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Grosse Boards am grossen Berg

Der Rebsteiner Snowboard-Pionier Paul Gruber führt morgen Samstag, 6. April, zum 20. Mal das Longboard Classic, das Woodstock des Snowboardens, in Stuben am Arlberg durch.
Reto Wälter
Ein Hingucker ist die Old-School-Kategorie, die von Organisator Paul Gruber (r.) stets gepflegt wurde. Sorgte sie in den letzten Jahren für laute Lacher, scheint sich der Kreis wieder zu schliessen: Neon-Farben sind zurück – und der Schneeanzug ist nicht mehr weit. (Bild: Bilder: pd, rew)

Ein Hingucker ist die Old-School-Kategorie, die von Organisator Paul Gruber (r.) stets gepflegt wurde. Sorgte sie in den letzten Jahren für laute Lacher, scheint sich der Kreis wieder zu schliessen: Neon-Farben sind zurück – und der Schneeanzug ist nicht mehr weit. (Bild: Bilder: pd, rew)

20, 40, 55, 500, 1000, 2400: Das sind die wichtigsten Kennzahlen für ein Klassentreffen der «Pros und Bros»: Zum 20. Mal findet das Longboard Classic statt. Organisiert von Paul Gruber, der seit 40 Jahren Snowboard fährt. Am Fun-Rennen des 55-Jährigen nehmen seit Jahren über 500 Boarder teil.

Damit ist es wohl weltweit das teilnehmerstärkste Rennen, das seinen Reiz daraus bezieht, dass alle gemeinsam 1000 Höhenmeter von der breiten Flanke des fast 2400 Meter hohen Albonagrats in die Tiefe fliegen, gleiten oder purzeln, um in Stuben von einem herzlich lachenden Organisator Paul Gruber mit einem Handschlag abgeklopft zu werden.

«Es gibt nichts zu gewinnen ausser neuen Freunden»

Es gibt die drei Kategorien «LBC Master», «LBC Old School» und «LBC No School». Egal ob Profi, Snowboard-Legende der ersten Stunde oder einfacher Boarder, vom Kind bis zum 80-Jährigen, im Mittelpunkt steht der Spass. Es gibt auch keine Preise für die Sieger, oder wie der Rebsteiner es ausdrückt: «Es gibt nichts zu gewinnen ausser neuen Freunden.»

Tatsächlich gibt es viele, die am Longboard Classic Bekanntschaften schlossen und diese über Distanzen hinweg pflegten – selbst zu Heiratsschliessungen kam es – und inzwischen überwinden auch Kinder von langjährigen Teilnehmern die Strecke. Die Zeichen stehen gut, dass das Rennen in diesem tollen Freeride-Gebiet morgen Samstag bei Neuschnee stattfindet – wie übrigens schon oft – und somit vielen Teilnehmern ein perfekter Saisonschluss bevorsteht. Stets sind auch zahlreiche Rheintaler im internationalen Teilnehmerfeld vertreten, 20 Nationen sind dabei, und bei Gruber haben sich alte Snowboard-Kumpels aus Neuseeland, Tokio, Hawaii und Kalifornien angemeldet. Wer übrigens mitmachen will, muss sich einfach morgen Samstag vor 11 Uhr in Stuben bei der Talstation anmelden (siehe auch www.long boardclassic.com).

Boarder aus 20 Nationen geniessen den Saisonschluss

Zum Zwanzigsten wird es etwas mehr Musik geben als üblich: «Ich werde selber mit meiner Band A New Day spielen – und dabei werden uns Snowboard-Legenden aus aller Welt an den Instrumenten unterstützen.» Das Highlight ist die neunköpfige Reggaeband UCee backed by Rootz Radicals Band mit dem nachfolgenden DJ Set der Mortal Combat. «Tagsüber kann man Musik hören und wieder die besten Snowboards der Welt testen», sagt Paul Gruber. Er war vor 40 Jahren der erste Kunde von Burton Snowboards ausserhalb der USA, später einer der ersten Snowboardprofis und gehörte in den 80er-Jahren mit Crazy-Banana und später mit rad-air zu den grössten und innovativsten Herstellern. Die Bodenplatte, die die Bindung im richtigen Winkel fixiert, ist eine seiner Erfindungen, die bis heute überlebt hat. Auch Longboards (über 1,70 m) für das besondere Freeride-Feeling hatte seine Firma zuerst im Programm.

Da alle seine Boards in Stuben getestet wurden, entstand dort auch die Idee zum Long­board Classic. Paul Gruber, der heute als Mitinhaber der St. Galler Marketingagentur Alltag Gmbh in diversen Geschäftsfeldern tätig ist, sieht Snowboard nicht als Konkurrenz zum Skisport, sondern als ein einziges Umfeld, das sich gegenseitig befruchtet.

Wiege des Skisports und Snowboard-Woodstock

«Mich fasziniert, dass Stuben als Wiege des Skisports gilt. Der Skipionier Hannes Schneider ging schon in den 20er- und 30er-Jahren mit seinen Freunden auf die Albona. Die Devise lautete: «Wer zuerst im Dorf ist, hat gewonnen.» Genau dieses Format haben wir kopiert, denn Snowboarden ist gemeinsam mit Freunden am schönsten. In Stuben waren wir übrigens von Anfang an willkommen, was nicht überall so war». Er sagt: «Wir haben in den 80er-Jahren dem damals rückläufigen Skisport neues Leben eingehaucht und zu neuen Innovationen verholfen.» Die zurzeit stark sinkenden Snowboard-Verkaufszahlen sieht er als Ansporn für die Branche zu Weiterentwicklungen. «Zurzeit wird sogar wieder mit Boards ohne Bindungen experimentiert, wie sie übrigens am Anfang gebaut wurden. Es entstehen zurzeit denn auch viele neue kleine Snowboard-Firmen, die neue Innovationen bringen. Die Wellenbewegung geht weiter, auch wenn sie vielleicht nicht mehr den Höhepunkt der Boomjahre erleben wird.» Der 55-jährige: «Was wichtig bleibt ist «Riding with friends», egal ob mit grossen oder kleinen Brettern. Eben so, wie wir es mit dem Woodstock des Snowboardens seit zwei Jahrzehnten zelebrieren.»

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