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Glockenläuten im Grundbuch

An der Vorversammlung am Montag informierte der Kivo-Präsident über die Einfamilienhäuser, die südlich der Kirche im Bau sind. Auch sprach er das neue Gemeinschafts-Urnengrab und die Zusammenarbeit mit Rheineck an.
Maya Seiler

ST. MARGRETHEN. Gespannt folgten die etwa 20 Kirchbürger den Ausführungen von Paul Gerosa, Präsident der Kirchenvorsteherschaft (Kivo). Unter anderem berichtete er von der Überbauung an der Wasenstrasse. Dort wachsen im Moment vier Einfamilienhäuser in die Höhe. Nur durch Zufall sah Gerosa im Sommer 2013 im Gemeindehaus die Baupublikation; Die evangelische Kirchgemeinde als direkter Nachbar war vergessen gegangen.

Das geplante Bauvorhaben in enger Nachbarschaft zu Kirche und Friedhof – das bestehende Urnen-Gemeinschaftsgrab liegt direkt hinter der Grenzmauer – tangiert die Interessen der Kirchgemeinde stark, darum erhob sie Einspruch. Die Begründungen – Freiräume zu Kirche und Friedhof erhalten; Rücksichtnahme auf den Friedhof, ungünstige Erschliessung, Sorge wegen Rekursen gegen das Kirchengeläut – waren nicht stichhaltig genug.

Kirchenglocken tolerieren

Trotzdem erreichte die Kirchgemeinde, dass in einem Grunddienstbarkeitsvertrag festgehalten wird, dass sämtliche Immissionen aus «Bestand und Betrieb der Kirche und des Friedhofs» akzeptiert werden müssen und «allfällige Schutzmassnahmen zu Lasten der Grundeigentümer gehen». Im Klartext bedeutet es, dass heutige und künftige Besitzer der Liegenschaften das Läuten der Kirchenglocken tolerieren müssen, weil es so im Grundbuch steht. Ausserdem muss die Wasenstrasse, heute ein schmaler Fahrweg, auf Kosten der Bauherrschaft ausgebaut werden. Und die Trauerbuche, die am südöstlichen Rand des Friedhofsareals wächst, darf ungeachtet von Grösse und Nähe zur Grenze dort bleiben.

Neues Gemeinschaftsgrab

Das Urnen-Gemeinschaftsgrab südlich der Kirche ist seit 2001 im Eigentum der politischen Gemeinde. Da immer mehr Hinterbliebene die Namen ihrer Verstorbenen auf einer Tafel vermerken möchten, hat die Gemeinde beschlossen, ein neues Gemeinschaftsgrab zu erstellen. Aus drei Vorschlägen wurde das Projekt von Ingrid Tekenbroek gewählt. Die Bronzeskulptur in Form einer Wurzel wird im eigentlichen Friedhofsareal stehen und soll auf Allerheiligen fertig sein. Namen und Jahreszahlen der Beigesetzten werden in Bleiplättchen gestanzt. Das bisherige Urnengrab bleibt bis zum Ablauf der Grabesruhe bestehen.

Zusammenarbeit mit Rheineck

Im Jahresbericht erwähnte Paul Gerosa eine Reihe von Projekten, die im vergangen Jahr mit den evangelischen Rheineckern realisiert wurden. So betreuten Pfarrerin Eva Nörpel-Hopisch und Sozialdiakonin Jessica Spring (beide St. Margrethen) die Konfirmanden beider Gemeinden. In den Sommerferien wurde nur noch ein Gottesdienst alternierend in einer der beiden Kirchgemeinden angeboten. Für das laufende Jahr will man diese Regelung auf die Herbstferien ausdehnen. Der gemeinsame Bettags-Gottesdienst mit etwa 80 Personen aus Rheineck und St. Margrethen bot Gelegenheit zu Gesprächen.

Auf diese erfolgreiche Zusammenarbeit wies der Kivo-Präsident hin, als Rolf Hanselmann in der allgemeinen Umfrage den unaufhaltsamen Rückgang der Zahl an Kirchbürgern ansprach. Sinkt deren Zahl einmal unter 1000 (Stand per 31. Dezember 2015: 1050 Kirchbürger), verlangt die Kantonalkirche eine Fusion mit einer anderen Gemeinde. Gerosa nannte Rheineck als möglichen Wunschpartner. Im Zusammenhang mit der Abrechnung interessierte, dass die evangelische Kirchgemeinde den gesamten Religionsunterricht erteilt, da den Katholischen im Moment keine Religionslehrer zur Verfügung stehen.

Zur ordentliche Kirchgemeindeversammlung am Sonntag, 13. März, etwa 10.30 Uhr (im Anschluss an den Gottesdienst), sind alle, auch ausländische Kirchbürger, herzlich eingeladen.

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