«Glaubwürdigkeit belohnt»

MARBACH. Kantonsrat Meinrad Gschwend und Präsident René Sieber sehen im Resultat der Rheintaler Grünen eine «Anerkennung für unsere glaubwürdige Politik».

René Schneider
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In Feierstimmung: Der Bisherige Grüne Meinrad Gschwend, die auf der Liste und im Resultat Zweitplatzierte Catherine Reiter und Grüne-Präsident René Sieber (v. l.) gestern in der Marbacher «Krone». (Bild: René Schneider)

In Feierstimmung: Der Bisherige Grüne Meinrad Gschwend, die auf der Liste und im Resultat Zweitplatzierte Catherine Reiter und Grüne-Präsident René Sieber (v. l.) gestern in der Marbacher «Krone». (Bild: René Schneider)

Ein Dutzend Grüne kamen zur Wahlfeier gestern, und vor der «Krone» standen acht Velos. Zwei Parkplätze vor der Tür blieben frei. Meinrad Gschwend (und andere) waren mit dem Bus gekommen. «Solche Details machen die Grünen glaubwürdig», sagt der Kantonsrat. «Wir dreschen nicht Parolen, sondern machen ehrliche, transparente Politik. Wir leben weitgehend, was wir vertreten.» Das sei bei diesen Wahlen «endlich ein bisschen» belohnt worden. Die Grünen-Liste und Gschwend selber erzielten gegenüber den letzten Kantonsratswahlen etwa Tausend zusätzliche Stimmen.

Ziel erreicht

Das Ziel der Grünen sei gewesen, den Sitz zu halten und eventuell noch einen zweiten dazu zu gewinnen, sagt Parteipräsident René Sieber. «Ich bin zufrieden.» Er ist überzeugt, dass die zusätzlichen Tausend Stimmen der Grünen zum guten Teil eine Anerkennung sind für die Kantonsrats-Arbeit von Meinrad Gschwend. Allgemein sei in den letzten vier Jahren (auch wegen des Atomkraftwerk-Unfalls in Japan) die grüne Politik «wieder etwas salonfähiger» geworden. Auch im Rheintal fänden grüne Positionen «mehr Akzeptanz». Dazu komme – aber das war gemäss Sieber schon immer so: «Wir machen eine gute, gradlinige Politik, kein Wischiwaschi. Das wird registriert und goutiert».

Catherine Reiter habe man den zweiten Listenplatz überlassen, in der Hoffnung und auch im Wissen, dass sie diesen Vorsprung ausbauen werde.

Das sei erfreulicherweise eingetreten. Sie habe aber gewiss auch Stimmen gemacht mit ihren kompetenten und glaubwürdigen Auftritten an regionalen Anlässen und in den Zeitungen. Der Erfolg der neuen GLP und auch der SP im Rheintal sei nicht zulasten der Grünen ausgefallen, ist Sieber überzeugt. «Auch sie machen, wenn auch nicht so ausgeprägt wie wir, gute Politik in Bezug auf grüne, soziale und solidarische Anliegen.»

«Kein Frauenbonus»

Überrascht vom Resultat ist die Juristin Catherine Reiter, die erstmals kandidierte und auf Anhieb das zweitbeste Resultat auf der Grünen-Liste erzielte. Catherine Reiter glaubt nicht an den sogenannten Frauenbonus. «Mir wurde noch nie im Leben etwas geschenkt, nur weil ich eine Frau bin. Das ist auch in der Politik nicht anders.» Die eine oder andere Frau habe Reiter vielleicht aus Solidarität gewählt, «aber das erklärt das Resultat nicht.» Möglich sei, dass sie vom zweiten Platz auf der Grünen-Liste profitiert habe. Ein weiterer Vorteil seien vielleicht ihre Ausbildung und ihr Beruf gewesen, auch der Umstand, dass auf der Liste viele Junge «in Ausbildung» aufgeführt waren. Auf die Frage nach ihren Zielen für die Kantonsratswahlen 2016 sagt Catherine Reiter: «Wer weiss, wenn ich dann noch im Rheintal lebe, bin ich vielleicht wieder dabei.»