Gruppensieger scheitern im Halbfinal

Dass es beim Raiffeisen-Cup keine wirklichen Favoriten gibt, bewies die 18. Auflage einmal mehr: Gastgeber Widnau und Rüthi siegten in der Vorrunde, unterlagen jedoch im Halbfinal. lnterregio-Teilnehmer Altstätten wurde in der Gruppe A gar Letzter. Drittligist Rheineck stand im Final.

Raffael Zanoni
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Der FC Montlingen gewinnt das 18. Widnauer 2./3.-Liga-Hallenturnier. Im Final bezwingen die Kolbensteiner Rheineck mit 2:0. (Bilder: Raffael Zanoni)

Der FC Montlingen gewinnt das 18. Widnauer 2./3.-Liga-Hallenturnier. Im Final bezwingen die Kolbensteiner Rheineck mit 2:0. (Bilder: Raffael Zanoni)

FUSSBALL. Das Widnauer Hallenturnier lebt in erster Linie von der Unberechenbarkeit: In 14-minütigen Duellen ist es kaum möglich, den Mannschaften bestimmte Rollen zuzuschreiben. Ausserdem scheinen die Vereine die Veranstaltung sehr unterschiedlich ernst zu nehmen. Manche Teams treten mit Trainer an, andere ohne.

Gerade diese lockere Einstellung hat am vergangenen Wochenende zu witzigen Anekdoten geführt. Etwa im Halbfinal zwischen Widnau und Montlingen, das beim Stand von 1:1 durch ein Penaltyschiessen entschieden werden musste: FCM-Goalie Martin «Ox» Baumgartner hielt den ersten Schuss und sicherte sich und den Kollegen so den Finaleinzug. Nach je drei Schüssen verliessen beide Mannschaften bereits das Feld, ehe der Speaker die Herren darauf aufmerksam machte, dass in der Regel fünf Penalties pro Team zur Verfügung stehen. Die vier zusätzlichen Schüsse änderten am Verlauf jedoch nichts mehr. Alle Kolbensteiner trafen und der aktuelle 2.-Liga-Leader stand im Endspiel.

Torhüter-Tor

Auch im Final gegen Rheineck waren die Montlinger für eine Überraschung gut. Nach rund neun Minuten gingen sie durch den stark aufspielenden Mentor Memeti in Führung. Danach versuchten sie mit aller Kraft, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Im Grossen und Ganzen gelang das – 20 Sekunden vor Schluss mussten die Roten aber noch einmal zittern. Rheineck-Captain Chiarello wurde brutal gefällt, die Städtli-Kicker erhielten einen Freistoss aus nächster Distanz. Standesgemäss kam auch der Rheinecker Keeper mit nach vorne, der Abschluss landete jedoch in der Mauer. FCM-Goalie Baumgartner schaltete schnell und kickte den Ball zum 2:0-Endstand ins leere Tor.

Unmittelbar vor dem Final duellierten sich Widnau und Rüthi um den dritten Platz. Die Gastgeber gingen früh in Führung, mussten aber unmittelbar danach den Ausgleich hinnehmen. Nach sechs Minuten brachte der von Montlingen ausgeliehene Haltiner Rüthi erstmals in Front. Erneut nur Sekunden danach fiel der Ausgleich: Ogün Hot – aufgrund seiner technischen Fähigkeiten ein guter Hallenfussballer – traf nach einer Einzelaktion. Dennoch rundeten die Oberrheintaler ihren starken Auftritt mit dem dritten Platz ab. Abermals war es Haltiner, der mit einem legeren Freistoss alle Widnauer übertölpelte.

St-Blaise blieb blass

Die französischsprachigen Gäste aus Neuenburg verliehen dem Turnier einen Hauch von nationaler Bedeutung. Spielerisch überzeugten sie hingegen nicht und wurden Letzter der Gruppe B. Hätte es zusätzlich zu den Halbfinals weitere Rangierungsspiele gegeben, wären sie im Duell um die Rote Laterne auf Altstätten getroffen. Der Interregio-Vertreter konnte nur ein Spiel gewinnen und wurde ebenfalls Letzter.

Den einzigen Sieg holte Altstätten gegen Finalist Rheineck, was die Unberechenbarkeit des Turniers noch einmal unterstrich. Bereits in vier Wochen treten acht Regio-Teams wieder gegeneinander an – beim achten Wintercup.

Im Final gab es für Rheineck (hier Ibrahimi, rechts) kein Durchkommen.

Im Final gab es für Rheineck (hier Ibrahimi, rechts) kein Durchkommen.

Rüthi (links, Alex Büchel) schlug Widnau im Spiel um Platz drei.

Rüthi (links, Alex Büchel) schlug Widnau im Spiel um Platz drei.

Für die St-Blaise-Spieler (rechts) gab es im Rheintal nichts zu holen.

Für die St-Blaise-Spieler (rechts) gab es im Rheintal nichts zu holen.

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