Gewerbe bei Nachbarn willkommen

REBSTEIN/MARBACH. Marbach hat keinen Gewerbeverein mehr. Er ist aufgelöst worden. Gestern beschäftigte sich das Gewerbe von Rebstein mit der Frage, ob man die Marbacher aufnehmen wolle. Opposition gab es keine. Das verbindliche Ja dürfte bloss eine Formsache sein. Abgestimmt wird am 19. März.

Gert Bruderer
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Präsidentin Claudia Graf: «Wenn auch das Marbacher Gewerbe in unserem Verein mitmacht, ist er in der Region breiter abgestützt.» (Bild: Gert Bruderer)

Präsidentin Claudia Graf: «Wenn auch das Marbacher Gewerbe in unserem Verein mitmacht, ist er in der Region breiter abgestützt.» (Bild: Gert Bruderer)

Nein, von einer Fusion kann man nicht sprechen. Dafür wären zwei Gewerbevereine nötig. Aber Marbach hat gar keinen mehr. Die Marbacherin Karin Thomis-Zürcher, die vor der Vereinsauflösung als Beisitzerin wirkte, berichtete gestern dem Rebsteiner Gewerbe, warum das so ist. Die einsatzfreudigen Kräfte hätten zunehmend gefehlt, und zu besonderen Anlässen seien kaum noch Mitglieder gekommen. Marbachs Gewerbeverein, so das Fazit, war zu klein. Der Vorstand hatte den Rücktritt angekündigt, Nachfolger gab es keine. Es tönt paradox, aber erst im Zusammenhang mit der Vereinsauflösung «kam Freude und neuer Elan auf». Der Vorschlag, beim Nachbarverein anzuklopfen, anstatt in zu kleinem Kreis weiterzumachen, brachte neuen Schub.

Zwei Marbacherinnen, die bereit sind, im Vorstand des erweiterten Vereins mitzuwirken: Kathrin Thomis-Zürcher (links) und Nadja Dintheer. (Bilder: Gert Bruderer)

Zwei Marbacherinnen, die bereit sind, im Vorstand des erweiterten Vereins mitzuwirken: Kathrin Thomis-Zürcher (links) und Nadja Dintheer. (Bilder: Gert Bruderer)

Rebsteiner Verein umbenennen

Beim Vorstand des (dreimal so grossen) Rebsteiner Gewerbe- und Industrievereins stiess man auf offene Ohren. Neun Marbacher sind sowieso auch in Rebstein schon Mitglied, was möglich ist, weil sie hier wohnen oder hier (auch) ein Geschäft haben. Sollten bald alle Mitglieder des bisherigen Marbacher Vereins Mitglied in Rebstein werden, stiege hier die Zahl auf 130. Präsidentin Claudia Graf erkennt lediglich Vorteile: Das Netzwerk würde sich ausweiten, der Verein wäre in der Region breiter abgestützt, der Kreis der potenziell Interessierten wäre bei besonderen Anlässen grösser, ausserdem stiege die Chance, für besondere Aufgaben einsatzfreudige Mitglieder zu finden. So sind denn auch drei Marbacher bereit, im Vorstand eines (erweiterten und umbenannten) Rebsteiner Vereins mitzumachen: Kathrin Thomis-Zürcher, Nadja Dintheer sowie der bisherige Marbacher Kassier Roland Fritsche.

Logo-Idee kam gestern gut an

Die Stimmung am gestrigen Info-Anlass in Rebstein ist für die Marbacher ermutigend. Sie sind im Nachbardorf willkommen. Die Stunde der Wahrheit kommt an der Hauptversammlung vom 19. März. Dann stimmen die Rebsteiner Gewerbetreibenden darüber ab, ob ihr Verein auch die Marbacher aufnehmen will. Nach dem (wahrscheinlichen) Ja wird für die Rebsteiner alles Bewährte bestehen bleiben, mit Ausnahme von Name und Logo. Dieses Logo, ein Vorschlag des Vorstandes, liegt bereits abstimmungsreif vor. Gestern fand es in einer Konsultativabstimmung breite Zustimmung: 24 Anwesenden gefiel das unten abgebildete, zum Teil ausdrücklich gelobte Logo besser als eine ebenfalls gezeigte Alternative. Jene zogen fünf Anwesende vor. Sozusagen gesetzt sind die Farben: das Rot (traditionell) für den Verein, das Grün für die Gemeinde Rebstein, Blau für Marbach.

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