Glasfasernetz für alle in Marbach und Rebstein?

Noch kann man sich in den beiden Oberrheintaler Gemeinden an der Befragung beteiligen, ob sich der Aufbau eines gemeindeeigenen Glasfasernetzes rechnet. Nach den Sommerferien wird zusammengezählt.

Kurt Latzer
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Für die digitale Zukunft rüsten und Glasfasernetz für jeden Haushalt ermöglichen – in Marbach gibt es weniger Interessierte. (Bild: Kurt Latzer)

Für die digitale Zukunft rüsten und Glasfasernetz für jeden Haushalt ermöglichen – in Marbach gibt es weniger Interessierte. (Bild: Kurt Latzer)

Im Januar haben die Gemeinden mit der Befragung zum Glasfasernetz begonnen. Es handelt sich dabei einzig um eine Bedarfsabklärung, mit dem Ausfüllen des Umfragebogens ist keine Anmeldung für «Fibre to the Home» (FTTH), wie das Glasfasernetz genannt wird, verbunden.

Auf der Basis eines Grobkonzeptes prüfen die Gemeinden Marbach und Rebstein den Aufbau eines gemeindeeigenen FTTH-Netzes in den bestehenden Rohrleitungen der Elektrizitätsversorgung. Als Partner ist die Firma Rii Seez Net vorgesehen. Über das leistungsstarke FTTH kann man TV, Internet und Telefon abdecken.

Fakten sammeln, Kosten berechnen

Die Elektrizitätsversorgung Rebstein hat in den den letzten Jahren die Vernetzung der gemeindeeigenen Bauten bereits realisiert. Der Gemeinderat ist der Ansicht, die Einwohner sollten zu diesem Netz Zugang haben. Die Erschliessung ist deckungsgleich mit der von Strom, so sind auch Gebiete ausserhalb der Bauzone erschliessbar.

Josef Wyss ist Mitglied der Energiekommission Rebstein-Marbach und Betriebsleiter der Elektra Rebstein. Er hat die bisherigen Umfrageergebnisse ausgewertet. Bisher haben in Marbach etwa 180, in Rebstein gut 300 Leute den Fragebogen ausgefüllt. «Wir gehen davon aus, dass es sich je Person um einen Haushalt handelt», sagt Wyss. In beiden Gemeinden haben über 90 Prozent der Befragten Interesse an FTTH und dabei vor allem an TV, Internet und Festnetz-Telefonie. In den nächsten Wochen werten die Fachleute alle Details der Umfrage aus, wonach sie die Kosten genauer berechnen können.

Jede Gemeinde entscheidet für sich

Die Ergebnisse werden kommenden Herbst dem Marbacher und dem Rebsteiner Gemeinderat präsentiert. «Haben wir die Chance, das Glasfasernetz aufzubauen, bringen die Räte an den Bürgerversammlungen 2020 die entsprechenden Gutachten und Anträge vors Volk», sagt Josef Wyss. Und obwohl die Abklärungen für das FTTH-Netz parallel in beiden Gemeinden getroffen werden heisst das nicht, dass das Netz nur in beiden Dörfern möglich ist.

Sollte sich der Aufbau eines Glasfasernetzes rechnen und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hierfür den Kredit bewilligen, soll FTTH innerhalb von fünf Jahren komplett ausgebaut sein.