Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Grossbrand in Oberrieter Restaurant: Zwei Tote und Hunderttausende Franken Schaden

In der Nacht auf Sonntag ist das Restaurant Sonne in Oberriet vollständig abgebrannt. Zwei Menschen fielen den Flammen zum Opfer. Das Lokal war aufgrund von Streitereien wegen Lärmimmissionen Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten.
Daniel Walt
(Bild: Kapo SG)
(Bild: Kapo SG)
(Bild: Kapo SG)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Beat Kälin/BRK News)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
14 Bilder

Grossbrand mit zwei Toten in Oberriet

Nächtlicher Grosseinsatz von Feuerwehr und Polizei im Rheintal: Kurz nach 3 Uhr ist das Restaurant Sonne in Oberriet abgebrannt. «Alarm schlug ein Passant um 3.23 Uhr», erklärte Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der St.Galler Kantonspolizei, am frühen Sonntagmorgen. Roger Eugster, der die Oberrieter «Sonne» zusammen mit Roy Schachtler seit Ende Mai betreibt, blickt zurück: Um Mitternacht seien die letzten Gäste gegangen; nach einer Stunde Aufräumen und Putzen habe dann auch das Personal Feierabend gemacht.

Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrangehörigen am Brandort stand das Haus im Vollbrand. Ein Bewohner konnte das Haus selbständig verlassen, der 23-Jährige rettete sich mit einem Sprung aus dem ersten Stock aus etwa drei Metern Höhe. Einen 57-Jährigen rettete die Feuerwehr via eine Leiter aus dem Haus. Beide Männer wurden verletzt. Einer von ihnen musste mit der Rega, der andere mit dem Rettungswagen ins Spital eingeliefert werden – laut Polizeiangaben sollten sie dieses noch im Verlauf des Sonntags wieder verlassen können.

Wer wohnte wirklich im Haus?

Vorerst blieb für mehrere Stunden ungewiss, ob beim Grossbrand allenfalls auch Menschen ihr Leben verloren hatten. Polizei und Feuerwehr hatten zwar eine Liste von sieben Personen, welche in der Liegenschaft angemeldet waren. «Diese Liste stimmt aber vermutlich nicht mit der Realität überein», sagte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Er stützte diese These mit Aussagen von Personen, wonach gewisse Leute, die auf dieser Liste stehen, nicht mehr dort wohnen, beziehungsweise dass auch noch andere Personen in der Liegenschaft wohnhaft seien.

(Video: Leserreporter)

Erschwerend kam hinzu, dass die Feuerwehr vorerst nicht ins Haus vordringen konnte, um nach allfälligen Opfern zu suchen. Sie musste sich während langer Zeit auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Bei der Liegenschaft handelt es sich um ein altes Gebäude – Hanspeter Krüsi sprach von einem Schachtelbau mit Hohlräumen, bei dem durch das Grossfeuer das Dach eingestürzt sei. Die feuerpolizeilichen Auflagen seien aber erfüllt gewesen, sagt Petra Gasser, die Schwester des Eigentümers, die für ihn einen Grossteil der Administration erledigt.

Kurz vor 9 Uhr vermeldete die Polizei dann, dass im Gebäude zwei tote Personen gefunden wurden. Deren Identitäten stehen noch nicht fest, diese seien erfahrungsgemäss erst nach zwei bis drei Tagen klar. Das völlig ausgebrannte Haus und der Brandschutt wurden laut der Kantonspolizei in der Folge weiter nach möglichen zusätzlichen Opfern durchsucht. Parallel dazu liefen Ermittlungen zu Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Haus aufgehalten haben könnten, und die Leichen der beiden Opfer wurden geborgen. Es wird laut der Polizei einige Zeit dauern, bis weitere Opfer mit Sicherheit ausgeschlossen werden können. Im Moment jedenfalls seien keine Personen bei der St.Galler Kantonspolizei als vermisst gemeldet.

Lärmklagen von Nachbarn

Nebst rund 60 Angehörigen der Feuerwehren Oberriet und Altstätten kamen mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St.Gallen, drei Rettungswagen, ein Notarzt und die Rega zum Einsatz. Somit dürften sich rund 100 Einsatzkräfte vor Ort begeben haben. Zudem sprach Krüsi von vielen Schaulustigen.

(Video: Beat Kälin/BRK News)

Das Restaurant Sonne war Anfang Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil es nach Nachbarschaftsstreitigkeiten geschlossen wurde. Lärmklagen von Anwohnern hatten dem Lokal den Garaus gemacht. «Früher konnten wir viele Konzerte in der <Sonne> veranstalten. Dann gab es immer mehr Reklamationen von Nachbarn, und jetzt haben wir einfach keine Lust mehr», sagte einer der beiden damaligen Geschäftsführer damals gegenüber «FM1Today». Eine Gastronomie mache Lärm, und das sei heutzutage im Dorfzentrum nicht mehr willkommen. Im Mai übernahmen dann die neuen Wirte.

Die Schlagzeilen rund um Nachbarschaftsstreitigkeiten Anfang Jahr seien der Kantonspolizei selbstverständlich nicht verborgen geblieben, erklärte Hanspeter Krüsi auf eine entsprechende Frage. Auf Spekulationen zur Brandursache wollte er sich allerdings nicht einlassen. «Wir ermitteln immer in alle Richtungen», sagte er. Im Moment deute nichts auf Brandstiftung hin.

Beim Grossbrand entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Franken. Wirt Roger Eugster kann sich nicht vorstellen, dass der Brand im Restaurantbereich ausgebrochen ist. Er vermutet den Brandherd in einem der darüber liegenden Zimmer. Zwei davon hatten Eugster und Schachtler mit dem Restaurant gemietet. Sie seien aber seit der Eröffnung Ende Mai noch nicht benötigt worden.

Für die «Sonne» lag ein Abbruchgesuch auf

Rund um das ausgebrannte Restaurant Sonne stehen Bauvisiere. Für die Liegenschaft ist der Gemeindeverwaltung denn auch in diesen Tagen ein Baugesuch eingereicht worden. Der Bauanzeige auf der Gemeindehomepage ist zu entnehmen, dass das Wirtshaus hätte abgebrochen werden sollen. An seiner Stelle ist auf den Plänen ein Mehrfamilienhaus vorgesehen.

Geplant und eingereicht wurden die Unterlagen von der Huusmax AG, einem Architektur- und Immobilienbüro in Opfikon bei Zürich. Wegen dieses Baugesuchs würden die Mutmassungen der Leute zum Brand nun natürlich ins Kraut schiessen, sagt Petra Gasser, die Schwester des Eigentümers Christoph Wüst. Als er das Baugesuch einreichte, habe er ihr aber versichert, dass es ihm lediglich darum gehe, zu klären, was auf der Liegenschaft möglich wäre, sollte er sie dereinst verkaufen müssen. Sie selbst würde den Verkauf des (verpachteten) Wirtshauses ausserordentlich bedauern, sagt Petra Gasser. Sie hänge sehr an der «Sonne» und sehe auch keine Notwendigkeit für einen Verkauf. Unter den neuen Pächtern sei der Betrieb sehr gut gelaufen, sagt Petra Gasser. «Und die Leute haben sich sehr gefreut, als sich diese Lösung ergab und die ‹Sonne› wieder aufmachte.» Christoph Wüst selbst wollte sich weder zum Brand noch zum Bauprojekt äussern. Wie sie selbst sei auch er geschockt vom Ereignis, sagt Petra Gasser. (mt)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.