Gewerbler lernen von Sportlern

Ziele erreichen und Entscheide fällen. Das sind die markantesten Stichworte des 2. Gewerbler-Abends. Joey Keller und Markus Merk faszinierten ihr Publikum und gaben Denkanstösse für die Unternehmensführung.

Monika von der Linden
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Joey Kelly (links) und Markus Merk – zwei herausragende Sportlertypen. Der eine ist Ultra-Sportler, der andere war Weltschiedsrichter. Sie fachsimpeln am Rande des 2. Gwerbler-Abends des VRG. (Bild: Monika von der Linden)

Joey Kelly (links) und Markus Merk – zwei herausragende Sportlertypen. Der eine ist Ultra-Sportler, der andere war Weltschiedsrichter. Sie fachsimpeln am Rande des 2. Gwerbler-Abends des VRG. (Bild: Monika von der Linden)

BALGACH. Ehrgeiz haben, an Zielen festhalten, mit dem Kopf kämpfen, sich selbst motivieren.

Das sind nur einige Leitworte, die man am Freitag von den Teilnehmern des Gewerbler-Abends vernehmen konnte. Der Verein Rheintaler Gewerbepräsidenten hatte in die Mehrzweckhalle Riet eingeladen und 200 Gewerbler waren gekommen, um die beiden hochkarätigen Redner Joey Kelly (Ultra-Sportler) und Markus Merk (ehemaliger Fifa-Schiedsrichter) zu erleben.

Noch nie aufgegeben

Pause. Joey Kelly hatte soeben seinen Vortrag geschlossen. Er hatte eine Stunde lang aus seinem Leben erzählt. Die Teilnehmer standen zusammen und tauschten sich über das Gehörte aus. Die Bemerkungen zeugten von Bewunderung und Ansporn, einige Gedanken mit in ihren Alltag zu nehmen, in die Unternehmensführung, ins Privatleben.

Joey Kelly sprach aus der Zeit, als er mit der Kelly Family, zunächst auf der Strasse oder in einem Hausboot gelebt und später grosse Erfolge mit der Musik gefeiert hatte. Hauptsächlich sprach er aber von den sportlichen Herausforderungen, denen er sich immer wieder stellt. Joey Kelly ist Ultra-Sportler, der in siebzehn Jahren und mehr als hundert Extremtouren noch nie aufgeben musste, weil er «aufgehört hatte zu jammern», als er am Boden lag, wieder aufstand und weiter lief.

Mehr geben als nehmen

«No limits – Wie schaffe ich mein Ziel?», lautete Joey Kellys Thema. Vater Kelly wurde im Jahr 1930 geboren, war Mönch in einem italienischen Kloster und gründete später die Kelly-Familie mit zwölf Kindern. «No limits», kommentierte Joey Kelly.

Der Vater war streng. Dennoch zollt ihm sein Sohn Respekt: «Hut ab. Sein Erziehungs-Prinzip war: Gib immer mehr als du nimmst.» Das ist aufs Unternehmertum übertragbar. Wer investiert kann erfolgreich sein.

Im Extremsport habe er gelernt, Ziele zu setzen und an ihnen festzuhalten, Ausdauer zu haben, Mut und Leidenschaft aufzubringen, um Träume zu erreichen. «Das sind Elemente, die man auch im Beruf und im Privatem braucht.»

Sicher entscheiden

«Es ist selten, dass ein Schiedsrichter mit Applaus empfangen wird», sagte Markus Merk, der lange einer der besten Schiedsrichter der Welt war. Um es vorwegzunehmen, er verliess die Bühne nach seinem Vortrag unter noch grösserem Applaus.

«Ich bin nicht gekommen um Ihnen den Zeigefinger zu heben und zu sagen, wie sie sich verhalten sollen», sagte Markus Merk Er hoffe aber, seinen Zuhörern den ein oder anderen Steilpass geben zu können. Dies gelang ihm sicher, als er aus seinem Erfahrungsschatz berichtete, den er in Stadien und Mannschaftskabinen der ganzen Welt sammelte. Es seien Basiswerte, die seinen Führungsstil ausmachen, sagte Markus Merk. Als zwölfjährigen Bub begeisterten ihn drei Personen auf dem Fussballplatz. Der Schiedsrichter und zwei Linienrichter. «Sie haben Mut, Verantwortung zu übernehmen.» Seitdem wollte er Schiedsrichter werden, hielt an seinem Ziel fest und war bereit, Entscheidungen zu fällen, Fehlentscheidungen einzugestehen, Konzepte zu überdenken und Entscheide zu revidieren. «Die Individualisierung ist ein Megatrend.» Erfolge sichere man sich aber nur, wenn man gemeinsam wirkt, auf dem Platz und in der Firma. «Meine Mannschaft, mein Team. Ein Messi macht noch keinen Weltmeister.»

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