Grosse Meister in Rebstein

Das zweite «sonntags 5nach5» am Sonntag, 6. April, verspricht eine musikalische Stunde auf höchstem Niveau. Mit dem in Vorarlberg lebenden iranischen Musiker Khosro Soltani wurde Weltklasse verpflichtet.

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Ensemble Claire de lune: Khosro Soltani, Nadine Büchel und Andrea Gamper. (Bild: pd)

Ensemble Claire de lune: Khosro Soltani, Nadine Büchel und Andrea Gamper. (Bild: pd)

REBSTEIN. Der vielseitige Instrumentalist und Komponist Khosro Soltani begann seine musikalische Laufbahn mit dem Studium am Konservatorium Teheran und machte sich schnell einen Namen als Experte der traditionellen persischen Musik. Seine Hauptinstrumente waren drei Blasinstrumente aus dem arabisch-persischen Kulturraum, Ney, Duduk und Sornay genannt. In den 70er-Jahren übersiedelte der Musiker nach Österreich und schloss in Wien ein weiteres Musikstudium im Fach Fagott und Blockflöte ab.

Seine Begabung und seine Begeisterung für die unterschiedlichsten Stile und Epochen machten ihn zu einem gefragten Musiker. Er war langjähriges Mitglied des Wiener Ensembles für alte Musik «Les Menestrels», als Fagottist arbeitete er u. a. mit dem Radio-Symphonieorchester Wien, den Wiener Philharmonikern und der Wiener Kammeroper zusammen. Mit seinem eigenen Ensemble «Shiraz» machte er die orientalische Musik in vielen Ländern Europas bekannt.

Khosro Soltani versteht es meisterhaft, mit seiner Musik Grenzen zu überwinden und unterschiedlichste Kulturen und Stile zusammenzuführen. So führte er im Jahre 2009 erfolgreich im goldenen Saal des Wiener Musikvereins das «Concerto for Ney» des Komponisten Reza Vali auf, mit dem persische und westliche Musik verbunden wird. Es folgten daraufhin Engagements in den USA mit Orchestern in Boston, Los Angeles und Sacramento.

Khosro Soltani betätigt sich neben seiner Konzerttätigkeit aber auch als engagierter und erfolgreicher Pädagoge. So unterrichtet er an der Musikschule Oberrheintal die Instrumente Panflöte und Fagott und ist einer breiten Bevölkerung in dieser Funktion durch die Auftritte der Panflötengruppe bekannt.

Nadine Büchel (1991) aus Oberriet ist eine seiner nun schon selbst berühmten Schülerinnen. Sie spielt seit ihrem 7. Lebensjahr Panflöte und ist bis heute von diesem Instrument begeistert. 2009 nahm sie ihr erstes Soloalbum «Rosinen» auf. Nadine Büchel wurde durch Khosro Soltani gefördert, der sie mehrere Jahre lang unterrichtete. Das Ensemble Claire de lune wird durch eine weitere viel versprechende junge Musikerin komplettiert. Die in Bregenz geborene Andrea Gamper (1990) erfreute bereits im vergangenen November im Konzert «Fenster zum Licht» in Rebstein mit ihrem virtuosen Harfenspiel. Sie erhielt ihren ersten Harfenunterricht im Alter von neun Jahren an der Musikschule Bregenzerwald. Seit 2009 studiert sie am Vorarlberger Landeskonservatorium Consuelo Giulianelli. Sie wirkt in verschiedenen Orchestern und Ensembles mit, darunter im Universitätsorchester St. Gallen und im Akademischen Kammerorchester Zürich. Derzeit spielt sie als Substitutin beim Tiroler Symphonieorchester.

Das musikalische Programm verspricht auf die Passionszeit ausgerichtete Musik für die Seele, gefühlvoll, tröstend, besinnlich. Emotionale Volksmusik aus der Heimat der Panflöte, Glanzstücke der Harfenliteratur und grosse Musik von Händel bis James Last werden die Konzertbesucher erfreuen. Wenn die Ausstellung ihre Tore am 6. April um 17 Uhr schliesst, erklingt fünf Minuten später die Kirche in schöner Musik. Der Eintritt zum Konzert ist frei, es wird eine Kollekte zur Deckung der Unkosten erhoben. (pd)