Grillieren ja, aber nicht im Wald

RHEINTAL. Die anhaltende Trockenheit veranlasste das Forstamt des Kantons St. Gallen, das Entfachen von Feuer in Waldnähe zu verbieten. Über die Feiertage werden die Grillstellen in den Wäldern kalt bleiben – doch Alternativen gibt es genug.

Bea Sutter
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Genossen das Picknicken im Eselschwanz auch ohne Grillfeuer: Damaris Hürlimann (l.) und Rea Solenthaler aus St. Gallen machten am Mittwoch mit ihren Familien einen Ausflug in das Naherholungsgebiet zwischen Rheineck und St. Margrethen. (Bild: Bea Sutter)

Genossen das Picknicken im Eselschwanz auch ohne Grillfeuer: Damaris Hürlimann (l.) und Rea Solenthaler aus St. Gallen machten am Mittwoch mit ihren Familien einen Ausflug in das Naherholungsgebiet zwischen Rheineck und St. Margrethen. (Bild: Bea Sutter)

Rheintal. Die Wetterprognosen verheissen weiterhin sehr gutes Wetter. Die Trockenheit wird voraussichtlich bis Ende April und länger anhalten. Viele Menschen freuen sich natürlich über die Aussichten, ein schönes verlängertes Wochenende im Freien geniessen zu können. Aber eine Einschränkung ist gegeben: Die Grillstellen an den vielen lauschigen Plätzen in den Wäldern und deren Umgebung müssen kalt bleiben.

Es geht auch ohne Bratwurst

Dass man zurzeit auf die Wurst vom Grill nach einer Wanderung durch den Wald verzichten muss, ist für die Familien Solenthaler und Hürlimann aus St. Gallen kein Problem. Sie machten einen Ausflug an den «Eselschwanz» nach St. Margrethen. Die beiden Schülerinnen Damaris Hürlimann und Rea Solenthaler finden es gut, dass man die Natur schont. «Wir waren informiert, dass wir jetzt keine Würste grillieren dürfen und haben eben Sachen zum Essen mitgenommen, die man nicht braten muss», sagten die beiden. Die Gruppe genoss die Natur am «Eselschwanz» und Cornelia Hürlimann, eine der beiden Mütter, sagte: «Es geht auch ohne Bratwurst. Wir geniessen den Tag am Wasser und in der Natur.»

Kaum Regen in Sicht

Jörg Hässig, Forstingenieur des Kantons St. Gallen und zuständig für die Beurteilung der Waldbrandgefahr, erläuterte den Grund des Verbotes: «Seit mehreren Wochen hat es kaum geregnet. Durch das anhaltend sonnige Wetter sind der Waldboden und das Material extrem ausgetrocknet. Schon der kleinste Funke würde ein flächendeckendes Feuer mit verheerenden Folgen verursachen.» Das Verbot, Feuer im Wald oder dessen Nähe zu entzünden, ist so lange in Kraft, bis es von den zuständigen Behörden widerrufen wird. «Entschärft ist die Lage erst nach zwei bis drei Tagen intensiven Regens», erläuterte Jörg Hässig. Bis Ende April sei keine längere Regenperiode in Sicht. Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, wird die Polizei die jeweilige Situation mit gesundem Menschenverstand beurteilen. Im Extremfall könnte es bei nicht Befolgung des Verbotes zu einer Verzeigung kommen.

Gefahr durch Zigaretten

Nicht nur das Grillieren ist in den Wäldern untersagt, auch das Wegwerfen von brennenden Zigarettenstummeln kann Brände auslösen, warnt Marco Köppel, Kommandant der Feuerwehr Mittelrheintal, die rauchenden Wald-Besucher. Das Beste sei, das Rauchen zu unterlassen oder sonst die Zigaretten richtig zu löschen – so, dass sie nicht mehr glimmen. «Die Böschungen sind durch die starke Sonneneinstrahlung besonders brandgefährdet.»

Immer in Bereitschaft

Gemäss dem Kommandanten der Feuerwehr Mittelrheintal sind die Rheintaler Feuerwehren sowieso immer in Bereitschaft. Man werde jedoch je nach Situation die Alarmstufe erhöhen und auf jeden Fall genügend Einsatzkräfte und Geräte bereithalten.

Das Grillieren ist überall dort erlaubt, wo es keine Wälder und trockene Böschungen gibt. Alternativen zum Wald gibt es genug.