Grossratspräsident liegt Jugendförderung am Herzen

OBEREGG. Einstimmig ist Pius Federer am Montag zum neuen Grossratspräsidenten gewählt worden. Das Zuhause des zweifachen Familienvaters liegt in der Exklave Oberegg, wo er aufwuchs und heute die Federer Elektrotechnik AG führt.

Roger Fuchs
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OBEREGG. Einstimmig ist Pius Federer am Montag zum neuen Grossratspräsidenten gewählt worden. Das Zuhause des zweifachen Familienvaters liegt in der Exklave Oberegg, wo er aufwuchs und heute die Federer Elektrotechnik AG führt. Der Betrieb hiess früher anders, im Jahr 2000 konnte ihn Pius Federer von seinem Lehrmeister übernehmen.

Im Obergeschoss lebt Familie Federer. Und dazu gehört auch der zwölfjährige Prinzli, ein Appenzeller Sennenhund. Bellend begrüsst er den Gast und macht sich später erneut bemerkbar. «Prinzli, sei ruhig!», befiehlt Pius Federer und führt dann aus, warum er sich auf das Amt als Grossratspräsident gefreut habe. Fast zehn Jahre sei es her, seit mit Emil Bischofberger letztmals jemand aus Oberegg dieses Amt innegehabt habe. Auch sei es eine Freude, einen so gut aufgestellten Kanton wie Innerrhoden repräsentieren zu dürfen.

Aktuelle Debatten

Zu den Themen Fusion, Kloster und Hallenbad seien derzeit im Kanton die interessantesten Diskussionen im Gange, sagt Federer. Das Kloster und das Hallenbad waren auch an der gestrigen Grossratssession Thema. Als Präsident konnte Federer nicht mitdiskutieren. Bis heute ärgert er sich aber, dass die Sichtweisen des Grossen Rates zum Hallenbad an der Landsgemeinde zu wenig zum Ausdruck kamen. Federer befürwortet ein neues Hallenbad. Für ihn steht ausser Frage, dass in einer nächsten Phase nun der Kanton die Führung des Prozesses übernehmen muss.

In die Politik eingestiegen ist Pius Federer 1997. Er war Gründungspräsident der Interessengemeinschaft Oberegg. «Mit dieser IG wollten wir junge Leute motivieren, politisch mitzugestalten», so der 44-Jährige. Auch anderweitig liegt ihm schon seit jeher die Nachwuchsförderung am Herzen. Federer verweist beispielsweise auf sein einstiges Engagement in der Jungbläserausbildung oder auch auf seinen langjährigen Einsatz als Präsident der Elektrofachschule SG-AR-AI-FL. Dass heute Junge nur noch schwer für Politik zu begeistern sind, sieht Federer als Gesellschaftsproblem. «Alle wollen profitieren, sich aber nicht engagieren.» Ausserdem stünde man heute schnell in der Kritik, vor 40 Jahren habe man noch den Hut gehoben, wenn Bezirksräte die Kirche verlassen hätten.

Rat effizient führen

2007 wurde Pius Federer in den Grossen Rat gewählt. Seine politische Zukunft nach dem Amtsjahr hat er noch nicht weitergeplant. Das Rad neu erfinden will er als Ratspräsident nicht. «Ich hoffe, dass ich den Rat effizient führen kann und dass wir von negativen Schlagzeilen verschont bleiben», so der neue Grossratspräsident. Geräuschlos schwimmen derweil die Fische in Federers Aquarium.