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Gottes Geist hilft Grenzen überwinden

An Pfingsten wird die Kraft des Heiligen Geistes gefeiert. Eine Kraft, die verwandeln kann. Wächst mir die Kraft so zu, als ob ich regelmässig ins Fitness-Studio ginge. Oder hätte ich einen kräftigeren Geist, also Verstand? Pfingsten meint etwas anderes:
Jürgen Kaesler, Pfarreibeauftragter In Rüthi
Manchmal lassen wir uns vom Heiligen Geist derart begeistern, dass wir eigene Grenzen zurücklassen und hinter den Gartenhag des eigenen Ichs schauen können. (Bild: shutterstock)

Manchmal lassen wir uns vom Heiligen Geist derart begeistern, dass wir eigene Grenzen zurücklassen und hinter den Gartenhag des eigenen Ichs schauen können. (Bild: shutterstock)

An Pfingsten wird die Kraft des Heiligen Geistes gefeiert. Eine Kraft, die verwandeln kann. Wächst mir die Kraft so zu, als ob ich regelmässig ins Fitness-Studio ginge. Oder hätte ich einen kräftigeren Geist, also Verstand? Pfingsten meint etwas anderes:

Wenn mir in einer ausweglosen Situation plötzlich ein Licht aufgeht, wenn ich die Lösung für ein Problem habe, kann auch ich die Wirkung des Geistes in meinem Leben spüren. Meine Fähigkeiten und Charismen sind solche Wirkungen des Geistes. Sie machen mich einzigartig, zu einer besonderen Person. Wenn ich traurig und einsam bin, spendet mir der Heilige Geist Trost, neue Kraft. So durfte ich es immer wieder erfahren.

Das gilt auch für Begegnung mit Menschen: Sie hinterlassen häufig eine Wirkung, sie verändern. Manchmal entsteht aus einer solchen Begegnung eine Begeisterung, in der wir über uns selbst hinauswachsen, weil wir eigene Grenzen hinter uns lassen. Wir bleiben nicht mehr bei uns stehen, sondern schauen über den Gartenhag des eigenen Ichs.

An Pfingsten kommt etwas in Bewegung, auch heute. Menschen werden zusammengeführt, die kaum etwas miteinander zu tun hatten, über die Grenzen von Sympathie und Antipathie hinaus. Das gilt damals wie heute. Es gilt auch, wenn mein Leben alles andere als leicht und unbeschwert ist.

Zum Beispiel: ein Mann stirbt bei einem Autounfall. Er ist geschäftlich im Ausland unterwegs, seine Familie weit weg, daheim im Rheintal. Ihnen wird die Nachricht übergeben. Für sie bricht eine Welt zusammen. Die Ehefrau und die Kinder möchten bei ihm sein. Sie möchten dem Mann und Vater die Hand halten, ihm Liebe zukommen lassen. Aber sie können nichts tun. Ihr Glaube hilft ihnen, sie beginnen zu beten. Später werden sie sagen, ihnen habe das Gebet Kraft gegeben. Die Frau sagt: «Wir haben Gottes Geist gespürt. Ohne ihn wären wir vermutlich verzweifelt.»

Trotzdem gibt es auch quälende Fragen, die niemand beantworten kann. Aber Ohnmacht und Verzweiflung haben nicht das allerletzte Wort, sie sind wohl wichtige Stationen, und Gottes Geist verwandelt sie. Ein Neubeginn wird möglich. Nicht sofort, aber nach einiger Zeit! Dass Menschen anderen Menschen zuhören können, ist eine solche Wirkung des Geistes. Sie sprechen die gleiche Sprache, ohne viele Worte machen zu müssen.

«Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht», hat Vaclav Havel gesagt. Ich verstehe ihn so: Es gibt Ereignisse im Leben, die Fragen provozieren. Gottes Geist hilft, sie nicht beiseite zu schieben, sondern auszuhalten. Er hilft, unser Leben weiterzuleben, in der Gewissheit, dass Gott unsere Fragen beantworten wird und nichts im Leben sinnlos ist. Die Kraft des Geistes kann alle Dunkelheit erhellen. Wir können sie als Teil des Lebens akzeptieren. Aus Not und Angst werden Hoffnung und Zuversicht. Gottes Geist kann die Menschen zusammenführen zu einer Gemeinschaft, in der andere Rassen, Sprachen, Kulturen und Verschiedenheiten Platz haben. Gottes Geist begeistert. Menschen wachsen über sich hinaus. Sie tun es mit einem solchen Enthusiasmus, dass sie sich fragen, woher sie die nötige Kraft bekommen.

Die Gegenwart des Heiligen Geistes macht Mut. Er bringt Menschen zusammen, lässt sie die gleiche Sprache sprechen. Pfingsten ist ein Datum der Kraft und des Mutes, ein Datum der Begeisterung, Dynamik und Gemeinschaft, in der dies alles Platz hat. Frohe Pfingsten!

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