Gewinner und Verlierer beim Wahlsieg von Hillary Clinton

Noch rund zwei Monate dauert der US-Präsidentschaftswahlkampf. Die beiden Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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Noch rund zwei Monate dauert der US-Präsidentschaftswahlkampf. Die beiden Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aus aktuellem Anlass gehen wir diese und nächste Woche auf zentrale Punkte im Wahlprogramm und deren möglichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte ein. Den Anfang macht Hillary Clinton. Kommenden Samstag steht diese Spalte dann ganz im Zeichen ihres Widersachers Donald Trump.

Noch vor wenigen Wochen führte Hillary Clinton in der täglichen Umfrage von Reuters/Ipsos mit 12 Punkten Vorsprung auf ihren Widersacher Donald Trump. Doch der offizielle Kandidat der Republikaner hat deutlich aufgeholt. Für die Finanzmärkte steht der Gewinner, oder besser gesagt die Gewinnerin, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 zu 30 Prozent allerdings schon heute fest: Hillary Clinton. Für Clinton steht die Entlastung der Mittelschicht sowie kleiner und mittelgrosser Unternehmen im Vordergrund. Darüber hinaus will sie die Wirtschaft mittels gezielter Investitionsprogramme ankurbeln. Finanziert werden soll das Ganze mit einer stärkeren Besteuerung der einkommensstärksten Privathaushalte sowie mit einer leichten Erhöhung des Budgetdefizits. Von den Wirtschaftszweigen droht vor allem der Pharmaindustrie Ungemach, sollte Hillary Clinton zur ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten gewählt werden. Spätestens seit dem Sommer vergangenen Jahres zählt der Kampf gegen ausufernde Medikamentenpreise zu den zentralen Punkten im Wahlprogramm der Kandidatin. Mit ihrer Kritik an der Preisgestaltung trat sie eine hitzige öffentliche Debatte los. Ebenfalls könnte das Thema Umweltschutz an Gewicht gewinnen.

Ob und wie rasch die Wahlversprechen umgesetzt werden können, darüber entscheiden immer auch die Machtverhältnisse im Kongress. Aus heutiger Sicht wäre der zukünftigen Präsidentin im Senat eine Mehrheit ihrer Demokratischen Partei sicher. Im Repräsentantenhaus dürfte die Mehrheit allerdings in den Händen der Republikanischen Partei verbleiben. Dieses Machtgefüge spräche für einen eher gemächlichen und für die Finanzmärkte gut verkraftbaren Wandel. Anders als bei einem Wahlsieg des Widersachers Donald Trump wäre womöglich mit einem stabilen oder nur leicht rückläufigen Dollarkurs zu rechnen.