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Gold nicht Erstbestem verkaufen

ALTSTÄTTEN. Altgoldhändler, die ein Restaurant als «Laden» benützen, suggerieren gern, Verkäufer machten ein gutes Geschäft. Oft ist es gerade umgekehrt. Morgen und am Freitag sind in der Altstätter «Sonne» Altgoldhändler zu Besuch.
Gert Bruderer
Wer Altgold, Silber, Uhren oder Schmuck verkaufen möchte, ist gut beraten, wenn er mehr als ein Angebot einholt. (Bild: Michel Canonica/Archiv)

Wer Altgold, Silber, Uhren oder Schmuck verkaufen möchte, ist gut beraten, wenn er mehr als ein Angebot einholt. (Bild: Michel Canonica/Archiv)

Unterwegs ist einmal mehr die Firma M.T.F. Zozerd aus Wil. Mit einem Flyer hat sie ihre Anwesenheit im Altstätter Hotel Sonne morgen und am Freitag angekündigt. «Lassen Sie Ihren Gold- und Silberschmuck unverbindlich und gratis von uns schätzen», heisst es auf dem Flyer. Aber eben: Letztlich geht es nicht ums Schätzen, sondern ums Geschäft. Die Händler wollen kaufen.

Was aber bekommt der Rheintaler oder die Rheintalerin, wenn sie morgen zum Beispiel 18-karätiges Gold in der «Sonne» vorbeibringt? Am Telefon werde keine Auskunft zu Preisen erteilt, sagt ein Vertreter der Wiler Firma – freundlich zwar, aber bestimmt. Wer wissen wolle, wie viel er für seine Sachen erhalte, müsse vorbeikommen. Das mag einleuchten, wenn es um Uhren, Schmuck oder Gedenkmünzen geht (was alles auch gekauft wird) – doch bei Gold, das einen festen Wert hat?

22 Franken pro Gramm

Franz Götz von der gleichnamigen Altstätter Bijouterie sieht keinen Grund, aus dem Kaufpreis für Gold ein Geheimnis zu machen, sondern ist auch am Telefon sofort bereit, sich zu äussern. Auf eine konkrete Frage gibt er sofort eine konkrete Antwort. Für ein Gramm 18-karätiges Gold zahlt Götz rund 22 Franken. Bereitwillig gibt er auch darüber Auskunft, wie er auf diesen Preis kommt. Bei einem Goldpreis von derzeit (ca.) 38 000 Franken pro Kilo ist ein Gramm reines (24-karätiges) Gold 38 Franken wert, 18-karätiges Gold also 28.50. Von diesem Betrag zieht Götz 3.50 Franken für den Goldschmelzer (Schmelzkosten und Provision) sowie seine eigene Marge von 3 Franken ab.

Vorsicht ist angebracht

In den letzten Jahren zogen Altgoldhändler immer wieder mediale Aufmerksamkeit auf sich. Das Fazit war stets das gleiche: Es wurde zu Vorsicht gemahnt. Denn bei Tests zeigte sich: Die Geldbeträge, die verschiedene Altgoldhändler für ein bestimmtes Angebot zu zahlen bereit waren, lagen teilweise sehr weit auseinander. Der Verkauf von Gold konnte für Schmuckbesitzer ein sehr schlechtes Geschäft sein.

Grundsätzlich zahlt der Goldschmied deutlich besser als die Altgoldhändler in den Restaurants. Das ergaben nicht nur Recherchen der Fernsehsendung «Kassensturz» im Jahr 2009 unter dem Titel «Gierige Altgoldhändler: So zocken sie Kunden ab». Auch die «Obersee Nachrichten» kamen zwei Jahre später zum gleichen Befund unter dem Titel: «Goldankäufer ziehen Kunden über den Tisch». In jenem Zeitungsbericht wurde die morgen und übermorgen in Altstätten auftretende Firma aus Wil auch erwähnt. Von «Höchstpreisen», wie auf dem Flyer in Aussicht gestellt, konnte damals keine Rede sein.

Klare Empfehlungen

Die Empfehlungen für Altgold-Besitzer, die ihr Edelmetall in Geld verwandeln möchten, sind unmissverständlich. Wer Altgold, Silber, Uhren oder Schmuck verkaufen will, tut gut daran, nicht einfach dem nächstbesten Händler zu verkaufen, sondern sich vorzubereiten und sich nicht mit einer einzigen Schätzung oder Offerte zu begnügen. Gerade beim Gold ist es leicht möglich, als Anbieter im Bilde zu sein. Der Stempel gibt über den Reinheitsgehalt Auskunft. Die Zahl 1000 entspricht reinem Gold, die Zahl 750 somit einem Reinheitsgehalt von drei Viertel. Der aktuelle Wert des Goldes lässt sich im Internet abrufen. Gestern betrug er 38.17 Franken pro Gramm reinem Gold.

Vergleichen ist wichtig

Auch Franz Götz hält viel vom Vergleichen. Er sagt: «Was ich keinesfalls möchte, sind Kunden, die mit einem schlechten Gefühl heimkehren und sich fragen, ob sie einen fairen Preis bekommen hätten.» Er selbst weise immer wieder auf die Möglichkeit hin, seiner Bijouterie angebotenes Gold oder angebotenen Schmuck noch anderswo vorzulegen und dort ebenfalls ein Angebot einzuholen. Im Gegensatz zu Altgoldhändlern, die in Restaurants Gold und anderes zusammenkaufen, betreiben Läden wie die Bijouterie Götz den Kauf von Altgold lediglich als ein Nebengeschäft, das ein Stück weit sogar eine Dienstleistung ist. Franz Götz sagt: «Wir werben deshalb nie für den Ankauf von Gold und spekulieren nie damit, sondern verkaufen es immer gleich weiter.»

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