Gratis-Hauslieferdienst für ältere Menschen und Risikogruppen in Montlingen und Kriessern

Sehr spontan ist am Wochenende in Montlingen und Kriessern ein «Einkaufen für Senioren» organisiert worden.

Gert Bruderer
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Andrea Zai-Kluser, Präsidentin der Frauengemeinschaft Montlingen-Eichenwies, hat einen Heimlieferdienst initiiert.

Andrea Zai-Kluser, Präsidentin der Frauengemeinschaft Montlingen-Eichenwies, hat einen Heimlieferdienst initiiert.

Bild: Gert Bruderer

Die Idee hatte Andrea Zai- Kluser, die seit Februar die Frauengemeinschaft Montlingen- Eichenwies präsidiert. Sie erlebt im Dorf eine «sehr grosse Solidarität» und stiess in der Frauengemeinschaft mit ihrem Vorschlag auf offene Ohren. Auch die Kolleginnen in Kriessern mussten nicht überzeugt werden. Dort ist Präsidentin Gabi Besserer die Kontaktperson.

Für Menschen über 65, für Risikogruppen und Kranke

Angeboten wird in Montlingen- Eichenwies und in Kriessern ab sofort ein kostenloser Heimlieferservice. Gedacht ist er für Menschen über 65, für Risikogruppen und generell für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, auch für Kranke, die froh um Unterstützung sind.

Der bis auf Weiteres zwangsläufige Verzicht auf Veranstaltungen wie Lottomatch oder Jassnachmittage ist für Andrea Zai ein Grund, speziell die älteren Menschen während der Corona-Krise zu unterstützen. Zudem versteht Zai das «Einkaufen für Senioren» als Beitrag zur Sensibilisierung. Noch immer, sagt sie, wunderten sich viele ältere Menschen, wenn sie hören, dass sie besser nicht unter Leute gingen. Überhaupt würden die Empfehlungen noch nicht strikt beherzigt.

Beim Beck vor der Ladentür gewartet

Als Andrea Zai am Sonntagmorgen beim Beck einkaufen wollte, befanden sich im kleinen Laden sieben Kunden, dicht gedrängt. Sie setzte ein Zeichen, indem sie im Freien wartete. Zwei, drei neu hinzukommende Kunden machten es wie sie, und jemand, der – wohl gedankenlos – den Laden betreten wollte, liess sich von den Wartenden leicht überzeugen und blieb ebenfalls im Freien. Ein anderes Beispiel erzählte ein über Siebzigjähriger, der in der Beiz bewusst Abstand halten wollte. Die Kollegen insistierten, er werde sich wohl nicht von ihnen absondern. Solch sozialer Druck trägt dazu bei, die Bemühungen im Kampf gegen das Coronavirus zu unterlaufen, und bestärkt vernünftige Senioren darin, gleich ganz daheim zu bleiben.

Wer den Hauslieferservice nutzen möchte, wendet sich an die Präsidentin der jeweiligen Frauengemeinschaft. Die Präsidentin veranlasst dann, dass ein Helfer oder eine Helferin sich bei der Person meldet, die den Gratis-Service beanspruchen möchte. Dann werden alle, die um Unterstützung nachsuchen, mit der gleichen Ansprechperson zu tun haben – dies ist die Idee. Zumal der Dienst ganz neu ist, kann es aber sein, dass Fragen auftauchen oder Anpassungen nötig sind. Ist jemand bereit, helfend mitzuwirken und Einkäufe zu erledigen, kann er oder sie sich ebenfalls melden. Für den Start hat sowohl die FG Montlingen-Eichenwies, als auch jene von Kriessern ein Team mit einem halben Dutzend Helfenden zur Verfügung.

Info-Blatt für alle Helfenden gestaltet

Für die Helferinnen und Helfer hat Andrea Zai ein Info-Blatt gestaltet, das über das Wichtigste Auskunft gibt. Es ist das Vorgehen beschrieben, und für die Übergabe der Einkaufstasche sind wichtige Hinweise dabei: «Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten, kein Händeschütteln, genug Wechselgeld bereithalten.» Aufs Info-Blatt hat, zur Sicherheit, noch eine Ärztin einen Blick geworfen.

Anmeldung für Heimlieferservice: in Montlingen-Eichenwies bei Andrea Zai-Kluser, Tel. 071 761 01 91, oder praesidentin@fgme.ch; in Kriessern bei Gabi Besserer, Tel. 071 755 83 13 oder gabi.besserer@hispeed.ch