Glocken noch nicht synchron

118 Glocken werden im Sommer in St. Gallen ein Musikstück spielen. Die dafür nötige Technik ist komplex und das Gelingen hängt von vielen Faktoren ab.

Larissa Flammer
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ST. GALLEN. Sechs Glocken in den Kirchen St. Laurenzen, Linsebühl und St. Mangen waren am Dienstag zu hören – in einem Testlauf für das Projekt «Zusammenklang». Die Verantwortlichen probierten einfache Teststücke aus, etwa eine Tonfolge oder synchrone Töne, die zusammen eine Harmonie ergeben. Das Fazit von Initiator und Organisator Karl Schimke: «Wir haben noch ein paar Hausaufgaben zu machen.»

Mit Klöppel tönt es besser

«Zusammenklang» ist das einzigartige Projekt, mit dem Schimke und die Komponistin Natalija Marchenkova Frei im August 118 Glocken in allen Kirchtürmen von St. Gallen orchestriert zum Klingen bringen wollen. Die grosse Schwierigkeit dabei ist die Technik. Denn das Ziel ist nicht einfach Geläut, sondern mit gezielten Glockenschlägen ein Musikstück zu spielen.

Das Läuten, das jede Viertelstunde ertönt, wird mit einem Fallschlaghammer erzeugt. Dieser ist neben der Glocke befestigt und wird mechanisch gesteuert. «Dieser Klang ist aber nicht so schön», sagt Schimke. Mit dem Klöppel, der in jeder Glocke hängt, lasse sich ein viel schönerer Ton erzeugen. Normalerweise werden Glocken geläutet, indem die Glocke hin und her schwingt und der Klöppel immer wieder anschlägt. «Wir wollen aber nur jeweils einen Ton», erklärt Schimke. Deshalb habe man sich etwas überlegen müssen: Wo immer möglich wird der Klöppel nahe an der Innenwand der Glocke festgebunden, so dass mit einem kurzen Zug an einem Seil ein Ton erklingt.

Falsch, aber regelmässig

Für den Test fuhren Karl Schimke und Natalija Marchenkova Frei zum Bubenweier hoch, wo sich der zentrale Hörort befindet. Dort soll die Musik so zu hören sein, wie sie komponiert wurde. Techniker koordinierten es, dass in den drei Kirchen die Glocken angeschlagen wurden. Ziel war es, herauszufinden, ob die Töne so am Hörort ankommen, wie das geplant war. So ganz wollte das noch nicht gelingen. «Es ist ein grosses Stück Arbeit», musste Schimke zugeben. Eine der Schwierigkeiten bestand darin, dass die Uhren auf den Smartphones, über die der Countdown kam, nicht synchron eingestellt waren. Schnee und Wind erschwerten das Vorhaben zusätzlich. Die Töne wurden gedämpft und verweht, die ungemütliche Lage für die Gruppe beim Bubenweier führte dazu, dass die Probe vorzeitig beendet wurde.

Mit dem letzten durchgeführten Test war Schimke aber zufrieden: «Die Töne kamen zwar nicht synchron an, aber dafür regelmässig. Das können wir korrigieren.»