Grenzquerende Genuss-Biketouren

GÖTZIS/RÜTHI. Oskar Gächter hat einen Führer mit 30 (auch E-Bike-tauglichen) Biketouren im St. Galler, Vorarlberger, Werdenberger und Liechtensteiner Rheintal geschrieben. Immer sind auch Tips für die Einkehr in Bergbeizen und Wirtschaften aufgeführt: Die Begegnung ist dem Autor wichtig.

Max Tinner
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Oskar Gächter beim Signieren seines Buchs «Bike- und E-Bike Erlebnisse Rheintal Vorarlberg FL–Werdenberg mit Berggasthöfen und Sehenswürdigkeiten – Die 30 schönsten Rundtouren im Grenzgebiet der Dreiländerecke Österreich-Schweiz-Liechtenstein». (Bild: Max Tinner)

Oskar Gächter beim Signieren seines Buchs «Bike- und E-Bike Erlebnisse Rheintal Vorarlberg FL–Werdenberg mit Berggasthöfen und Sehenswürdigkeiten – Die 30 schönsten Rundtouren im Grenzgebiet der Dreiländerecke Österreich-Schweiz-Liechtenstein». (Bild: Max Tinner)

Er war Grenzwachtoffizier. Er war Kantonsrat. Jetzt hat Oskar Gächter ein Buch mit den 30 seines Erachtens schönsten Bike- und E-Bike-Touren im Rheintal, Vorarlberg, Werdenberg und Fürstentum Liechtenstein geschrieben. Downhillabfahrten und Singletrails sucht man darin vergebens: «Es sind Genussfahrten auf guten, auch für E-Bikes gut befahrbaren Fahrwegen, grösstenteils abseits des übrigen Fahrzeugverkehrs», sagt der Autor. Dabei bezieht sich der Genuss nicht nur auf die schöne Landschaft, die man durchfährt, und die herrlichen Panoramen, die sich einem allenthalben bieten, sondern auch auf die gemütlichen Durstlöschpausen in den Bergbeizen und Wirtschaften am Weg. Zu allen Touren gehören denn auch Tips für den einen oder anderen Einkehrhalt.

Auf St. Galler Seite des Rheins führen im Buch aufgeführte Rundtouren beispielsweise auf den St. Anton, auf den Montlinger Schwamm, auf den Chienberg oder auf den Hohen Hirschberg; auf Vorarlberger Seite des Rheins empfiehlt Oskar Gächter Touren aufs Dünser Älpele, zum Bad Laterns oder auf die Millrütte, im Werdenberg auf die Alp Rohr, zur Voralp oder ins Toggenburg hinauf und im Fürstentum Liechtenstein zur Gafadurahütte oder auf den Schellenberg.

«Das kommt mir grad recht»

«Gibt es auf der Alpennordseite eine schönere Region als die unsere zwischen Piz Buin und dem Bodensee, zwischen dem Alpstein und dem Arlberg? – Ich meine nicht», meinte Oskar Gächter an der Buchpräsentation am Freitag und belegte dies mit Fotos von seinen Biketouren, mit denen auch das Buch reich bebildert ist. Zur Buchvernissage und Signierstunde hatte Oskar Gächter zum Fenster- und Türenbauer Zech in Götzis eingeladen, einem der Hauptsponsoren des Buchs. Firmeninhaber Roman Zech hat den Autor zufällig kennengelernt. Zech war mit seinem alten schweren Dienstvelo aus seinem Betrieb auf einer Alp unterwegs und suchte grad nach dem richtigen Weg, als ihm Gächter erzählte, er arbeite an einem Biketouren-Führer. «Das kommt mir grad recht», sagte sich Zech und sagte Gächter lachend seine Unterstützung zu.

Zur Förderung des Miteinanders

Ohne Roman Zechs Unterstützung wäre denn das Projekt wohl auch kaum zustande gekommen, sagte Oskar Gächter den rund hundert geladenen Gästen. Gleichwohl ist das Buch auch von anderer Seite gefördert worden. Nebst seitens der Privatwirtschaft mittels zahlreicher inserierender Unternehmen von beiden Seiten des Rheins nicht zuletzt vom Verein St. Galler Rheintal, von der Rheintalischen Grenzgemeinschaft und – im Rahmen des Kleinprojektefonds des EU-Interreg-Förderprogramms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein – auch von der Internationalen Bodenseekonferenz. Alle drei Institutionen fördern das grenzüberschreitende Miteinander. «Wir atmen auf beiden Seiten des Rheins dieselbe Luft, wir schauen dieselben Berge an und wir reden denselben Dialekt – wenn auch mit gewissen Lautverschiebungen», hob der Götzner Landtagsabgeordnete, alt Bürgermeister und Präsident der Rheintalischen Grenzgemeinschaft, Werner Huber, das Verbindende hervor. Eine Velo- oder Mountainbike-Tour, wie sie Oskar Gächter in seinem Buch empfiehlt, öffne den Blick für die Schönheit der Natur vor unserer Haustür und gebe als grenzüberschreitendes Vergnügen auch ein schönes Gefühl von Freiheit, sagte Thomas Ammann als Präsident des Vereins St. Galler Rheintal. Wegen der vielen anwesenden Rüthner empfand er die Buchpräsentation als «Heimspiel», auch wenn der Anlass ennet dem Rhein stattfand.

Ein Bike- und E-Bike-Führer sei für unsere Region besonders geeignet, sagte Michael Zangler, Leiter des Sportreferats (quasi das Vorarlberger Amt für Sport). Er wies darauf hin, wie beliebt das Velofahren in Vorarlberg sei: 6000 Vorarlberger seien in Radsportvereinen organisiert. Durchschnittlich lege der Vorarlberger 400 km im Jahr auf dem Velo zurück – 40 km mehr als der Durchschnittsösterreicher. Im St. Galler Rheintal werde es nicht viel anders sein.

Alle Touren auch im Internet

Erhältlich ist das Buch ab sofort für 20 Franken oder Euro in den Buchhandlungen Moflar, Heerbrugg und Altstätten, Thalia im Rheinpark St. Margrethen und in der Shopping-Arena St. Gallen sowie in Vorarlberg in den Buchhandlungen Brunner im ganzen Land und Das Buch im Messepark Dornbirn. Die im Buch empfohlenen Routen sind auch im Internet auf einer vom früheren Radrennfahrer Rolf Järmann gestalteten Homepage einsehbar.

www.bikefuehrer-rheintal.ch