Grenzen überwinden

OBT Heerbrugg lud ihre Kunden zum Unternehmer-Apéro ins ri.nova ein. «Grenzen überwinden – Grenzen überschreiten», dazu sprachen ein Firmenchef und ein Extremsportler.

Max Pflüger
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REBSTEIN. Rund 50 Rheintaler Unternehmer folgten am frühen Dienstagabend der Einladung der Heerbrugger OBT-Niederlassung für Treuhand, Steuer- und Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung zum Unternehmer-Apéro. Einen Einblick in die Überwindung von Grenzen erhielten die Zuhörer von Siegfried Winkelbeiner, CEO der Schoeller Textil AG, und von Extremsportler Reto Schoch, Sieger des legendären Velorennens «Race Across America». «Grenzen sind allgegenwärtig – physikalische, materielle und technische, kulturelle, ethische und moralische sowie politische», stellte Moderator Marcel Holenstein von der OBT, Heerbrugg, fest. Kindern und Jugendlichen müssen Grenzen gesetzt werden. Und auch Erwachsene müssen wissen, wo sie sich bewegen dürfen, und in ihrem Tun Leitplanken beachten. «Grenzen sind aber auch Hindernisse, die überwunden werden müssen, wenn wir vorwärts kommen wollen.» Grenzen seien Ansporn für Entwicklungen und Wachstum. Zu diesem Aspekt liess OBT zwei ausgewiesene Fachleute zu Wort kommen.

Textilien, die mehr sind

CEO Siegfried Winkelbeiner gab einen interessanten Überblick über die Weiterentwicklung von textilem Material über die reine Gewebe- und Tucheigenschaften hinaus. Von den bekannten Keilhosen der 50er-Jahre über Stretchgewebe, Sportanzüge mit besonderen Eigenschaften, Schutzanzüge für Feuerwehr, Polizei und Militär bis hin zu völlig neuen Anwendungen haben die Schoeller-Textilien die Welt erobert.

Winkelbeiner zeigte auf, wie die Wünsche der Anwender in der Forschung umgesetzt werden und neue Produkte und Anwendungen so gefunden werden können. Am Beispiel gab er den Anspruchskatalog eines Läufers im Wald: «Ich möchte ein besseres Feuchtigkeitsmanagement, mehr Leistungsfähigkeit, einen guten Temperaturausgleich.» Antworten auf seine Wünsche sind die neuen Gewebeprodukte von Schoeller. «Gelebte Innovationskultur ist die Grundlage zum Erfolg von Schoeller», schloss Siegfried Winkelbeiner seine Ausführungen.

Wissenschaftliche Fragen

Auf einem völlig anderen Gebiet ist Reto Schoch erfolgreich. 2012 gewann er das «Race Across America»-Ultracycling-Velorennen, 2013 erzielte er den dritten Rang. Beeindruckende Zahlen: Das Rennen quer durch die USA ist der härteste Ausdauerwettkampf der Welt, das Königsrennen im Ultracycling. Es führt über eine Distanz von 4810 km und eine Höhendifferenz von 33 000 m. 2012 absolvierte Reto Schoch diese Strecke in acht Tagen, sechs Stunden und 29 Minuten, 2013 benötigte er neun Tage, eine Stunde und drei Minuten. Dies bei einer gesamten Schlafzeit von acht bis zehn Stunden, also mit rund 90 Minuten Schlaf pro 24 Stunden. Der Antrieb des 35-jährigen dipl. Masch.-Ing. ETH waren, wie in seinem Beruf, wissenschaftliche Fragestellungen: Wie funktioniert der Körper in Ausnahmesituationen? Wo sind meine Grenzen? Was ist noch mehr möglich? Können die USA mit eigener Muskelkraft in weniger als acht Tagen von Ost nach West durchquert werden? Und warum funktionierte es ein zweites Mal nicht mehr? Seine Ausführungen interessierten die Zuhörer. In der Schlussdiskussion hatte vor allem Reto Schoch viele Fragen zu beantworten, was er in einer freundlichen und aufgeschlossenen Art tat.