt der Regierung vor, einen zusätzlichen Feiertag zu prüfen: den Gallentag zu Ehren von Gallus, dem Namensgeber unseres Kantons. Klar dagegen ist die Wirtschaft, wie der Vertreter des Rheintaler Arbeitgeber-Verbands sagt.
Samuel Tanner
Ein Feiertag für Gallus, der hier auf dem Relief im St. Galler Dom zum Schlag gegen Götzenbilder ausholt. (Bild: Archiv/pd)

Ein Feiertag für Gallus, der hier auf dem Relief im St. Galler Dom zum Schlag gegen Götzenbilder ausholt. (Bild: Archiv/pd)

Über dreihundert Anlässe gibt es in diesem Jahr, bei denen die Organisatoren den Patron des Kantons St. Gallen und teilweise sich selbst feiern. – Gallus-Jahr nennt sich das Projekt.

Auch der Altstätter Kantonsrat und Journalist Meinrad Gschwend führt Veranstaltungen durch. Etwa dreissig Wanderungen, die von der Kultur ganz generell und von Gallus im Speziellen handeln.

Und bei all den Festen, Ausstellungen und Meditationen zum 1400-Jahr-Fest der Ankunft Gallus' im heutigen St. Gallen kam Meinrad Gschwend die Idee, einen Gallentag einzuführen. Einen Feiertag am 16. Oktober.

Wobei einführen nicht das richtige Wort ist: Bis 2004 galt dieser 16. Oktober zumindest in der öffentlichen Verwaltung als Feiertag. Andere Institutionen wie die Uni in St. Gallen feierten diesen Tag sogar noch länger, wie Gschwend sagt.

Gschwend: «Bedürfnis grösser»

Nun, im aktuellen Jahr, da Gallus wieder omnipräsent ist, glaubt Kantonsrat Meinrad Gschwend erkannt zu haben, dass das Bedürfnis wieder grösser geworden ist, «diesen Tag feierlich zu begehen».

Das schreibt der Parlamentarier der Grünen in einer einfachen Anfrage, die er an die Regierung gesendet hat. Sein Anliegen ist für die Regierung unverbindlich, aber das Ziel von Gschwend ist es, dass sie sich zum Thema äussern muss.

Er will wissen, wie sich der Regierungsrat zur Wiedereinführung des Gallus-Tages stellt. Wo er die Vorteile einer solchen Aktion sähe. Ob man den Berchtoldstag (2. Januar) mit einem Gallentag tauschen könnte. Und wo der Rat andere Möglichkeiten sähe, um diesen 16. Oktober aufzuwerten.

Eine Antwort steht noch aus.

Als Meinrad Gschwend auf Anfrage seine Argumente präsentiert, tönt er aber, als befände er sich bereits im Wahlkampf für eine mögliche Initiative. Es gibt verschiedene Arten, für diesen zusätzlichen Feiertag zu werben. Die religiöse, die soziale, die statistische, die populäre.

Bistum bereits überzeugt

So sagt Meinrad Gschwend: «Es gibt keinen anderen Kanton mit einem heiligen Namensgeber. Gallus war prägend für unseren Kanton – nicht nur für das Kloster, das dann nach ihm benannt wurde.» Soweit die religiöse Sicht – von der sich das Bistum bereits überzeugen liess, wie ein Sprecher gegenüber DRS1 sagte.

Zum sozialen Argument: Meinrad Gschwend sagt, jeder Spitzenläufer wisse, dass eine Pause an der richtigen Stelle gut tut. Und adaptiert das Bild dann für die Arbeitnehmer: «Wir könnten mit diesem Feiertag einen Gegenpunkt setzen in dieser hektischen und dauernd arbeitenden Gesellschaft.»

Andere Kantone feiern öfter

Zumal, so ein weiterer Punkt in Gschwends Begründung, der Kanton St. Gallen derzeit nur acht offizielle Feiertage kennt. Er sagt: «Im Vergleich mit dem Kanton Aargau etwa ist das sehr wenig. Da feiert man dreizehn Tage.»

Bleibt das letzte Argument, das populärste dazu. Ein zusätzlicher Feiertag kommt immer gut an. – Meinrad Gschwend sagt: «Ich habe das Gefühl, das Anliegen stiesse in der Bevölkerung auf Zuspruch.»

Vielleicht vor allem darum, weil der 16. Oktober mitten in der Olma-Zeit liegt. Gschwend weiss um diese Konstellation, er will aber die anderen Vorteile betont haben.

«Wenn an Ostern niemand frei bekäme, wäre die Auseinandersetzung mit der Auferstehung von Jesus wohl kleiner. Ein Feiertag soll etwas auslösen!», sagt der Altstätter Kantonsrat.

Auf den Einwand hin, die Wirtschaft habe wohl keine Freude an seiner Idee, sagt Gschwend: «Eine Diskussion wie diese darf nicht nur aus der Sicht der Wirtschaft geführt werden.»

Und tatsächlich: Thomas Bolt, Sekretär des Rheintaler Arbeitgeber-Verbands, zeigt sich überhaupt nicht begeistert von der Idee des Meinrad Gschwend. Bolt begründet: «Unsere Wirtschaft hat es im Moment sowieso schwer. Ein weiterer Feiertag käme da völlig ungelegen.» Die Bedeutung von Gallus wolle er nicht schmälern, aber eine solche Aktion liege derzeit einfach nicht drin. – Bolt sagt: «Wir haben genug Feiertage. Zudem sind Ferien und Wochenenden zur Erholung da.»

Meinrad Gschwend hat mit einer solchen Antwort gerechnet. Er glaubt auch nicht, dass der St. Galler Regierungsrat positiver reagieren wird.

Deshalb hat der Kantonsrat der Grünen auch schon an eine Initiative für den Gallentag gedacht. – Gschwend sagt: «Wenn eine Gruppe für diesen zusätzlichen Feiertag kämpfen will, bin ich sofort dabei.»

Gallus wird uns also auch nach dem Jubiläumsjahr noch beschäftigen. Oder im gegebenen Fall entlasten.

Meinrad Gschwend

Meinrad Gschwend

Thomas Bolt

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