Glücklich, aber nicht zufrieden

Obschon das Ziel Podestplatz als Vierter knapp verpasst worden ist, können die Gators auf eine insgesamt gelungene Saison in der 1. Liga zurückblicken. Nach erheblichen Startschwierigkeiten kamen die Widnauer in der Rückrunde in Fahrt.

Yves Solenthaler
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Die Krone setzten die Gators ihrer Saison nicht auf. Aber nach miserablem Start kamen die Rheintaler in die Gänge, und konnten in der Rückrunde gar mit den Spitzenteams mithalten. (Bilder: ys)

Die Krone setzten die Gators ihrer Saison nicht auf. Aber nach miserablem Start kamen die Rheintaler in die Gänge, und konnten in der Rückrunde gar mit den Spitzenteams mithalten. (Bilder: ys)

UNIHOCKEY. In der fünften Runde hatten die Gators gegen Thurgau nach einer 6:2-Führung mit 8:10 verloren. Es war die fünfte Niederlage, weil aber drei davon wenigstens erst in der Verlängerung zustande gekommen waren, belegten die Gators immerhin nur den zweitletzten Platz. Natürlich dennoch viel zu wenig, für eine Mannschaft, die sich die «Top 3» zum Ziel gesetzt hatte.

Widerständen getrotzt

Markus Hutter, der neue Trainer, machte zwar gute Miene zur bösen Niederlagenserie. Er war angetreten, um das Spielsystem der Gators umzukrempeln – weg vom Konterspiel, hin zum auf Ballbesitz orientierten Angriffsspiel: «Wenn man etwas ändert, wird es am Anfang meist schlechter.» Entscheidend sei, sich davon nicht beirren zu lassen und die Strategie selbst zu verfolgen. Für Hutter war das eine Selbstverständlichkeit, die Spieler sahen das teilweise anders. «Einige wähnten sich damals schon im Abstiegskampf», sagt Hutter. Und auch aus dem Umfeld, das sich andere Klassierungen gewöhnt ist, kamen kritische Einwände. Hutter zog seine Idee durch: «Etwas anderes kam für mich gar nicht in Frage.» Er habe gewusst, dass die Spieler technisch und taktisch stark genug seien, um seine Ideen umzusetzen. Das zeigte sich ab der achten Runde – in der Rückrunde gab es nur noch einen Match ohne Punktgewinn. Und dieser war im letzten Heimspiel gegen Herisau belanglos. «Sogar gegen die Topteams Floorball Thurgau und Vipers InnerSchwyz konnten wir in der Rückrunde mithalten», freut sich Hutter. Nach der Saison sagt der Übungsleiter: «Ich bin glücklich darüber, wie die Mannschaft nach dem miesen Start reagiert hat. Aber mit der Saison zufrieden sein, kann ich nicht: Schliesslich haben wir das Ziel nicht erreicht.»

Bei der Ursachenforschung schliesst sich Hutter in einem Punkt in die Kritik ein: «Wir haben vor der Saison zu spät damit begonnen, in der Halle taktisch zu trainieren. Auch deshalb dauerte die Umstellung länger als erwartet.» Dies hing allerdings auch mit Hutters persönlicher Situation zusammen. Er wohnte am Anfang noch in Zürich, weil er das Traineramt bei den Rheintalern ziemlich kurzfristig angetreten hatte. Der frühere Goalie der Gators war vorher bei Uster in der höchsten Schweizer Liga Assistenztrainer.

Spitzenteam in der Rückrunde

Aber wenn Hutter nur die zweite Saisonhälfte betrachtet, kann er mit der Performance der Gators zufrieden sein. Obschon ein ganzer Block an Stammspielern wegen Auslandaufenthalten und Verletzungen fehlte, steigerten sich die Gators zu dem, was sie sein wollen – ein Spitzenteam in der 1. Liga Grossfeld: «Dabei sah ich sogar Angriffsauslösungen, die direkt zu Toren geführt haben.» Was Hutter noch bemängelt, ist die auch in der Rückrunde fehlende Konstanz: «Wir spielten mal 20, mal 40, aber nie 60 Minuten auf höchstem Niveau.»

Weiter Junioren einbauen

Die Spieler hätten aber taktisch einen Schritt vorwärts gemacht: «Auf die Mannschaft bin ich stolz. Die Spieler sind sehr lernbereit und haben mir viel Vertrauen entgegengebracht.» Für nächste Saison schwebt Hutter eine Festigung in der Breite vor: «Wir werden drei, vier weitere junge Spieler nachziehen.» Verstärkungen von aussen seien nicht eingeplant, aber wenn einer bei den Gators spielen wolle und ins Gefüge passe, sage er dazu nicht Nein. Sehr gut sei auch die Kondition gewesen, das hätten viele starke Schlussdrittel bewiesen. Dies ist auch ein Verdienst von Fitnesstrainer Michael «Lotti» Loher, nach dessen Anweisungen die Gators vor der Saison geschwitzt hatten.

1. LIGA GROSSFELD, GRUPPE 2 Schlussrangliste: 1. Thurgau 37 Punkte (114:91 Tore); 2. InnerSchwyz 36 (102:77), 3. Davos-Klosters 33 (106:83), 4. Gators 32 (87:79), 5. Winterthur 29 (101:81), 6. Laupen 29 (79:84), 7. Bassersdorf 27 (75:91), 8. Herisau 24 (81:85); 9. Pfannenstiel Egg 20 (78:89), 10. Toggenburg Bazenheid 3 (51:114).

Trainer Markus Hutter.

Trainer Markus Hutter.