Gericht spricht Schularzt frei

ST. GALLEN. Das Kreisgericht St. Gallen hat einen Schularzt vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern freigesprochen. Das Gericht zweifelte an den Aussagen der Jugendlichen.

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ST. GALLEN. Das Kreisgericht St. Gallen hat einen Schularzt vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern freigesprochen. Das Gericht zweifelte an den Aussagen der Jugendlichen. Es sei bekannt, dass Jugendliche suggestiven Einflüssen durch gruppendynamische Prozesse besonders leicht unterlägen, was zu unbewussten Übertreibungen und Falschaussagen führen könne, heisst es in der Begründung. Es bestünden gewichtige Zweifel an der Täterschaft des nicht vorbestraften Beschuldigten. Der Mann habe die Vorwürfe stets bestritten. Der Beschuldigte ist seit mehreren Jahren Schularzt im Kanton St. Gallen. Im September 2015 waren mehrere Schulklassen für eine ärztliche Reihenuntersuchung in seiner Praxis. Im Rahmen der rund zehnminütigen Untersuchung soll er versucht haben, bei zwei Schülern eine Erektion herbeizuführen. In einem Fall soll ihm das laut Anklageschrift auch gelungen sein. Bei beiden Untersuchungen war der Arzt jeweils alleine mit den Minderjährigen. Der Staatsanwalt forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten mit einer Probezeit von fünf Jahren sowie eine Busse von 5000 Franken. Es sei zudem ein Berufsausübungsverbot als Schul- und als Amtsarzt von fünf Jahren über den Beschuldigten zu verhängen. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Auf die Weisungen sei zu verzichten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Kosten des Verfahrens trägt der Staat. (sda)