Grosser Favorit im kleinen Derby

Während der SC Rheintal von Sieg zu Sieg eilt, haben die Reserven des SC Herisau am Samstag gegen Kreuzlingen erstmals einen Erfolg gefeiert. Der Match von heute (20 Uhr in Widnau) ist auch ein Wiedersehen von Weggefährten.

Yves Solenthaler
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Die Herisauer im Team des SC Rheintal sind gegen ihre ehemaligen Vereinskollegen in der Favoritenrolle: (v. l.) Joel Bohlhalder, Sandro Bleiker und Alexander Ungricht. (Bild: Archiv)

Die Herisauer im Team des SC Rheintal sind gegen ihre ehemaligen Vereinskollegen in der Favoritenrolle: (v. l.) Joel Bohlhalder, Sandro Bleiker und Alexander Ungricht. (Bild: Archiv)

EISHOCKEY. Richard Ammann war von 2005 bis 2007 Trainer beim SC Rheintal. Mit ihm am Steuer war den Rheintalern letztmals ein Qualifikationssieg in der 2. Liga vergönnt. Ein halbes Dutzend Jahre ist der von Othmar Capaul trainierte SC Rheintal nach einem Drittel der Regular Season auf dem Weg, diesen Coup zu wiederholen. Richard Ammann trainiert inzwischen die zweite Mannschaft des SC Herisau. Er will heute die Party in Widnau mit Misstönen stören.

Spitzenteams besiegt

Doch die Rollen sind klar verteilt: Hier die flinken Luchse, die schon sechsmal mit der maximalen Beute vom Eis zurückkehrten, dort die tapsigen Bären, die beim 5:3 gegen Kreuzlingen zum ersten Mal drei Punkte ins Trockene brachten. Vorher hatten sie noch keinen Sieg errungen, dreimal war Herisau in der Overtime gescheitert. Doch mit dem Fokus auf dem Ligaerhalt ist Herisau II, das zuvor auf direktem Weg von der 4. in die 2. Liga aufgestiegen war, auf einem guten Weg. Punkte in Widnau dürften in diesem Plan nicht vorgesehen sein. Denn die Rheintaler sind in der 2. Liga, Gruppe 2, l'équipe à battre: Sieben Siege, nur einmal davon über die Extra-Zeit, säumen den Erfolgspfad der Capaul-Schützlinge. Aus den Top Sieben der Rangliste haben ausser dem Zweitplazierten Prättigau schon alle Teams gegen Rheintal gespielt – und verloren.

Herisau ist Partnerteam des SC Rheintal. Als Erstligist mit Nationalliga-Erfahrung eigentlich der grosse Partner. Doch in diesem Duell sind die Appenzeller die Kleinen. Sie können auf die Besonderheit des Derbies hoffen: Die beiden Vereine verhalten sich durchlässig zueinander: Mit Joel Bohlhalder, Sandro Bleiker und Alex Ungricht spielen drei Herisauer in Widnau, Routinier Christian Schuster hat die letzte Saison ebenfalls im Ausserrhoder Hauptort gespielt. Bei Alex Ungricht bestehen gar familiäre Bande: Der 22-Jährige spielt heute gegen seinen jüngeren Bruder Michael.

Ehemalige Teamkollegen

Der Druck des Siegenmüssens lastet dabei auf den Schultern von Alex, der wie Sandro Bleiker schon die dritte Saison in Widnau bestreitet. Joel Bohlhalder ist erstmals als SCR-Spieler dabei: «Gegen Herisau ist der Siegeswille noch ein Stück grösser als ohnehin schon.»

Die drei Appenzeller des SC Rheintal kennen ihre Kollegen zum Teil noch aus Juniorenzeiten: «Im Team sind viele junge, kämpferische Spieler», analysieren Bleiker und Bohlhalder. Dazu kommen noch ein paar Cracks mit Erstliga-Erfahrung, wie etwa Torhüter Dintheer. Wir mussten bisher alle unsere Siege hart erkämpfen», sagt Verteidiger Bleiker, der am Samstag beim 7:4 bei Dielsdorf-Niederhasli als Assistgeber auffiel. Ein solch spannendes Spiel erwartet er auch heute – natürlich wieder mit dem besseren Ende für den SC Rheintal.