Gregor Weber wird auf die Arabische Halbinsel entsandt

ALTSTÄTTEN. Evangelisch Altstätten muss zwei neue Pfarrpersonen suchen: Hansurs Walder wird im Februar 2016 pensioniert. Gregor Weber wird im Sommer 2016 in den Mittleren Osten entsandt. Dort will er evangelische Migranten betreuen.

Monika von der Linden
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«Was bedeutet es, eine sendende Kirchgemeinde zu sein», fragt Pfarrer Gregor Weber. «Wir sammeln Geld, um Projekte und arme Menschen zu unterstützen. Oft hat es aber nur wenig mit uns zu tun.»

Entsendet eine Kirchgemeinde hingegen einen Menschen, hat das neben einer persönlichen Note auch eine biblische Perspektive. Wie einst Paulus, er wurde von der Gemeinde Antiochia in die Mission ausgesandt.

Diaspora im Mittleren Osten

Gregor Weber und seine Frau Renate belassen es nicht bei der Verkündigung in der evangelischen Kirchgemeinde Altstätten. Sie wollen in einer Diasporagemeinde im Mittleren Osten arbeiten und Seelsorgende für evangelische Migranten aller Strömungen sein. Nun hat der Pfarrer bekannt gegeben, Altstätten per Ende Juli 2016 zu verlassen und eine Stelle auf der Arabischen Halbinsel zu suchen. Bis dahin wollen die Kirchgemeinde und Familie lernen, wie sie die Sendung gestalten können.

Ursula Schelling (Präsidentin Kirchenvorsteherschaft): «Wir wollen als seine Heimatgemeinde mit Gregor Weber und seiner Familie in Kontakt bleiben, ihn unterstützen obwohl die Anstellung aufgehoben wird.»

Arabisch lernen

Wo es Gregor Weber, seine Frau Renate und die einjährige Tochter Simea hinziehen wird, ist noch nicht entschieden. «Zunächst werden wir Arabisch lernen», sagt er. Wahrscheinlich in einer Sprachschule in Oman, einem Staat im Osten der Arabischen Halbinsel.

Von dort aus schaut die Familie weiter. Es langfristig zu planen, wäre nicht möglich. Eine Gemeinde in der Diaspora hat oft nicht genug Geld, um eine Pfarrstelle zu bezahlen. Es müssen Spenden generiert werden.

Gut vorbereitet und keineswegs blauäugig seien sie, meint Gregor Weber. «Der Schritt reizt uns seit langem und wir kennen Menschen und Region von Reisen.» Nun wollen sie ihren Plan bald umsetzen, solange Simea noch keine Ausbildung absolviert. «Nach zehn Jahren kehren wir wohl zurück.» Es steht nicht Abenteuerlust im Vordergrund. «Wir wollen nicht unser eigenes Ding machen, sondern uns auf die biblische Tradition besinnen.» Dazu gehört auch, der Kirchgemeinde Altstätten Rechenschaft abzulegen. Die Kündigung von Gregor Weber war für die Kirchenvorsteherschaft überraschend. Nicht die von Pfarrer Hansurs Walder. Er erreicht im Februar 2016 das Pensionsalter und geht Ende dieses Monats.

Pfarramt ist mit 65 zu Ende

«Mit 65 Jahren ist ein Pfarramt für einen reformierten Pfarrer zu Ende», sagt Hansurs Walder. Seinen Dienst trat er im Herbst 2006 an und ist noch glücklich über seine Aufgabe. Ob er nach der Pensionierung in Altstätten wohnen bleiben wird, ist noch offen. «Ich bin gerne bereit, einmal eine Stellvertretung zu übernehmen, wo immer ich künftig wohnen werde.» Zunächst werde er loslassen und der Nachfolge Platz machen.

Keine Reduktion nötig

Beide Stellen werden im Januar 2015 ausgeschrieben, bestätigt Ursula Schelling auf Anfrage. «Wir bilden eine Pfarrwahlkommission mit Mitgliedern der Kirchenvorsteherschaft und der Kirchgemeinde.» Das Stellenpensum verbleibt bei 175 Prozent. «Eine Reduktion ist nicht nötig und das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen stimmig.» Im Idealfall werden beide Pfarrstellen nahtlos besetzt. Die Kirchgemeinde will den fast gleichzeitigen Weggang beider Pfarrer nutzen und das Stellenprofil überarbeiten. «Wir erhoffen uns, Einzelpersonen, Ehepaare oder ein bewährtes Team zur Bewerbung animieren zu können.»