Grabstein schon zweimal verunstaltet

In Altstätten auf dem Friedhof der evangelischen Kirche wurde bereits zum zweiten Mal ein Grabstein von Unbekannten verunstaltet. Bisher gibt es keine Hinweise auf den Täter. Bildhauer Silvan Mattle schätzt den Schaden auf rund 2500 Franken.

Valentina Thurnherr
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ALTSTÄTTEN. Gertrud und Paul Matt sowie Silvan Mattle stehen vor dem Grabstein von Elsa Gross-Ochsner, Gertrud Matts Mutter, und betrachten den Schaden, den Unbekannte mit Wachs verursacht haben. Das erste Mal geschah es am 21. Oktober, das zweite Mal diesen Dienstag. Beide Male hat das Ehepaar Matt Anzeige bei der Polizei erstattet und beide Male hiess es, man könne nicht viel tun ohne konkrete Beweise. «Wir haben daraufhin Bekannte in Altstätten darauf angesprochen, ob ihnen etwas aufgefallen sei. Auch die Angestellten, die auf dem Friedhof arbeiten, haben wir befragt, aber leider hat bisher niemand etwas gesehen», sagt Gertrud Matt.

Schaden ist beträchtlich

«Es sieht zwar nach wenig aus, aber das Wachs kann beträchtlichen Schaden anrichten», sagt Silvan Mattle, Bildhauer aus Altstätten. «Das Wachs frisst sich durch die oberen Schichten des Steins und besonders in die Goldverzierungen. Wir haben hier zwei Möglichkeiten: Einmal eine Grobreinigung, bei der das Kerzenwachs mühselig entfernt wird. Zum zweiten, um den Grabstein wieder in makellosen Zustand zu bringen, Schichten des Steins abschleifen und das Gold entfernen. Dadurch müsste auch die Inschrift nachgemeisselt und natürlich das Gold neu auftragen werden», sagt Mattle. Dazu käme der Transport vom Friedhof in die Werkstatt und zurück, sowie das Neusetzen des Grabsteines. Alles in allem dürfte das ganze auf bis zu 2500 Franken kommen.

Ob sich eine solche Erneuerung lohnen würde, sei dahingestellt, da man nicht weiss, ob diese Verunstaltungen je ein Ende finden werden, sollte man die Urheber nicht fassen. Gertrud und Paul Matt können sich nicht erklären, warum ausgerechnet dieser Grabstein zweimal hintereinander verschandelt wurde. «Am 1. November vor drei Jahren haben wir ihn setzen lassen. Bisher ist nie etwas Vergleichbares vorgefallen», sagt Gertrud Matt.

Grabstein selbst entworfen

Der Grabstein wurde vom Ehepaar zusammen mit Bildhauer Silvan Mattle selbst entworfen. Das Design ist urheberrechtlich geschützt. Versichern konnte das Ehepaar den Grabstein dennoch nicht. «Da er auf einem öffentlichen Platz steht, konnten wir ihn nicht versichern lassen, daher würden die Kosten für den Schaden an uns hängen bleiben», sagt Paul Matt.

Vorerst soll der Grabstein nur grob gereinigt werden, damit er für Allerheiligen wieder einigermassen schön aussieht. «Doch sollten diese Verunstaltungen nicht aufhören, werde ich die Urne ausheben lassen und zu mir nehmen», sagt Gertrud Matt mit Tränen in den Augen. «Wir hoffen, dass sich Personen, die etwas gesehen haben, bei der Polizei melden.»