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GRENZÜBERSCHREITENDES BUSKONZEPTGRENZÜBERSCHREITENDES BUSKONZEPT: S18 wird endlich konkret

Den Termin für einen Spatenstich der Autobahnverbindung verkündete keiner der Politiker. Bis 2020 wollen die Österreicher ein Vorprojekt erarbeiten und über die Trassenführung entscheiden.
Monika von der Linden
Von der ersten Agglokonferenz zur Medienorientierung zur Verbindung der Rheintaler Autobahnen, von links: Reto Friedauer (Präsident Verein Agglomeration Rheintal), Jürg Röthlisberger (Direktor Bundesamt für Strassen Astra), Ralph Dietsche (Medienbeauftragter), Thomas Ammann (Präsident Verein St. Galler Rheintal, Mitglied nationalrätliche Verkehrskommission), Marc Mächler (Regierungsrat Kanton St. Gallen), Karlheinz Rüdisser (Landesstatthalter Land Vorarlberg) und Günter Fritz (Projektleiter Asfinag Bau Management GmbH). (Bild: Monika von der Linden)

Von der ersten Agglokonferenz zur Medienorientierung zur Verbindung der Rheintaler Autobahnen, von links: Reto Friedauer (Präsident Verein Agglomeration Rheintal), Jürg Röthlisberger (Direktor Bundesamt für Strassen Astra), Ralph Dietsche (Medienbeauftragter), Thomas Ammann (Präsident Verein St. Galler Rheintal, Mitglied nationalrätliche Verkehrskommission), Marc Mächler (Regierungsrat Kanton St. Gallen), Karlheinz Rüdisser (Landesstatthalter Land Vorarlberg) und Günter Fritz (Projektleiter Asfinag Bau Management GmbH). (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Mit Dank und Anerkennung Richtung andere Rheinseite sparte am Freitagmorgen niemand. Alle Politiker an der Pressekonferenz im Widnauer Rathaus waren sich einig, dass die beiden Rheintalautobahnen – in der Schweiz die A1 und in Vorarlberg die A14 – so schnell wie möglich miteinander verbunden werden sollen.

Wann die Strasse für den Verkehr freigegeben wird, wollte oder konnte aber niemand prognostizieren. Es werde sicher nicht noch einmal fünfzig Jahre dauern, meinte Thomas Ammann (Präsident Verein St. Galler Rheintal). Er spielte damit auf den Brücken-Stumpf bei der Autobahnausfahrt St. Margrethen an.

Von Dornbirn-Nord via Höchst nach St. Margrethen

Hüben wie drüben sind die Bevölkerungszahl, die wirtschaftliche Leistung sowie der Individual- und der Güterverkehr gestiegen, die Infrastruktur aber nicht im gleichen Mass gewachsen. Ändern soll sich das mit dem Bau der S18-Bodensee-Schnellstrasse. Zwei Trassenführungen kommen in Frage: Eine Variante verbindet Dornbirn-Nord via Höchst mit St. Margrethen. «Wir bevorzugen sie, weil sie die grösste Entlastung bringt», sagte Karlheinz Rüdisser (Landesstatthalter Vorarlberg). Die zweite Möglichkeit wäre die Ostumfahrung Lustenaus. Sie wird auch weiter geprüft. Rüdisser erachtet den Bau der S18 als ein komplexes ,aber realisierbares Projekt. Wegen der Dynamik in der Wirtschaft nehme der Schwerverkehr stetig zu. Der müsse gleich dem motorisierten Individualverkehr an Siedlungsgebieten vorbei geleitet werden. «Wir werden wohl in der Lage sein, ein drei Kilometer langes Sumpfgebiet zu bewältigen, wenn wir auf dem Mond landen und einen Tunnel durchs Meer bauen können.»

Welche Variante schliesslich gebaut wird, entscheidet sich frühestens im Jahr 2020. Bis dahin wird die Österreicher Autobahnbehörde Asfinag ein Vorprojekt erarbeiten und es zur Genehmigung bei der Behörde einreichen. Im Vorprojekt wird der Verlauf der Trasse definiert. «Das Hauptaugenmerk legen wir dabei auf den Umweltschutz», sagte Projektleiter Günter Fritz. In diesem Jahr wird die Grundlagenforschung getätigt. Anhand einhundert Meter tiefer Probebohrungen soll die beste Baumethode ermittelt werden. Mit sauber ausgeführten Planungsprozessen wolle man unliebsame Überraschungen vermeiden, sagte Rüdisser zur Zeitplanung.

Dass man diesseits des Rheins ebenso wie in Vorarlberg an einer schnellen Realisierung interessiert ist, drückte auch Jürg Röthlisberger (Direkter des Bundesamtes für Strassen Astra) aus. «Menschen schaffen Grenzen und brauchen sie», sagte er. «Sie setzen aber auch alles daran, sie zu überwinden und Verbindungen zu schaffen.» Das gelte gleichermassen bei Gütern, in der Kultur und bei den Menschen.

Siedlungen und Verkehr noch besser voneinander abgrenzen, will Regierungsrat Marc Mächler. «Grenzen sind im Alltag nicht wichtig. Es ist die Aufgabe des Kantons, eine Infrastruktur zu schaffen, die dem Alltag gerecht wird.» Die S18 brächte dem Kanton eine bessere Anbindung an die EU, sagte Mächler mit Blick auf die fast täglich überfüllten Grenzübergänge auf beiden Rheinseiten. Mit der Verbindung kann die Situation entspannt und die Lebensqualität erhöht werden.

«Hoffentlich gibt es dann die grenzüberschreitende Infrastruktur, die das Rheintal schon längstens verdient hat», sagte der St. Galler Baudirektor.

Die Vorarlberger und Schweizer Politiker unterbrachen für die Medienkonferenz die erste Agglokonferenz, die am Freitag im Hotel Metropol mit 100 Personen stattfand. Die Vertreter der zehn Mitgliedsgemeinden des Vereins Agglomeration Rheintal diskutierten über das Zukunftsbild der grenzüberschreitenden Rheinregion. Es soll im März verabschiedet werden und definiert, an welcher Siedlungsstruktur und an welcher Struktur des Verkehrssystems sich die Agglomeration künftig orientiert. Der Verkehr und damit die S18 spielten im Zukunftsbild eine zentrale Rolle, sagte Präsident Reto Friedauer. Denn der Verkehr rolle ohne eine Verbindung der Autobahnen weiter durch die Dörfer. Der so geschaffene Freiraum sei nötig, um auch den öffentlichen Verkehr und den der Velos zu verbessern. Als Beispiel nannte Friedauer ein grenzüberschreitendes Buskonzept, das einen Knoten in Heerbrugg vorsieht. Es soll eine Busverbindung von Altstätten via Heerbrugg nach Dornbirn und eine von Götzis via Heerbrugg nach St. Margrethen führen.

Regierungsrat Marc Mächler gab bekannt, dass die Netzstrategie Mittleres Rheintal ins Agglomerationsprogramm Rheintal überführt, dort diskutiert und finalisiert wird. (vdl)

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