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Geschichte in neuem Licht

ALTSTÄTTEN. Weil der Ausbau des Altstätter Museums Prestegg um mehrere Jahre zurückgestellt worden ist, hat man das Betriebskonzept der Zukunft temporär an die gegebenen Verhältnisse angepasst.
Max Tinner
Lichtspiele im Museum: Historiker Werner Kuster (links) und Gestalter Johannes Stieger vor der Pietà im Göttersaal. (Bild: Max Tinner)

Lichtspiele im Museum: Historiker Werner Kuster (links) und Gestalter Johannes Stieger vor der Pietà im Göttersaal. (Bild: Max Tinner)

Der Bär im Altstätter Wappen erinnert an die engen Beziehungen des Städtchens zum Kloster St. Gallen und an die Legende, nach der der heilige Gallus im Steinachtal auf einen Bären traf, der ihm aufs Wort gehorchte. Auch im Altstätter Museum ist ein Bär zu sehen. Es ist der letzte, der in Altstätten geschossen worden ist, irgendwann um das Jahr 1890 herum. Das Tier hatte allerdings nie das Glück gehabt, in freier Wildbahn zu leben. Der Bär hatte einem Schausteller gehört und war krank geworden.

Logenplatz über der Schlacht

Heute hat dieser Bär im Altstätter Museum einen Ehrenplatz: Er steht nämlich am Anfang der neuen, am vergangenen Wochenende eröffneten Wechselausstellung «Direkte Aussicht auf das Schlachtfeld – neue Blicke auf alte Schätze». Die Überschrift der Ausstellung erinnert an die Festspiele von 1895 in Altstätten, in denen mit grossem Aufwand die Schlacht am Stoss nachgestellt wurde. Das Restaurant Felsenburg ob der Kugelgasse hatte damals mit der prominenten Aussicht auf das Spektakel von ihrer Gartenwirtschaft aus geworben. Für dieses Ereignis hatte man historische Gegenstände zusammengetragen, die heute Teil der Museumssammlung sind.

Deren immense Fülle hat man auch nach mehreren Museumsbesuchen noch nicht erfasst. In der neu gestalteten Ausstellung werden darum einige Exponate mit besonderer Bedeutung – manche sind noch gar nie gezeigt worden – hervorgehoben und ins beste Licht gerückt. Wortwörtlich: Während man die übrige Ausstellung leicht abgedunkelt hat, werden diese Ausstellungsstücke beleuchtet – von schlichten Holzstelen aus, die gleichzeitig den Besucher auf gebührender Distanz halten, als Rahmen die Exponate in den Mittelpunkt rücken und die Blickrichtung des Betrachters lenken. Die Anordnung dieser Trouvaillen setzt sie in Beziehung zu anderen historischen Gegenständen der Sammlung im selben Raum. So werden Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten verdeutlicht, dem Besucher aber auch neue Bedeutungsschichten erschlossen.

Den Gwunder wecken

Das kann auch irritieren, beispielsweise wenn man sich bewusst wird, dass eine Pietà – eine Skulptur der Muttergottes mit dem Leichnam Christi in ihrem Schoss – als Ausdruck innigster christlicher Frömmigkeit im Göttersaal der «Prestegg» unter dem Deckengemälde mit Göttern der griechischen Antike plaziert worden ist. «Die Irritation soll Assoziationen wecken und die Lust wecken, nachzufragen und Neues zu ergründen», erklärt der Altstätter Historiker Werner Kuster, der für die Neugestaltung der Ausstellung als Projektleiter verantwortlich zeichnet. Unterstützt wurde er dabei von Thomas Stadler, dem Präsidenten der Museumsgesellschaft Altstätten und beraten vom Büro Rath und Winkler in Innsbruck, das sich auf Kommunikation im Museum und Ausstellungswesen spezialisiert hat. Für die Ausstellungsgestaltung hat man den St. Galler Johannes Stieger zugezogen, für den grafischen Auftritt Carol Pfenninger und Michael Schoch.

Die Ausstellung lässt erahnen, in welche Richtung das Altstätter Museum weiterentwickelt werden soll. Eigentlich war geplant, dieses Jahr Aus- und Umbauten für insgesamt 6,5 Mio. Franken an die Hand zu nehmen, was aber um drei bis vier Jahre zurückgestellt worden ist («Rheintaler» und «Volkszeitung» berichteten). Mit der Wechselausstellung versucht man den Spagat, Teile des Betriebskonzepts der Zukunft bereits unter den gegebenen baulichen Verhältnissen umzusetzen.

Näher ans Publikum

Man möchte das Altstätter Museum zu einem mit regionaler Ausstrahlung machen, man möchte es näher ans Publikum rücken und neue Bevölkerungskreise für das Museum und für die Geschichte gewinnen. Dazu wird zusätzlich zur eigentlichen Ausstellung auch ein Rahmenprogramm geboten. Diesen Samstag zum Beispiel findet eine museumspädagogische Einführung für Lehrkräfte statt oder am Sonntag für Familien mit Kindern zwischen fünf und 14 Jahren ein Gang durchs Museum mit Märchenerzählerin Claudia Rohrhirs.

Ein neuer Wind, ein neuer Name

Die Neuausrichtung kommt auch in der jüngst vollzogenen Umbenennung zum Ausdruck: Das Museums wird nun beworben als «Schloss Prestegg – Haus für Geschichte und Kultur».

www.museum-altstaetten.ch

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